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Panorama «Alles fahrt Schi» – aber nicht mehr in der Schweiz

Früher war Skifahren in der Schweiz fast Pflichtfach. Das ist vorbei. Skilager sind nicht im Trend. Und von sich aus treiben immer weniger Kinder und Jugendliche Wintersport. Swiss Ski und die Bergbahnen reagieren.

Legende: Video Stadtkinder im Schnee abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.01.2013.

Die gute Nachricht zuerst: Skifahren und Snowboarden sind in der Schweiz auf hohem Niveau populär. Rund ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer frönt nach wie vor diesen Wintersportarten.

Was den Branchenspezialisten Sorgen macht,  ist die Tendenz bei den Kleinen. «Die Zahl der Kinder, die aktiv eine Wintersportart betreiben, nimmt ab», heisst es besorgt beim schweizerischen Ski-Verband Swiss Ski. 

Lieber Fussball als Skifahren

Die Gründe für diese Tendenz? Eins: Vielen Kindern fehlt es schlicht an der Gelegenheit zum Skifahren. Das einst fast obligatorische Skilager ist immer weniger populär. Gemäss «Jugend und Sport» vom Bundesamt für Sport gab es 2005 noch 2700 Skilager, 2011 waren es nur mehr 2180. Die Gemeinden sind seltener bereit, die Skilager mitzufinanzieren oder ihre eigenen Lagerhäuser in den Bergen zu renovieren.

Zwei: Das Sportangebot ist heute breiter, die Interessen verschieben sich. Drei: Viele Schulkinder stammen aus Familien mit Migrations-Hintergrund. Für sie gehört Winterskisport nicht zur Tradition: Ein Junge aus dem Kosovo oder aus Portugal zieht in der Regel den Fussballplatz den Skipisten vor. 

Bergbahnen und Skisport-Industrie beobachten den Trend mit Sorge. Ein Kind, das mit vierzehn noch nicht Skifahren kann, lernt es auch als Erwachsener kaum mehr, heisst eine Faustregel in der Branche. Darum wollen Ski- und Bahnverbände den Einstieg  in den Wintersport erleichtern. 

Branchenvertreter geben Gegensteuer

 Mit sogenannten «Schneespasstagen» versucht es in diesen Tagen  zum Beispiel Swiss Ski. An die 3000 Stadt-Kinder können in den Bergen einen Tag lang Skifahren und Snowboarden – kostengünstig und betreut von Profis.

Legende: Video Ueli Kestenholz als Swiss Ski Botschafter abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.01.2013.
Logo TS
Legende: Mehr dazu in der Tagesschau 19.30 Uhr auf SRF 1 SRF

Für viele Kinder wird es das erste Mal auf den Brettern sein. Der Verband der Schweizer Seilbahnbranchen probiert es mit einem Förderprogramm namens «Teens camp – the snowy side of life». Er bietet kostengünstige Pauschal-Lagerwochen an, die den Lehrern viel Organisationsaufwand abnehmen sollen.

Tatsache ist: Der Skisport belastet das Familienbudget. Für immer bessere Bahnanlagen, neue Beschneiungssysteme und Sicherheitsvorkehrungen müssen die Bergbahnen jährlich rund 400 Millionen Franken investieren. Das Resultat: steigende Ticketpreise. Bahnvertreter bestreiten aber, dass Skifahren ein Luxus ist. 

Die Schweiz biete auch für bescheidene Budgets Skigebiete, betont der Seilbahn Verband. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern könne auch heute noch für weniger als hundert Franken einen Tag Ski oder Snowboard fahren.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von A. Planta, Chur
    Das Skifahren entwickelt sich immer mehr zu einer Sportart für Begüterte. Das ist vor allem in Graubünden erkennbar, wo Kurorte für Snobs (z. B St. Moritz) florieren während kleinere Destinationen Mühe bekunden um finanziell über die Runden zu kommen. Dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet wird auch ein Grund für diese Entwicklung sein.
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  • Kommentar von A Schweigler, Truttikon
    Und was noch zu sagen ist unter 100 Fr. Da hats nur selten Schnee.
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  • Kommentar von Armin Schweigler, Truttikon
    Als Familie mit 2 Kindern bin ich froh wenn ich die Krankenkasse noch bezahlen kann da bleibt nur wenig für einen Skytag. MIt Tageskarte und mal was trinken und so kommt ein Tag locker auf 400 - 500 Fr mir der Anreise. Da ist der Tag im Hallenbad doch noch erschwinglicher. Die Schweiz ist hald nicht wirklich Familienfreundlich.
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