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Demokratie in einem Game erfahren
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20 Jahre Avenir Suisse Schweizer Demokratie als Game

Die wirtschaftsfreundliche Denkfabrik Avenir Suisse schenkt der Schweiz ein Game. Wie neutral ist das Spiel?

Zum 20-jährigen Bestehen entwickelte die liberale Denkfabrik Avenir Suisse zusammen mit der Schweizer Game-Schmiede «Blindflug Studios» ein Spiel, das die Schweizer Demokratie erlebbar macht.

Wie komme ich zum Game?

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«Democratia – The Isle of Five» kann man gratis aus dem Apple- oder Google App-Store herunterladen. Maximal fünf Teilnehmer können gegeneinander antreten.

Weil man sich ständig mit den anderen Parteien austauschen und verhandeln muss, müssen sich alle Mitspieler im gleichen WLAN anmelden.

Man könnte das Game auch alleine gegen den Computer spielen, doch weil die Maschine einen Informationsvorsprung hat, empfiehlt sich das nicht.

Zehn Jungpolitikerinnen und -Politiker haben «Democratia» auf Einladung von Avenir Suisse gespielt und sich dabei bestens amüsiert – auch wegen des Rollentausches: So musste sich etwa Luciano Gianola von der jungen SVP für einen Beitritt zur «Insel Union» starkmachen und Vinz Binggeli von den Juso die anderen vom Sinn einer starken Armee überzeugen.

Ein Land – fünf Parteien

Das Game spielt auf einer Insel, die grosse Ähnlichkeit mit der Schweiz hat. Auf dem Eiland leben fünf Clans, die stark an Parteien in der Schweiz erinnern.

Als Teilnehmer muss man einen Clan führen und ist für das Wohl der Mitglieder verantwortlich. Damit das gelingt, muss der Anführer immer genügend Ressourcen zur Verfügung stellen und für seinen Clan möglichst viele Abstimmungen gewinnen, denn das steigert die Zufriedenheit der Mitglieder.

Gelingt das, so wächst der Clan oder eben die Partei, wenn nicht, laufen die Mitglieder davon. Den Untergang eines Clans müssen aber alle Teilnehmer unbedingt verhindern, denn sonst wird das Game abgebrochen und alle stehen als Verlierer da.

Nahe an der richtigen Schweiz

Wollen die Clanführer erfolgreich sein, so müssen sie miteinander verhandeln. Abstimmungen sind nur zu gewinnen, wenn man Allianzen schmiedet und Abstriche macht.

Weil das Game zu Kompromissen zwingt, finden viele der Jungpolitiker, «Democratia» stelle die politische Wirklichkeit der Schweiz ziemlich realistisch dar. «Ich finde, das Game bildet sehr schön ab, wie die Konkordanz-Demokratie auf Konsens angewiesen ist, damit man Mehrheiten schmieden kann», so Yvo Hofer (Junge BDP).

Dass sie im Game in die Rolle des politischen Gegners schlüpfen mussten, war für viele eine positive Erfahrung: «Man lebt nicht in seiner Bubble, sondern muss sich in eine andere Meinung hineinversetzen», findet Marco Iseli (Junge CVP). Das sei gar nicht so einfach, bringt aber viel, meint Vivianne Kägi (Junge GLP): «Es zeigt, mit welchen Problemen andere Parteien zu kämpfen haben, das ist man sich sonst nicht bewusst.»

Ist das Game neutral?

Avenir Suisse vertritt liberale und wirtschaftsfreundliche Positionen. Vinz Binggeli (Juso) und Yvo Hofer (Junge BDP) finden, dass klar liberale Tendenzen im Spiel auszumachen seien. Gerade weil liberale Tendenzen einfliessen, sei das Game sehr nahe am Aufbau der Schweiz, findet Vivianne Kägi (Junge GLP).

Einer der Köpfe hinter dem Spiel, Lukas Rühli von Avenir Suisse, wollte mit dem Game den Namen der Denkfabrik bekannter machen und ein Publikum ansprechen, das nicht bereits zur Leserschaft des Think-Tanks zählt. Eine Indoktrination sei jedoch nie das Ziel gewesen: «Das Game ist neutral, weil es ein breites Parteienspektrum abbildet.»

Doch bei den Auswirkungen, die bestimmte Ereignisse auf den Spielverlauf haben, sei manchmal eine Haltung sichtbar: Der Beitritt zur Insel Union im Game etwa hat praktisch keine negativen Folgen – eine Sicht, die sicher nicht alle Parteien teilen würden.

Einig sind sich eigentlich alle, dass die Konkordanz-Demokratie im Game sehr schön abgebildet ist. Jil Nussbaumer (Junge FDP) findet, das Game zeige politisch unerfahrenen Menschen sehr gut auf, warum Parteien Allianzen schmieden und strategisch handeln.

SRF 3, 1.10.2020, 11:10 Uhr

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