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Apple WWDC Apple will den Lautsprecher neu erfinden

Neben Banalem zeigte die Apple-Crew an der Entwickler-Konferenz in San Jose, was iPhone und iPad schon bald punkto virtueller Realität leisten können. Die interessanteste Neuerung gab es zum Schluss: Wie erwartet zeigte CEO Tim Cook einen neuartigen Lautsprecher mit persönlichem Assistenten.

Weisser Lautsprecher HomePod auf einen Tisch.
Legende: HomePod: Der Lautsprecher mit Assistentin Siri kommt Ende Jahr für 349 Dollar in den USA, UK und Australien in die Läden. Apple

Darüber wurde an der WWDC gesprochen:

  • ein neues iPad Pro mit 10.5 Zoll Bildschirm
  • den iMac Pro, den leistungsfähigsten Mac bis dato (max.18-core Xeon CPU, 128 GB RAM)
  • neue iMacs für den Desktop und MacBook-Laptops
  • Augmented Reality: Apple ist überzeugt, dass auf mobilen Geräten künstliche erzeugte Welten eine wichtige Rolle bei Arbeit und Unterhaltung spielen werden. Die nächste Version der Betriebssysteme (iOS 11, Mac OS HighSierra) sind dafür ausgelegt, ebenso die Hardware.

Lautsprecher verspricht neue Klangqualität

Ganz zum Schluss der zweistündigen Präsentation liess Tim Cook mit der Einleitung «We've got one last thing» in Anspielung auf Steve Jobs («There is one more thing») die Katze aus dem Sack: HomePod heisst Apples neustes Gadget. Damit will der IT-Gigant aus Cupertino den Lautsprecher neu erfinden und verspricht einmaligen Musikgenuss.

Das klingt nach einem ehrgeizigen Ziel. Doch was Apple in San Jose zeigte, sieht tatsächlich vielversprechend aus: Der neue HomePod ist ca. 18 cm hoch und ähnelt im Design stark dem zylinderförmigen Mac Pro aus dem Jahre 2013. Im eleganten Gehäuse sind sieben Lautsprecher und sechs Mikrofone eingebaut. Dazu kommt mit dem A8-Chip ein leistungsstarker Computer. Damit soll sich der Klang im Raum gezielt steuern lassen.

Raffinierte Soundeffekte

Die Lautsprecher senden Klangwellen aus, die an den Wänden reflektiert und dann von den Mikrofonen wieder aufgenommen werden. Der eingebaute Computer analysiert laufend das Klangbild und korrigiert die Verzerrungen. Das neue Gerät kann zudem gezielt räumliche Soundeffekte hervorrufen. Möglich ist das dank der vielen Lautsprecher und der hohen Rechnerleistung.

Da der HomePod über keinen Bildschirm verfügt, erfolgt die Steuerung ausschliesslich über die persönliche Assistentin Siri. Über die zahlreichen Mikrofone kann das Gerät irgendwo im Raum gesprochene Befehle entgegennehmen und dann darauf reagieren – etwa ein bestimmtes Musikstück aus dem Apple iTunes Store abspielen.

Musik verkaufen

Damit tritt Apple in direkte Konkurrenz zu Amazon und Google, die beide seit Längerem ganz ähnliche Produkte anbieten (Amazon Alexa, Google Home). Dabei steht nicht der Gewinn aus der Hardware im Vordergrund, wie Bloomberg über Amazon Alexa , Link öffnet in einem neuen Fensterschreibt. Der Assistent ist vielmehr das Tor zu verschiedenen kostenpflichtigen Diensten wie etwa Musik-Streaming.

Apple verfolgt ähnliche Ziele. Das neue Gerät passt zum Strategiewandel, den Tim Cook Ende 2016 unterstrichen hat: Der traditionelle Hardware-Anbieter will mehr Geld mit seinen Diensten wie dem App Store oder iTunes verdienen.

