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Legende: Audio Klimaforschung im ewigen Eis – die Uni Bern ist dabei abspielen. Laufzeit 05:38 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 10.04.2019.
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Ältestes Eis der Welt Das Rätsel des Klimawandels liegt 2700 Meter tief

Warum wechselten sich die Eis- und Warmzeiten einst häufiger ab? Ein Team der Uni Bern forscht in der Antarktis mit.

Das Klimarätsel: Ein europäischer Forschungsverbund hat in der Antarktis einen geeigneten Standort gefunden, wo nach dem ältesten Eis der Welt gebohrt werden kann. Die Universität Bern ist massgeblich am Projekt beteiligt. Bisher standen der Forschung Eiskerne zur Verfügung, die 800'000 Jahre zurückreichen, wie Klimaforscher Hubertus Fischer erklärt. In dieser Zeit wechselten sich Warm- und Eiszeiten im Rhythmus von 100'000 Jahren ab. Schaut man dagegen etwa 1,2 Millionen Jahren zurück, gab es einen Wechsel im Rhythmus von 40'000 Jahren. «Warum sich das Klimasystem derart verändert hat, versteht man bis heute nicht», sagt der Professor für experimentelle Klimaforschung und Leiter des Schweizer Teams am Forschungsprojekt.

Eisige Verhältnisse: Bis minus 80 Grad Celsius im Winter und auch im Sommer nie wärmer als minus 25 Grad.
Legende: «Little Dome C» liegt einige Stunden per Schneemobil von der Concordia-Forschungsstation entfernt. UniBE

Der geeignete Platz: Eis fliesst, und ganz altes Eis ist nur an bestimmten Stellen zu finden. Die Suche nach dem Standort «Little Dome C» dauerte drei Jahre. Mittels Radaruntersuchungen wurden Eisdicke, Schichtung und Rauheit des Felsuntergrundes rekonstruiert. Laut Fischer in einer viel höheren Auflösung, als dies bisher gemacht wurde. Mit Probebohrungen wurde die Eistemperatur am Felsuntergrund bestimmt, um sicher zu sein, dass es doch noch zu keiner Schmelze gekommen ist. Alle Tests waren positiv. Die Stelle ist rund 30 Kilometer von der europäischen Überwinterungsstation «Concordia» entfernt, die von den Partnerorganisationen in Frankreich und Italien betrieben wird.

Die Bohrung: Gebohrt wird bis auf eine Tiefe von rund 2700 Metern. In den Eisbohrkernen ist die Luft aus der Vergangenheit eingeschlossen, womit man die Zusammensetzung der Atmosphäre auf der Erde vor 1,5 Millionen Jahren direkt messen kann, wie Fischer darlegt. Es gehe dabei um die Konzentration von Treibhausgasen wie CO2, Methan- und Lachgas. Als wichtige Parameter, um zu verstehen, warum und in welchem Rhythmus sich Temperaturen geändert haben.

Forschung im Eis.
Legende: Einen Teil der Bohrkerne wird die Universität Bern erhalten, um in einem speziellen Verfahren die Luft zu extrahieren. UniBE

Resultate ab 2025: Die Temperaturen an der Bohrstelle betragen im Jahresmittel minus 54 Grad Celsius. Im Winter kann es minus 80 Grad werden. Gebohrt werden kann entsprechend nur im Sommer, doch auch zu dieser Zeit wird es nie wärmer als minus 25 Grad. Um zum Felsuntergrund vorzustossen, wird es drei antarktische Sommer dauern. Die Bohrungen sollen im November 2021 beginnen. Damit wird es laut Fischer ungefähr 2024, bis das zwischen 800'000 und 1,5 Millionen Jahre alte Eis auf dem Tisch liegen wird. Die wichtigsten klimatischen Werte samt einer CO2-Zeitreihe sollten innerhalb eines Jahres vorliegen. «2025 können wir uns dann über die CO2-Konzentration auf der Welt vor anderthalb Millionen Jahren unterhalten, verspricht der Forscher.

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70 Kommentare

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  • Kommentar von Raymond Klaus  (Ray)
    Der Klimawandel ist ein ganz normaler Prozess. Maschinen hin oder her. In den letzten 100 Jahren hat sich die Erdbevölkerung verdreifacht, ein Plus von 6 Milliarden Menschen und jeder Mensch hat eine ca. Wärme von 100 Watt. Das sind 600 Milliarden Watt Wärme. Dazu kommen viel Tiere die für das Essen gezüchtet werden usw. ein bisschen weniger Fliegen oder Autofahrer ist reine Panikmacherei und Ablenkung.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Dazu braucht man tausende Kilometer weit zu fliegen und mittels schwerem Gerät Löcher in den Boden bohren? DAS ist sicher KEIN Beitrag zum Umweltschutz.
    Es wäre ja noch tragbar, wäre das nur ein Forscherteam pro Jahr. Aber dem ist nicht so: tausende überflüssiger und doppelter "wichtiger" Messungen werden so regelmässig durchgeführt. Man kann schon von einem Forscher-Reise-Hype sprechen. Typisch für unsere Zeit: Überflüssiges wird gut und nötig geredet bis es jeder (ausser mir) glaubt.
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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Die Dansgaard-Oeschger-Ereignisse zeigen sich vor allem in Eisbohrkernen aus Grönland. Sie stellen sich in der nördlichen Hemisphäre als Perioden schneller Erwärmung (innerhalb weniger Jahrzehnte um mehrere Kelvin) gefolgt von einer langsamen Abkühlung (innerhalb einiger Jahrhunderte) dar. 23 solcher Ereignisse wurden für den Zeitraum 110.000 bis 23.000 BP gefunden. Zwischen diesen und den Heinrich-Ereignissen scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Vom Mensch verursacht ? einfach lachhaft !
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    1. Antwort von Nic Grund  (Gruendeli)
      Wer behauptet denn dass diese Ereignisse vom Menschen verursacht werden?
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    2. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Um das etwas auszudeutschen: Die Dansgaard-Oeschger-Ereignisse zeigen unerklärliche Temperaturschwankungen von etwa 10 Grad innerhalb von rund 50 Jahren. Zum Vergleich: Der Temperaturanstieg von 1850 bis heute ist etwa 0,7 Grad. Für die Dansgaard-Oeschger-Ereginisse hat man bis heute keien Erklärung. Der Mensch war aber mit Sicherheit nicht schuld daran.
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    3. Antwort von Nic Grund  (Gruendeli)
      Herr Derungs. Zu Ihrer Info: die D-O Ereignisse sind LOKALE auf Grönland beschränkte Phänome (werden in der Antarktis nicht beobachtet). Die 0.7°C Erwärmung welche Sie erwähnen ist der GLOBALE Temperaturanstieg. Sie Vergleichen Birnen mit Weggli. Ich frage mich schon was Leute dazu bewegt solch offensichtlich irreführenden Aussagen ins Netzt zu posten...
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    4. Antwort von Nic Grund  (Gruendeli)
      Und noch etwas: die D-O Events zeigen LOKALE Erwärmung während einer EISZEIT. Wir sind heute NICHT in einer Eiszeit. Die D-O Events sind also zwar interessant, aber irrelevant.
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