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Langzeitstudie der Uni Basel Der Grasfrosch gerät in den tiefen Lagen unter Druck

Dem Grasfrosch geht es in den tieferen Lagen der Schweiz schlechter als bislang angenommen. Eine Langzeitstudie bei Basel zeigt einen massiven Rückgang – obwohl im Untersuchungsgebiet Dutzende neue Weiher entstanden sind.

Schweizweit gilt der Grasfrosch bisher nicht als gefährdet – als einzige Froschart des Landes. Für die tiefen Lagen greift diese Einschätzung laut einem Experten jedoch zu kurz: «In den tieferen Lagen der Schweiz ist aus meiner Sicht der Grasfrosch gefährdet», sagt der Biologe Urs Tester zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Von den in der Literatur genannten Faktoren bleibt nur der Klimawandel übrig.
Autor: Urs Tester Biologe

Tester zählt seit 1988 auf dem Bruderholz südlich von Basel jährlich die Laichballen einer Grasfrosch-Population. Das Untersuchungsgebiet umfasst rund 500 Hektar in den Baselbieter Gemeinden Bottmingen, Reinach, Oberwil und Therwil.

Neue Weiher halfen vorübergehend

Die Ergebnisse, die in der «Zeitschrift für Feldherpetologie» veröffentlicht wurden, sind deutlich: Zwischen 1988 und 1993 wurden im Schnitt 8573 Laichballen gezählt. In den Jahren 2021 bis 2025 waren es noch 2052. Der Bestand ist damit um mehr als drei Viertel geschrumpft.

Mehrere Frösche schwimmen im Wasser mit Laich.
Legende: Um seinen Laich abzulegen und als Lebensraum für die Larven braucht der Grasfrosch laut dem WWF stehende oder fliessende Gewässer, die von der Sonne beschienen sind, aber nur selten austrocknen dürfen. KEYSTONE/Walter Bieri (Archiv)

Bemerkenswert ist der Rückgang, weil das Angebot an Laichgewässern im gleichen Zeitraum deutlich zunahm. Die Zahl der Gewässer stieg von 21 auf 53, die Wasserfläche von 3900 auf 6150 Quadratmeter. Die neuen Gewässer halfen zunächst: In ihnen nahm die Zahl der Laichballen zeitweise zu, während sie in den älteren Gewässern zurückging. Ab 2020 sanken die Zahlen jedoch auch in den neu angelegten Weihern.

Trockene Frühlinge oder wärmere Gewässer als Ursache?

Als wichtigste Ursache vermutet Tester den Klimawandel. Der Rückgang müsse durch einen Faktor verursacht sein, der über Jahrzehnte wirke, das ganze Gewässersystem betreffe und gute wie schlechte Jahre erzeuge. «Von den in der Literatur genannten Faktoren bleibt nur der Klimawandel übrig», sagt er.

Langfristig muss die Schweiz wieder mehr Wasser in der Landschaft zurückhalten.
Autor: Urs Tester Biologe

Wie genau der Klimawandel den Grasfröschen zusetzt, ist offen. Möglich sind trockene Jahre, in denen Jungtiere schlechter überleben. Tester hält aber auch höhere Wassertemperaturen für plausibel, weil sie den Sauerstoffgehalt im Wasser beeinflussen können.

Als mögliche Schutzmassnahme nennt Tester zusätzliche Gewässer. Langfristig müsse die Schweiz wieder mehr Wasser in der Landschaft zurückhalten. Dabei könnten auch vom Biber aufgestaute Flächen helfen.

SRF 4 News, 5.07.2026, 13:00 Uhr ; 

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