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Panorama Australischer Nager wegen Klimawandel ausgestorben

Beim Great Barrier Reef denkt man an bunte Fische und Korallen. Doch auf einer kleinen Insel, die im Nordosten des Riffs liegt, lebte bis vor kurzem auch ein Säugetier, die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte. Nun gibt es sie nicht mehr.

Nordöstlich vor Australien liegt die Bramble Cay, eine kleine Sandinsel mit einem Leuchtturm. Schildkröten und Meeresvögel brüten auf dem Eiland – und bis vor kurzem war Bramble Cay auch der Wohnort der so genannten Bramble-Cay-Mosaikschwanzratten (Melomys rubicola), einer knapp handtellergrossen Rattenart, die weltweit vermutlich nur gerade auf dieser Insel vorkam.

Nun erklären australische Forscher die Ratte für ausgestorben. Dies, nachdem sie eine gross angelegte Suchaktion durchgeführt haben. Sechs Tage und Nächte lang durchstreiften die Forscher die Insel, sie stellten Fallen und Kameras auf. Doch von den Ratten fehlte buchstäblich jede Spur.

Wurde sie von starken Wellen mitgerissen?

Kein Pfotenabdruck im Sand, nicht einmal ein Skelett fiel den Forschern in die Hände, geschweige denn ein lebendes Exemplar. Und für einmal sind nicht Australiens verwilderte Katzen schuld, die sich ansonsten gerne durch die heimische Fauna fressen. Die Ursache für das Verschwinden der Ratten machen die Forscher beim Klimawandel fest.

Die Zunahme von extremen Wetterereignissen habe den Nagern den Garaus gemacht, vermuten die Forscher der Universität von Queensland. In letzter Zeit seien mehr und stärkere Stürme in der Region vorgekommen. Und damit sei die Insel vermutlich häufig überflutet worden.

Das habe dazu geführt, dass die Pflanzenbedeckung innerhalb der letzten zehn Jahre drastisch zusammengeschrumpft sei. Die Ratten fanden also immer weniger Nahrung und Schutz. Möglicherweise seien die Tiere auch von besonders heftigen Wellen, die über die Insel rollten, weggespült worden.

Eine von sechs Arten wegen Klima gefährdet

Das Verschwinden der Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte kommt für Experten nicht überraschend. Schon lange galten die Nager als besonders gefährdet – wie andere Arten auch, die nur auf Inseln vorkommen.

Die Klimaerwärmung ist eine von vielen Ursachen, die zum Aussterben von Tieren führen können. Doch sie ist ein kräftiger Treiber: Die steigenden Temperaturen könnten eine von sechs Tier- und Pflanzenarten in Zukunft auslöschen, vermuten Forscher.

Die unscheinbare Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte ist also vermutlich die Vorreiterin eines Trends, auch wenn die Ratte kaum so viele Emotionen hervorrufen wird wie Bilder von hungrigen Eisbären in Mitten von schmelzendem Arktiseis.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Meier (Cello)
    Im Moment findet ein Massenartensterben statt, es waren fünf bis jetzt, erdgeschichtlich. Dies ist das erste Massenartensterben das vom Mensch verursacht wird. Das ist weit dramatischer als z.B. jede Flüchtlingskrise. Wir sind kurz davor gegen die Wand zu knallen und streiten uns im Auto über Nebensächlichkeiten, bildlich gesprochen.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      M. Meier, habe schon vor etwa 10-15 Jahren gelesen, dass jedes Jahr weltweit um die 10'000 Arten in Fauna und Flora aussterben. Und selber merke ich es auch seit Jz bei meiner Arbeit für den Artenschutz. Jedes Jahr erscheint aus diversen Gründen irgendeine Art nicht mehr, was einem zuweilen die Motivation verschlägt. Von wegen Artenschutzartikeln in unsrer BV, man kann sie getrost kompostieren oder eingebettet in der Präambel zu Grabe tragen!
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