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Bisher unbekannte Menschenart Der Homo sapiens hat einen neuen Cousin

  • Französische, philippinische und australische Forscher haben in einer Höhle auf den Philippinen Überreste einer bisher unbekannten Menschenart entdeckt.
  • Getauft wurde sie auf den Namen Homo luzonensis – benannt nach der Insel Luzon, auf der die besagte Höhle liegt.
  • Bereits im Jahr 2004 entdeckten Forscher auf den Philippinen mit dem Homo floresiensis eine neue Menschenart.
Legende: Video Aus dem Archiv: Die Urahnen des Menschen abspielen. Laufzeit 36:02 Minuten.
Aus Einstein vom 01.10.2015.

Der entdeckte Homo luzonensis sei kein direkter Vorfahre, sondern ein entfernter Verwandter des Menschen. So schreiben es die Forscher in ihrem Artikel für das Fachmagazin «Nature». Er habe vor rund 50'000 Jahren auf der philippinischen Insel Luzon gelebt. Die Entdeckung unterstützt die Theorie, wonach die menschliche Entwicklung nicht wie früher angenommen linear verlief.

Homo sapiens war nicht der einzige Migrant

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass der Homo erectus vor eineinhalb bis zwei Millionen Jahren aus Afrika auswanderte, während andere Menschengattungen auf dem Kontinent blieben und schliesslich ausstarben. Funde der vergangenen Jahre haben diese Theorie jedoch widerlegt.

Schädel Homo sapiens
Legende: Letzter seiner Art: Der Homo sapiens hat alle anderen Menschenarten überdauert. Hier ein 28'000 Jahre alter Menschenschädel, der in der Dordogne in Frankreich gefunden wurde. Keystone

Die Entdeckung des Homo luzonensis liefere zusätzliche Hinweise darauf, dass der Homo erectus nicht die einzige menschliche Spezies war, die aus Afrika auswanderte, so die Forscher in ihrem Artikel. Laut den Forschern lebte der Homo luzonensis zur gleichen Zeit wie der Homo sapiens und weitere Menschenarten. Es gebe jedoch keine Hinweise, dass er je auf eine andere Meschenspezies getroffen ist.

Knochen und Zähne lieferten Beweis

Gefunden wurden die Überreste der Menschenart in der Callao-Höhle. Bereits im Jahr 2007 war dort ein 67'000 Jahre alter Knochen entdeckt worden. Doch zunächst war nicht klar, welcher Spezies der Knochen zuzuordnen war.

Insel Luzon
Legende: SRF

Nun entdeckten die Forscher sieben Zähne und fünf verschiedene Knochen von mindestens drei Individuen, die zwischen 50'000 und 67'000 Jahre alt sind. «Uns fiel sofort ihre ungewöhnliche Charakteristik auf», sagte Florent Detroit, einer der Leiter der Studie. Vergleiche und Analysen hätten dann bestätigt, dass es sich um eine völlig neue Gattung aus dem Stammbaum der Menschen handle.

Ein geübter Kletterer

Seine Finger- und Zehenknochen seien zudem stark gekrümmt gewesen. Den Forschern zufolge ist das ein Hinweis darauf, dass er viel kletterte. Dies taten vor allem Arten, die deutlich früher als der Homo luzonensis lebten. Die Anthropologen glauben aber nicht, dass er in Bäumen lebte. Sie gehen davon aus, dass er aufrecht ging und Steinwerkzeuge verwendete.

Knochen mit Massstab
Legende: Der gekrümmte Fussknochen des Homo luzonensis ist ein Hinweis darauf, dass er viel kletterte. Callao Cave Archaeology Project

Wie der Homo luzonensis auf die Insel gelangte, ist unklar. Dafür hätte er Forschern zufolge eine «erhebliche Strecke» auf dem Meer zurücklegen müssen. Auch wer seine Vorfahren waren, muss noch erforscht werden. Versuche, den Knochen DNA zu entnehmen, misslangen bisher.

Erst der Anfang

2004 waren auf der indonesischen Insel Flores die Knochen des Homo floresiensis ausgegraben worden – wegen seiner Grösse später «Hobbit» genannt. Forscher gehen davon aus, dass die «Hobbits» auf Flores vom Rest der Welt abgeschnitten waren und eine tausende von Jahren währende Schrumpfung durchlebten. Auch der neu entdeckte Homo luzonensis war mit rund 120 Zentimetern sehr klein.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese beiden Funde erst der Anfang sind. Sie würden beweisen, wie wenig wir noch über die menschliche Evolution wissen – vor allem in Asien. In Zukunft dürften wahrscheinlich noch weitere Arten auftauchen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Ivan Mathis  (Platon)
    Wenn man den Wissenschaftler Glauben schenkt war der Neandertaler mit seinem Gehirnvolumen von bis zu 1750 Kubikzentimeter einiges intelligenter, als der Homo sapiens mit seinem Gehirnvolumen von bloss bis zu 1280 Kubikzentimeter. Dafür soll scheinbar (damals) der Homo sapiens eine höher entwickelte Sozialkompetenz, als der Neandertaler gehabt haben, und sei deshalb nicht ausgestorben :-) Anderseits ist es erwiesen, dass viele heutige Nordeuropäer ein paar Gen-Prozente vom Neandertaler haben.
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  • Kommentar von David Stern  (Adelo)
    Vor kurzem wurden an der UniBasel in Zusammenarbeit mit Universität in Newyork nach den bahnbrechenden genetischer Untersuchung von 100‘000 Tieren und Menschen wieder bewiesen, dass jeder heute lebende Mensch und 90% der Tiere von jeweils nur einem einzigen Paar abstammen und das alle Tiere und Menschen rund 100‘000 Jahre alt sind. usw. Prof. Mark Young Stoeckle (Roeckefeller Uni. New York) und Prof. David S. Thaler (Center for Life Sciences Uni. Basel) Wissenschaftsmagazin „human Evolution“
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    1. Antwort von David Stern  (Adelo)
      Ist typisch für das Niveau der Ablehner meines Kommentars, sich nicht mit der Studie befassen und nichts lesen, aber ablehnen. :-)
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    2. Antwort von Andreas Meier  (Epikur)
      Ihnen ist schon klar, dass das genetisch nicht möglich ist oder? Geradezu lachhaft, sorry. Sagt ihnen der Begriff Inzucht etwas? Die Menschheit stammt neusten genealogischen Forschungen gemäss von ungefähr 7 Frauen ab, deren Nachkommen vor rund 200`000 Jahren aus Afrika über den nahen Osten, Anatolien und den Balkan nach Europa und Asien vorgestossen sind. Den Mumpiz den sie hier verazapfen glaubt ihnen nicht mal ein Grundschüler. Adam und Eva hätten alleine gar nichts bevölkert. Wegen Inzucht.
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Der sieht ja aus wie Gollum. ;-)
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