Für Finanzdirektor Martin Gehrer ist die Finanzlage «alarmierend». Ohne Auflösung von Reserven würde das Defizit 205 Millionen Franken betragen, obschon der Kanton die Steuern von 95 auf 105 Prozent erhöht hat. Ausserdem flossen 40 Millionen Franken vom Gewinn der Nationalbank in die St. Galler Staatskasse, die nicht budgetiert waren.
Die Steuereinnahmen lagen knapp 30 Millionen Franken unter dem Budget. Vor allem bei den Einkommens- und Vermögenssteuern spürte der Kanton den schlechteren Wirtschaftsgang. Höher als erwartet fielen die Unternehmenssteuern aus. Dazu trugen vor allem die KMU-Betriebe bei.
Kosmetik bald nicht mehr möglich
Der Kanton St. Gallen bezieht 200 Millionen Franken aus dem Eigenkapital. Es bleiben jedoch nur noch gut 300 Millionen Franken übrig. In den kommenden Jahren dürfte dieser kosmetische Trick also nicht mehr funktionieren.
Weitere Sparmassnahmen sind deshalb bereits in Umsetzung. Zudem befindet der Kantonsrat in der Junisession über weitere jährliche Einsparungen in der Höhe von 150 Millionen Franken.