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Panorama Aufschrei der Frauen: Trumps Einstellung ist #notokay

Eine kanadische Bloggerin hat Frauen aufgerufen, ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen zu teilen. Unter dem Hashtag #notokay berichten Frauen aus aller Welt nun von ihren Erlebnissen. Die Bloggerin will erreichen, dass sexualisierte Gewalt nicht länger toleriert oder totgeschwiegen wird.

Die kanadische Autorin Kelly Oxford
Legende: Startete #notokay: Die kanadische Autorin Kelly Oxford Reuters

Die frauenfeindlichen Äusserungen des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump haben im Internet eine Debatte über sexuelle Übergriffe in Bewegung gesetzt. Unter dem Hashtag #notokay («Nicht in Ordnung») berichten Frauen auf Twitter, wie sie Opfer sexueller Übergriffe geworden sind.

50 Antworten pro Minute

Hinter dem Hashtag #notokay steckt die kanadische Bloggerin Kelly Oxford. Sie selbst berichtet von insgesamt fünf sexuellen Übergriffen, die sie erlebt hat. Den ersten im Alter von 12 Jahren, als ein alter Mann ihr im Stadtbus zwischen die Beine gegriffen und sie dabei angegrinst habe.

Die Flut der Reaktionen sei überwältigend gewesen, twitterte Oxford später. Sie bekomme pro Minute 50 Antworten.

Sie habe Frauen erreichen und ihnen sagen wollen, dass es nicht in Ordnung sei, wenn Männer sich ihnen gegenüber so verhalten, wie es offenbar nicht nur für Trump völlig normal zu sein scheint, schrieb Oxford in einer E-Mail an den US-Sender NBC. Viele der Tweets laufen unter #notokay. Das zeige, dass Frauen nicht mehr bereit seien, den Missbrauch zu erdulden.

Junge Mädchen, autoritäre Männer

So berichtet beispielsweise eine Frau: «Unser Hausarzt rieb sich an mir, befummelte mich und sagte, er würde mich bloss untersuchen. Ich war bei ihm wegen einem verletzten Fuss. Ich war 13 und allein.» Eine andere erzählt, ein Mann habe ihr an einer öffentlichen Bushaltestelle an die Brust gefasst. Sie sei 14 gewesen.

Eine andere Frau schildert diese Kindheitserinnerung: «Mein Nachbar ‹wog› mein Gewicht, indem er mich im Schritt genommen und hochgehoben hat. Ich war acht.»

Eine weitere erinnert sich, dass ihr in der Schule beim Sporttag ein Junge an den Hintern gelangt habe. Die anderen Schüler hätten dabei gelacht.

Hintergrund des Aufrufs ist ein Video, indem der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump vulgär über Frauen spricht. In dem Skandalvideo ist zu hören, wie der damals bereits mit Melania verheiratete Trump in drastischen Worten seinen erfolglosen Versuch beschreibt, eine andere verheiratete Frau zu verführen.

Der Immobilienmogul fährt dann fort, dass er sich «automatisch» zu schönen Frauen hingezogen fühle. «Ich fange einfach an, sie zu küssen (...). Ich warte nicht einmal. Und wenn du ein Star bist, dann lassen sie es zu. Du kannst alles machen.» Er könne sogar Frauen zwischen die Beine grapschen (und sie liessen es geschehen).

Tweets zu #notokay

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Wie dieser Aufruf noch so gut gemeint ist, nimmt es der Trump-Affäre doch den Seltenheitswert. Das Thema ist wichtig und gewichtig, doch das Timing finde ich unglücklich. Und meine Frage, warum dieses im Telefonat erwähnte "hot thing" so extrem unseriös angekleidet war, bleibt immer noch. Sorry, aber ich kann es nur als dumm bezeichnen, dass sich Frauen auf ihr Selbstbestimmungsrecht berufen, wenn sie sich in Anwesenheit eines Supermachos auf ein Stück Fleisch degradieren...
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Trump hätte sich an Silvester in Köln wohl gefühlt. Er lebt in einer vergangenen sozialen Zeit, da ihm bisher niemand Grenzen setzte. Er gehört zur Klasse der Leute, die sich fast alles erlauben und noch Stolz darauf sind. Prahlerei um jeden Preis ist ihm ein Bedürfnis.
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  • Kommentar von Hans Hämmerli (Hans Hämmerli)
    Komisch. In den Kommentarspalten auf dieser Internetseite sind alle Superfans von ihm. Haben anscheinend nichts gegen Frauenfeindlichkeit ausser natürlich es sind Migranten. Das versteht sich von selbst.
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    1. Antwort von Ramon Lang (Zarathusta)
      Niemand ist ein Superfan von Trump, manche Leute finden Trump einfach besser als Hillary und da kann man nicht gross argumentieren. Es ist eine wahl zwischen Leid und Elend für die Amerikaner und beide Kandidaten haben Dinge gesagt und getan, welche sie eigentlich disqualifizieren sollten. Und was der Herr Trump gesagt hat war vulgär und angeberisch, aber nicht Frauenfeindlich.
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