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Panorama 900'000 Besucher an der Street Parade

Laute Bässe haben Zürich vibrieren lassen, Teufelshörner und Engelsflügel haben im Takt gewippt, die Sonne und über 200 DJs haben stundenlang eingeheizt: Die 25. Street Parade hat am Samstag 900'000 Raver und Schaulustige ans Zürcher Seebecken gelockt.

Legende: Video Street Parade 2016 (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Vom 13.08.2016.

Ihr Ende wurde schon oft herbeigeredet. Doch die Street Parade scheint lebendiger denn je zu sein. Bei herrlichem Sommerwetter tanzten vom Zürcher Seefeld über das Bellevue und den Bürkliplatz bis zum Seedamm Enge etwa 900'000 Techno-Freaks.

Die Zahl der Teilnehmer blieb damit leicht hinter den Rekordjahren zurück. 2001 und 2015 wurde die Menschenmenge auf rund eine Million Besucher geschätzt. Wie die Organisatoren bereits im Vorfeld des Events festhielten, strebten sie aber auch gar keinen Rekord an. Ihr Ziel sei einfach eine friedlich-fröhliche Party.

Dieses Ziel haben die Veranstalter auch bei der 25. Durchführung des Umzugs wieder erreicht, wie die ersten Bilanzen zeigen. So war das gutgelaunte Publikum auch beim Jubiläumsumzug bunt gemischt. Zahlreiche Tanzwütige zeigten sich in mehr oder weniger ausgefallenen Kostümen.

So rannte mal ein Pokemon-Monster über die Quaibrücke. Es tanzten diverse Superheldinnen und Superhelden, es wippten Häftlinge im Takt der Bässe, es hüpften Biene Majas, Engelchen und Teufelchen in der Menge auf und ab.

In den Sucher der Fotografen gerieten oft auch sexy Cops und muskelbepackte Männer ohne T-Shirts.Der Grossteil der zu den Bässen tanzenden, lachenden und sich vergnügenden Teilnehmer trug aber ganz normale Sommerkleidung.

Das Motto der Jubiläumsausgabe lautet «unique». Hunderttausende Menschen würden fröhlich feiern und gemeinsam eine riesige Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz zelebrieren, waren sich die Organisatoren sicher. «Das ist weltweit absolut einmalig.»

Diebe setzen Pfefferspray ein

Gemäss bisherigen Erkenntnissen ist alles weitgehend friedlich verlaufen. Schutz & Rettung registrierte bis zum frühen Abend 491 Patienten. Das waren fast ein Viertel weniger als im Vorjahr, als im selben Zeitraum 644 Personen behandelt wurden.

Schwere Verletzungen mussten kaum verzeichnet werden, die meisten Fälle betrafen Schnittverletzungen und Schürfungen. Eine definitive Bilanz wird Schutz & Rettung am Sonntagvormittag ziehen können.

Die Stadtpolizei markierte nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate eine deutlich stärkere Präsenz, agierte aber zurückhaltend. In der grossen Menschenmenge verzeichnete die Stapo aber verschiedene Vorkommnisse.

So warnte sie im Verlaufe des Nachmittags, dass die in der Menge stehenden Personen auf ihre «sichtbaren Schmuckstücke» aufpassen sollten. Gemäss Meldungen gingen Diebe um, die auch Pfefferspray eingesetzt haben sollen.

Bis 21 Uhr verhaftete die Stadtpolizei im Umfeld der Parade insgesamt 32 Personen. 13 davon wegen den Entreissdiebstählen. Neun Personen wurden wegen Betäubungmittelhandel verhaftet. Gegen zehn weitere Personen ermittelt die Polizei unter anderem wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung, Falschgeld und Verstoss gegen das Ausländergesetz.

Die Party geht weiter

Der Anlass, der Zürich für ein Wochenende zur elektronischen Hauptstadt machte, startete um 13 Uhr mit einem Warm-up. Auf acht Bühnen in der Nähe der Umzugsroute legten die ersten von insgesamt rund 200 DJs auf.

Um 14 Uhr fuhr das erste der insgesamt 27 Love-Mobiles an, die in Schritttempo entlang der tanzenden Menge rollten. Der letzte Truck schloss die rund zwei Kilometer lange Route kurz vor 22 Uhr beim Seedamm Enge ab. Bis Mitternacht brummt die Musik auf den Bühnen weiter.

Im Anschluss an die weltweit grösste Technoparade finden im Raum Zürich bis Montagmorgen über 100 Partys in verschiedenen Clubs und Locations statt.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Möchte ja niemandem die Freude verderben, dennoch meine Meinung zum optischen Aspekt dieses Anlasses äussern: Von oben herab erscheint die Zürcher Welt wie von Milben befallen zu sein, und ich erinnere mich unweigerlich an Erich Kästners vernichtende Diagnose in "Misanthropologie".
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Die "Alles-ist-erlaubt-Fans" sprechen von einer friedlichen Veranstaltung! Dass nur etwa 50 Personen von der Polizei festgenommen wurden, ist tatsächlich wenig im ganzen "Haufen" von Hunderttausenden Menschen! Nur, Polizeibeamte können wohl kaum in dieser enorm grossen Menschenmenge jede kriminelle Tat erkennen und Verhaftungen vornehmen! Es ist gut, dass bei keiner der 25 Streetparade jemals alles bekannt wurde! In der Masse zu feiern und johlen, bedeutet Anonymität und "persönliche Freiheit"!
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    1. Antwort von Giovanni Rana (G.R)
      Wenn das ja so schlimm ist was haben Sie nach einem FCZ-Basel spiel gesagt??
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    2. Antwort von Peter Isler (SchweizerQualität)
      Ich habe Neuigkeiten für Sie: Nicht alle Menschen sind brave Lämmer. Und nicht alle Menschen haben ihr Verhalten unter Alkoholeinfluss im Griff. Nicht jeder ist nett. Ich würde auch nicht neben Ihnen am Tisch sitzen wollen Oder vielleicht doch: Vorausgesetzt Sie mögen Streitgespräche und sind für gute Argumente zugänglich. Davon habe ich aber bisher nichts gesehen.
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Festgefahrene Linksideologen, Hasser des Konservativen und dessen Sympathisanten, sitzen kaum ruhig an einem runden Tisch und lassen sich sachliche, reale Argumente und Erlebnisse von einem 76-jährigen "Grufti" erklären. Ich konnte das als junger Mensch auch nicht perfekt. Aber wie älter man wird, desto besser wird man aufnahmefähig, andere Ansichten und Meinungen an einem runden Tisch zu diskutieren! Hohe Töne singen allein, bringt uns nicht weiter! Dies gilt für Sie; Herr Isler und für mich!
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Wäre auch ich dabei gewesen, hätte man genau 900'001 Besucher gezählt.
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