Der bekannte Reggae-Musiker Jimmy Cliff ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies teilte seine Familie am Montag auf seinen Social-Media-Kanälen mit. Er starb an den Folgen einer Lungenentzündung.
Cliff wurde in Jamaika geboren und schloss sich als Teenager der Musikszene in Kingston an. In den 1960er-Jahren gehörte er neben Bob Marley, Toots Hibbert und Peter Tosh zu den prägenden Figuren des Genres. Seinen ersten Hit «Hurricane Hattie» hatte er in den frühen 60er-Jahren, als es den Begriff der Reggae-Musik noch gar nicht gab.
Später folgten weltbekannte Lieder wie «Wonderful World, Beautiful People» und «You Can Get It If You Really Want» sowie eine Coverversion von «I Can See Clearly Now». Cliff habe dazu beigetragen, «den Sound Jamaikas einem weltweiten Publikum näherzubringen», so die BBC.
«Reggae ist der Schrei und die Freude der Armen»
1972 spielte Cliff die Hauptrolle im Film «The Harder They Come», der als Meilenstein des jamaikanischen Kinos gilt. Cliff verkörpert darin einen jungen Mann vom Land, der nach Kingston zieht, um Sänger zu werden, aber in die Kriminalität abrutscht. Die Rolle hat deutliche autobiografische Züge. «Der Film öffnete Jamaika die Tür», sagte Cliff einst. «Hier kommt diese Musik her.» Der Soundtrack zählt bis heute zu den wichtigsten Alben des Reggae.
Cliff veröffentlichte über Jahrzehnte hinweg Musik, arbeitete mit internationalen Stars wie den Rolling Stones und Wyclef Jean zusammen und gewann zwei Grammys. 2010 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Sein letztes Album erschien 2022.
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Bild 1 von 3. Jimmy Cliff 2013 bei einem Auftritt in Singapur. Der charismatische Sänger blieb bis zu seinem Lebensende aktiv. Bildquelle: AP Photo / Wong Maye-E.
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Bild 2 von 3. Jimmy Cliff am weltberühmten Glastonbury Festival, 2003. Rund 150'000 Menschen hörten ihm zu. Bildquelle: REUTERS / Toby Melville TM / MD.
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Bild 3 von 3. Der jamaikanische Reggae-Star war auch immer wieder in der Schweiz zu Gast. 2008 gab er im Hotel Schweizerhof in Luzern ein Benefizkonzert zugunsten eines Unicef-Programms. Bildquelle: KEYSTONE / Sigi Tischler.
Cliff betonte ein Leben lang, dass er aus einfachen Verhältnissen gekommen sei. «Reggae ist der Schrei und die Freude der armen Menschen», sagte er einmal in der CBC-Radiosendung «Q with Tom Power».
Hymnen für Hoffnung und Widerstand
Cliff blieb bis zuletzt aktiv und trat noch vor wenigen Jahren bei Festivals auf. Seine Songs gelten als Hymnen für Hoffnung und Widerstand.
Jamaikas Regierungschef Andrew Holness schrieb auf der Plattform X, das Land halte inne, um das Leben eines wahren Riesen der Kultur zu ehren, dessen Musik «das Herz unserer Nation in die Welt hinausgetragen hat». Seine Musik habe die Menschen in schweren Zeiten aufgebaut und Generationen inspiriert.