Wer an Integration denkt, denkt zuerst an Ausländer. In der Stadt St. Gallen haben rund 30 Prozent der Einwohner keinen Schweizer Pass. Auf ihre Anliegen war die Integrationspolitik der Stadt während der vergangenen zehn Jahre gemünzt.
Auch Schweizer von Integrationsproblemen betroffen
Im Grossen und Ganzen beurteilt der St. Galler Stadtrat seine Integrationspolitik als gelungen. Dennoch will er den Fokus der Integrations-Arbeit verschieben.
Eine moderne Integrationspolitik müsse auch auf die Schwierigkeiten von Schweizern reagieren, die «Integrationsrisiken» ausgesetzt seien - Bürger beispielsweise, die keine Arbeit und kein Geld hätten und deshalb vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt seien.
Integration sei deshalb keine Frage des Ausländerstatus mehr, sondern vielmehr eine Frage der individuellen und sozialen Ressourcen. Und deshalb müsse die Integrationsarbeit auch auf die gefährdeten schweizerischen Bevölkerungsgruppen zielen. Die Vorlage zum neuen Integrationskonzept geht jetzt ins St. Galler Stadtparlament.