Den HomePod kann man Ende Jahr für 349 Dollar kaufen, vorerst in den USA, Grossbritannien und Australien. Im nächsten Jahr soll das Gerät auf der ganzen Welt verfügbar sein.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Steffen (ms_1)
    Der HomePod (= "smarte" Wanze) ist vernetzt und kommuniziert fleissig mit Apples Servern! Vertrauliche Gespräche (auch über Dritte) in Wohnungen/Häusern sind so nicht mehr möglich, und auch Besucher werden automatisch ausspioniert/verwanzt: Das ist absolut inakzeptabel! Apples Anonymisierungs-Beteuerungen sind lediglich Beruhigungspillen! Im Interesse der Selbstbestimmung und einer freiheitlichen Gesellschaft sind solche Produkte zu verbieten - basta!
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    1. Antwort von Marina Gschwind Grieder (mgschwindgrieder)
      Wie steht es mit ABSTELLEN, wenn vertrauliche Gespräche in dem Raum stattfinden??
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    2. Antwort von Martin Steffen (ms_1)
      @ Marina Gschwind: Ich als Gast will nicht, dass vertrauliche und auch ganz normale PRIVATE Gespräche ausspioniert werden - das IoT vernetzt und verwanzt aber schon bald die ganze Wohnung ("Smart Home")! Batteriegestützte Geräte spionieren munter weiter, auch wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind (Standby ist ein weiteres Problem)! Deshalb können nur Verbote helfen - oder wir werden alle gläsern/total überwacht/totalitär versklavt. Freiheit oder "smarte" ICT, das ist heutzutage die Frage!
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  • Kommentar von Michael Deforné (Michael Deforné)
    7 lautsprecher und 6 mikrophone, dazunur 18 cm groß und superklang ? wer das unhinterfragt publiziert, sollte seine journalistische facheignung anzweifeln oder man macht gratis werbung für apple im service publique. ich rate ihm/ ihr zum besuch bei 7 audio fachhändlern, wo man sich 6 gute vorführungen reinzieht und dann mal 1 vernünftigen beitrag zu musikalischer musikwiedergabe verfasst. damit kann man verhindern, dass viele leute 349 dollar unhinterfragt ausgeben
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    1. Antwort von Roman Schenk (roman.austin@gmail.com)
      Wo liegt das Problem. Die Fakten im Artikel sind absolut korrekt, von "Superklang" steht dort hingegen nichts. Liegt ihre kritische Haltung am Hersteller des neuen Geräts? Nun, dafür gäbe es zahlreiche sachliche Gründe, dass sie gestern ein neues Gadget angepriesen haben, ist keiner davon. Auch dann nicht, wenn Sie damit ein Problem haben, dass Ihre Freunde damit ihren Wohlstand präsentieren werden.
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    2. Antwort von Michael Deforné (Michael Deforné)
      @roman schenk ..einmaliger musikgenuss verspricht umgangssprachlich sehr wohl einen extrem guten klang ...
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    3. Antwort von Michael Stalder (mstalder)
      Einfach ruhig durchatmen wenn Apple was neues vorstellt. Ich denke nicht dass es als Konkurrenz zu einer super THX Anlage vorgesehen ist, sondern eher für Kunden die kein Platz für einen Riesenwoofer & co haben. Dass kleine Lautsprecher in den letzten Jahren unglaubliche Vortschritte gemacht haben, ist Ihnen sicher auch nicht entgangen. Wer zudem vom sprechenden Computer à la StarTrek träumt wird gut bedient sein,
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    4. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Wer sich etwas mit Raumakustik auskennt wird verstehen, dass auch die besten Hifi Lautsprecher nur so git klingen, wie es die Raumakustik zulässt. Jedes Studio, Konzerthalle etc. wird genau nach dem selben Prinzip wie bei diesem Lautsprecher ausgemessen und angepasst (akustisch entzerrt). Kann das der Lautsprecher sogar in Echtzeit, wird es je nach Musikstück (Frequenzgang) neu justiert und das klingt zumindest interessant.
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