Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Bald ist fertig mit Besteigen des Uluru abspielen. Laufzeit 02:52 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 16.07.2019.
Inhalt

Ansturm auf den Uluru Jeder will nochmal auf den heiligen Berg

Ab November darf der Uluru nicht mehr bestiegen werden. Die Diskussion um das Verbot löst einen Shitstorm aus.

Ansturm auf den Uluru: Wenige Monate vor der Schliessung des Uluru – bei den weissen Australiern hiess er früher Ayers Rock – wandern und klettern täglich tausende Menschen auf den Felsen im australischen Outback. Denn Ende Oktober ist fertig mit dem Besteigen des 348 Meter hohen Felsens. Das haben die lokalen Aborigines nach jahrelangem Streit vor zwei Jahren durchsetzen können. Für sie ist der weltberühmte Berg heilig – es ist quasi ein Sakrileg, wenn Touristen darauf herumtrampeln. Für die Ureinwohner besonders schlimm ist, wenn Menschen auf dem Berg sterben – was bislang mindestens 35 Mal der Fall war.

Ansturm auf den Uluru wie auf den Mount Everest

Diskussion um Schliessung: Das bald in Kraft tretende Besteigungsverbot sorgt für Diskussionen in Australien. So argumentieren rechte Politiker, der Uluru sei eine Touristenattraktion und deshalb würden doch auch die lokalen Aborigines von den vielen Besuchern profitieren. Ausserdem sei viel Geld in die touristische Entwicklung des Gebiets gesteckt worden, das 340 Kilometer südwestlich von Alice Springs liegt. Die rechtspopulistische Politikerin Pauline Hanson zog den Vergleich, es wäre dasselbe, wie wenn man den berühmten australischen Strand Bondi Beach schliessen würde, nur weil dort jemand ertrunken sei.

Shitstorm im Netz: Mit ihrer Aussage löste Hanson geharnischte Reaktionen in den sozialen Medien aus. So erregte allein die Tatsache, dass ausgerechnet Hanson zu einem solchen Anliegen befragt wurde, für grossen Unmut. Sie gilt in Fragen der Ureinwohner als beinhart. Wie üblich bei Shitstorms geizten die User nicht mit ironischen und verulkenden Mitteilungen über Hanson und ihre Aussage.

Rechte Politikerin Hanson im Shitstorm

Traurige Ureinwohner: Auch Aborigines beteiligen sich an der Diskussion um das Besteigungsverbot des Uluru – denn es geht bei dem Thema grundsätzlich um die Art und Weise, wie die weissen Australier mit den Ureinwohnern und deren Heiligtümern umgehen. Eine Fernsehmoderatorin, die selber eine Aborigine ist, sagte, es gehe darum, dass die Ureinwohner mitbestimmen könnten, was auf ihrem Land passiert. Ausserdem bedeute es für die Aborigines besonderen Schmerz, wenn auf dem Uluru jemandem etwas passiere – dann würden ihre Vorfahren dafür trauern.

Uluru oder Ayers Rock

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
Uluru oder Ayers Rock

Der in der Morgensonne rot leuchtende Uluru liegt im australischen Northen Territory. Nach Alice Springs, das mitten im Fünften Kontinent liegt, sind es 380 Strassenkilometer. Der Uluru ist den lokalen Ureinwohnern, den Anangu-Aborigines, heilig. Vor zwei Jahren gab die Verwaltung des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks ihrem seit Jahren vorgetragenen Begehren nach und verbot die Besteigung des Uluru ab November 2019. Der Berg gehört zu den 34 Orten der Welt, welche die Unesco als Weltkulturerbe definiert hat.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    Wir waren kürzlich dort und sehr begeistert von der Natur und der Kultur: Denn die "Wüste", die uns als wilde Natur erscheint, wurde von den Ureinwohnern eigentlich Jahrtausende lang kultiviert. Auf den Uluru zu klettern ist für sie so, als wenn jemand auf den Altar des Petersdoms klettern würde, weil man von dort ja eine bessere Aussicht hat - und weil es "da oben" keine Toiletten gibt, wird dort sogar "die Notdurft verrichtet". Auch als Atheist bin ich dafür, solche Orte zu respektieren!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von hans schwarz  (ks)
    Ich finde, niemand hat das Recht, ein Naturbild als Heiligtum zu bezeichnen und damit den Zutritt zu verhindern. Das ändert nichts an der Tatsache, dass den Ureinwohnern (wo auch immer, wie praktisch überall) Unrecht geschah.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Meier  (Eme)
      Es gibt Orte auf der Welt (Ubirr, Uluru, Olgas,..) die haben eine unglaubliche Ausstrahlung auch wenn man nicht beso religiös ist.
      Die Aboriginal leben seit 50000 Jahren an diesen Orten, verehren und schützen sie. Sie haben sehr wohl das Recht ihre Kulturstätten zu schützen, auch wenn die Weissen ihnen das Land geraubt haben
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Weisse Fremde , übernahmen Australien von den Aboriginals, jagten und verjagten die Ureinwohner skrupellos! Eine traurige, blutige, beschämende Geschichte/Bilanz! Bei der skrupellosen Vermarktung des "Uluru", geht es einzig und allein um "Profitgier"! Der "Uluru" war/ist ein wichtger Berg für die Aboriginals, weshalb er diskussionlos, endlich abgetreten werden muss! Für den Tourismus bleibt immer noch genug von Australien!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen