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Besonderes Himmelsspektakel Das war die Jahrhundert-Mondfinsternis

Legende: Video Die Jahrhundert-Mondfinsternis abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 27.07.2018.

Die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts zog viele Menschen in der Schweiz in ihren Bann. Zu sehen gab es nichts weniger als den «Blutmond», wie der in kupferrotes Licht getauchte Erdtrabant im Volksmund genannt wird. Und das nicht zu knapp: Ganze 103 Minuten tauchte der Mond in den Kernschatten der Erde ein – die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

Warum dauerte die Mondfinsternis so lange? Mit 103 Minuten ist die heutige Mondfinsternis besonders lang, wie Christoph Siegrist von SRF Meteo bestätigt. Für den Grund verweist er auf die sogenannten Kepplerschen Gesetze. «Wenn der Mond weit weg ist, bewegt er sich langsamer um uns herum, als wenn er nahe ist.» Der Mond habe seinen erdfernsten Punkt rund 15 Stunden vor der Finsternis. «Er ist dann wirklich weit weg und bewegt sich entsprechend langsam.» So dauere auch die Finsternis länger.

Warum ist der Blutmond rötlich? Das Sonnenlicht scheint durch die Erdatmosphäre auf den Mond. «In der Atmosphäre wird das ganze Licht weggestreut – ausser der rote Lichtanteil», erklärt Siegrist. Das rote Licht komme dann beim Mond an. Ähnlich verhalte es sich beim Sonnenuntergang, bei dem das Licht ebenfalls einen langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklege.

Beobachter in Luzern, Bern und Lausanne

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Am Quai in Luzern herrschte bereits vor Mondaufgang eine lockere Atmosphäre, wie Marc Eichenberger, Präsident der Astronomischen Gesellschaft Luzern, die Stimmung beschrieb. Mehrere Linsenteleskope wurden in Stellung gebracht. Es passe alles: das Ereignis falle auf einen Freitagabend, das Wetter sei warm, die Sicht gut.

Auf der Grossen Schanze in Bern fanden sich ebenfalls bereits vor Mondaufgang laufend mehr Menschen ein, wie der Keystone-SDA-Fotograf vor Ort berichtete. Mehrere Stative von Fotografen wurden aufgestellt. Allerdings sei das Wetter nicht optimal, etwas dunstig und den Alpen entlang leicht bewölkt.

In Lausanne wurden mehrere Himmelsgucker enttäuscht, wie ein Fotograf berichtete. Das Phänomen war im Waadtländer Hauptort aufgrund von Wolken nicht gut sichtbar.

Was gibt es sonst noch zu sehen? Eine weitere Besonderheit war der Planet Mars. Er kam der Erde sehr nahe und direkt unterhalb des Mondes stehen. «Das kommt nicht oft vor», sagt Siegrist. Diese Konstellation gebe es nur etwa alle paar Tausend Jahre. Ausserdem sei der Mars sehr hell, weil er nahe sei. «In seinem Glanz wird er sogar noch heller als der Jupiter sein.»

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