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Absturz in den Alpen 1946 Bisher grösste Teile des Dakota-Wracks entdeckt

Die US-Militärmaschine stürzte im November 1946 während eines Unwetters auf den Gauligletscher.

Legende: Video Die freigelegten Trümmer der Dakota abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus SRF News vom 09.08.2018.

Der Gauligletscher hat in den letzten Tagen grosse Wrackteile der DC-3 freigegeben. Vor Ort sieht es aktuell aus wie auf einem Trümmerfeld. Verstreut liegen verschiedenste Objekte der Unglücksmaschine auf dem Eis: Tragflächen und Propeller, aber auch Blechdosen, Kleiderbügel oder Löffel.

Gletscher schob Trümmer vom Absturzort weg

Bei der heutigen Begehung des Gletschers wurde «Schweiz aktuell» von Aviatik-Experte Peter Brotschi begleitet: «Es ist unglaublich, man erkennt sogar noch Spuren der spektakulären Rettungsaktion.» Der Absturz sei in die Geschichte der Luftfahrt eingegangen, weil die Maschine mit über 280 km/h auf dem Gletscher aufgeprallt war und wie durch ein Wunder niemand dabei ums Leben kam. Das Wrack liegt heute rund 3,5 Kilometer vom ursprünglichen Landepunkt von 1946 entfernt.

Laut Kantonsarchäologe Adriano Boschetti sind die neuen Funde höchst interessant: «Das öffentliche Interesse an dieser Maschine ist gerade auch in Amerika wahrscheinlich sehr gross.» Zurzeit sei aber noch unklar, ob und wann die Dakota geborgen wird. Die Hüttenwartin der SAC-Gaulihütte will sich dafür einsetzen, dass das Wrack an Ort und Stelle bleibt: «Das Wrack ist ein Mythos. Wir haben viele Besucher, die ausschliesslich wegen der Dakota zu uns kommen.»

Der Beginn der alpinen Luftrettung

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Der Beginn der alpinen Luftrettung

Die Militärmaschine vom Typ DC-3 Dakota verirrte sich 1946 wegen schlechten Wetters über dem Berner Oberland. Am 19. November krachte das Flugzeug mit vier Besatzungsmitgliedern und acht Passagieren, darunter hochrangige Militärs, auf den Gauligletscher. Es gab Verletzte, aber keine Toten. 6 Tage mussten die Überlebenden auf dem Gletscher ausharren. Die US-Streitkräfte wollten die Bergung erst selbst vornehmen. Sie schickten Flugzeuge, Ambulanzwagen, Jeeps und sogar kleine Kettenpanzer in die Schweiz. Doch die Schweizer Armee war wesentlich besser auf die extremen Bedingungen im Hochgebirge vorbereitet. Mit kleinen Flugzeugen, den sogenannten Fieseler-Störchen, konnte sie alle Passagiere retten. Die Aktion galt als grosse Pionierleistung: Bis heute gilt sie als Geburtsstunde der alpinen Luftrettung.

Erste Funde vor sechs Jahren

Bereits im Sommer 2012 hatten drei Jugendliche den Propeller der notgelandeten Dakota auf dem Gauligletscher gefunden. Die heissen Temperaturen der letzten Wochen haben dazu geführt, dass nun grosse Teile der Maschine sichtbar wurden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Philippe Sauter (PhilS)
    Ich bin der Meinung das Wrack sollte möglichst sofort geborgen werden und ein ZuhauE dafür in einem Museum gefunden werden. Wenn ein Amerikanisches Museum das Wrack gerne haben möchte sollte dieses zudem Priorität haben.
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  • Kommentar von Josef Manser (Eidgenosse)
    Es findet einmal mehr ein Klimawandel statt, wie schon öfters. Vor rund 30000 Jahren, so die Wissenschaft, lag über der Nordhalbkugel eine mehrere dutzend Meter dicke Eisschicht - das war die so genannte Eiszeit. Doch der grösste Teil davon schmolz weg - ohne Autos, Flugzeuge, Schiffe, Industrie, etc. - also ganz ohne fossile Brennstoffe und dergleichen. Die Veränderungen sind hauptsächlich kosmischen Ursprungs, die wir nicht beeinflussen können.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Herr Manser: Sicher gab es früher auch schon verschiedene Klimawandel. Aber keiner hatte so grosse und vor allem schnellen Einflüsse auf die Erde als der momentane, der massgeblich vom Menschen begünstigt wird.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Man müsste es in grossformatigen Anzeigen in den USA darstellen um die Logik des Herrn Präsidenten (ich bezweifle den Klimawandel) alleine damit ad absurdum zu führen. Der Gletscher gibt es frei weil der Gletscher abschmilzt und das sollten die US-Amerikaner erfahren.
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