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Coronavirus: Intensivstationen bereiten sich vor
Aus Tagesschau vom 16.03.2020.
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Abstandhalten wegen Corona Wie Social Distancing schon bei der Spanischen Grippe half

Zuhause bleiben und Abstand zu anderen Menschen halten – warum die Empfehlung des Bundesrates eine gute Idee ist, zeigt ein Kurven-Diagramm, das seit Tagen immer wieder zu sehen ist und unter dem Namen «Flatten the Curve» im Netz kursiert. Das «Abflachen der Kurve» bewirkt, dass sich das Coronavirus langsamer verbreitet und das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Grafik mit Kurven von Corona-Fällen
Legende: SRF

Social Distancing, also das Distanzhalten zu anderen Personen, hat sich schon während der Spanischen Grippe vor über 100 Jahren bewährt. Das zeigt beispielhaft der damalige Umgang der US-Städte Philadelphia und St. Louis mit der Krankheit – und der daraus resultierende Verlauf der Epidemie.

Philadelphia erkannte den Ernst der Lage zunächst nicht, spielte die ersten Fälle herunter und hielt sogar noch eine Strassenparade ab. Erst mehr als zwei Wochen und Tausende Tote später, am 3. Oktober 1918, wurden Massnahmen gegen die Verbreitung der Spanischen Grippe ergriffen.

St. Louis, wo die Krankheit etwas später ankam, wurde durch Philadelphia gewarnt: Bereits am 7. Oktober 1918, zwei Tage nach Bekanntwerden der ersten Fälle, setzte die Stadt Quarantäne-Massnahmen um und schloss Schulen, Theater und Kirchen. Die Konsequenz: Die Zahl der Todesfälle blieb weit hinter der in Philadelphia zurück.

Lodi reagierte schneller als Bergamo

Auch aktuell beim Coronavirus zeigt sich, wie schützende Massnahmen den Verlauf der Epidemie beeinflussen. Eine Forschungsgruppe um Jennifer Dowd von der Universität Oxford verglich die beiden italienischen Provinzen Bergamo und Lodi.

Lodi setzte bereits am 23. Februar Massnahmen zum Social Distancing durch, Bergamo wurde erst am 8. März aktiv. Die Fallzahlen in beiden Provinzen sprechen eine deutliche Sprache: Bergamo hatte am 15. März rund 3400 nachgewiesene Fälle, Lodi lediglich rund 1300. Dies sei ein Beweis, so die Forschergruppe aus Oxford, «für das Potenzial des Abflachens der Kurve».

SRF 4 News, 18.03.2020, 12 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Ulrich  (danul)
    "Die Fallzahlen in beiden Provinzen sprechen eine deutliche Sprache" greift zu kurz, denn die Provinz Bergamo ist rund 5x grösser als Lodi - insofern stünde Lodi mit 5x1300 'Fällen' im Vergleich zu 3400 in nackten Fallzahlen schlecht da. ABER: In der Provinz Lodi steigt die Fallkurve NICHT exponentiell an und das ist die gute und wichtige Botschaft aus der Oxford-Quelle (so die Linearität nicht aus anderen Einflüssen stammt, wie beschränkte Testkapazität).
  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Abstandhalten, Hände waschen und Schutzmaske wäre wohl die wirksamste Kombination.
    Auch wenn unser BAG immer behauptet, Schutzmasken hätte eine kleine Wirkung.
    Wetten dass nach der "Krise" die Bevölkerung aufgerufen wird, künftig auch Schutzmasken zuhause für den Notfall aufzubewahren, bzw. vielleicht vom Bund gratis an die Haushalt verteilt werden.
    Der einzige Grund wieso das BAG keine Schutzmasken empfiehlt, ist die Tatsache, dass es für die Bevölkerung keine gibt.
  • Kommentar von Beat Stocker  (Beat Stocker)
    Ja, Social Distancing wirkt; allerdings war die Spanische Grippe virulenter und hatte eine höhere Mortalitätsrate. Zudem war diese Grippe mangels schnellen Kommunikationsmitteln nicht per Grenzschliessungen/Quarantänen einzudämmen.
    Von Corona wusste man rechtzeitig, um eine Expansion nach Europa zu verhindern. Da man nicht frühzeitig konsequent gehandelt hat, muss man heute mit Social Distancing und Shutdown unter enormen Kosten 'nachbessern'.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      1917 kannte wusste man nicht was DNA ist (erst ab 1957), man wusste nicht was Viren sind, es gab keine Antibiotika gegen Sekundär Infekte, von Hygiene hatte man weniger Ahnung und last but not least wurde z.b. in England (Manchester) die Schliessung von Schulen schlicht verweigert.