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«Nicht alles muss pädagogisch wertvoll sein»
Aus Echo der Zeit vom 11.11.2019.
abspielen. Laufzeit 05:14 Minuten.
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50 Jahre Sesamstrasse «Die Figuren haben nichts von ihrem Charme verloren»

Am 10.11.1969 wurde die erste Folge der Sesamstrasse in den USA ausgestrahlt. Die Kindersendung sollte auch den Kindern aus bildungsfernen Haushalten mit lustigen Puppen und Sketchen die Welt erschliessen. Das Konzept hatte Erfolg und wurde in mehr als 150 Länder exportiert. Bildungsfernsehen dieser Art habe trotz grosser Konkurrenz und Internet noch heute seinen Platz, sagt Medienpädagogin Eveline Hipel.

Eveline Hipeli

Eveline Hipeli

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Die promovierte Medienpädagogin Eveline Hipeli lehrt an der Pädagogischen Hochschule Zürich unter anderem zum Thema Kinder und Medien.

SRF News: Ist die Sesamstrasse auch heute noch eine Institution?

Eveline Hipeli: Das würde ich bejahen, auch wenn das Bildungsfernsehen nicht mehr so neu ist wie damals und viele ähnliche Formate dazugekommen sind. Die Figuren der Sesamstrasse haben aber in ihrer Art nichts von ihrem Charme verloren und so gibt es immer noch Kinder, die das total geniessen.

Die Sesamstrasse wird 50.
Legende: Seit den späten 1970er-Jahren sind Krümelmonster, Ernie und Bert oder Oskar dank der deutschen Version auch den Schweizer Kindern vertraut. Keystone/Archiv

Bringt der pädagogische Ansatz etwas? Bilden Bildungsmedien tatsächlich weiter?

Dazu gab es medienwissenschaftliche Untersuchungen. Man sprach vom Sesamstrasse-Effekt: Man setzte Kinder aus bildungsfernen und bildungsnahen Schichten vor die Sendung und erwartete, dass die weniger bildungsnahen Kindern aufholen. Der Effekt war aber der, dass zwar beide Gruppen profitiert haben, aber die Kluft nicht kleiner geworden ist. Man kann also sagen, dass jedes Kind von gut gemachtem Bildungsfernsehen profitiert, auch wenn die Gräben nicht unbedingt geschlossen werden.

Haben solche pädagogischen Formate überhaupt noch eine Chance – angesichts der grossen Auswahl an Sendern und Internet?

Durchaus. Untersuchungen aus Deutschland zeigen, dass vor allem die neuen Bildungsfernsehformate rege genutzt werden. Dazu gehören nicht nur die Sendung mit der Maus oder «Es war einmal… das Leben». Da muss man auch keine Angst haben, dass Kinder zu viel lernen. Denn wenn sie genug haben, laufen sie einfach weg oder hören nicht mehr wirklich zu. Anders ist es, wenn sich Kinder vor einer Sendung fürchten und still werden. Vom Bildungsfernsehen muss man sich aber nicht wirklich fürchten.

Was ist gutes Bildungsfernsehen?

Gutes Bildungsfernsehen für Kinder zeichnet sich durch eine kindgerechte Machart bezüglich Sprache und Darbietung aus. Die Figuren müssen attraktiv sein und eine Identifikation zulassen. Auch muss es Spass machen und darf nicht einfach mit dem pädagogischen Zeigefinger produziert sein.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Wacek  (TexBomb)
    Als ich Kind war, in den 70ern, konnte man uns Kinder dank Sesamstrasse etc. noch bedenkenlos tagsüber vor dem Fernseher lassen. Der erste Mord geschah erst nach 20 Uhr und vorher wurden wir ins Bett geschickt. Und wie sieht es heute aus? Fenseher ein und Ratata, Wumms, Mord, Totschlag und Gewalt in allen Formen. Immerhin, dank den Amerikanischen Moralvorstellungen werden die Kinder wenigstens vor dem Anblick nackter Menschen beschützt. Sie könnten ja sonst Schaden nehmen.
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    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      ... zitat:...Moralvorstellungen werden die Kinder wenigstens vor dem Anblick nackter Menschen beschützt. Sie könnten ja sonst Schaden nehmen.....;-) koennte von mir sein..
      ist halt schon so, Liebe/sex .. ist schaedlicher als Mord und Totschlag...
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