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Immer wieder werben Bitcoin-Betrüger auf Newsportalen
Aus Espresso vom 19.03.2021.
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Bitcoin-Betrug So landet betrügerische Werbung auf News-Seiten

Immer wieder sind Bitcoin-Betrüger mit Online-Werbung auf News-Seiten erfolgreich. Sie zu stoppen ist kaum möglich.

«Es stört mich, dass auf einer seriösen Internetseite wie Bluewin Werbung von Bitcoin-Betrügern zu sehen ist», schreibt ein «Espresso»-Hörer in einem E-Mail an die Redaktion. Er findet, dass sich eine Tochtergesellschaft der Swisscom darum bemühen müsste, dass auf ihren Onlineseiten nur seriöse Werbung aufgeschaltet wird. «Solchen Bitcoin-Betrügern darf keine Plattform geboten werden.»

Doch die Sache mit der Online-Werbung sei kompliziert und mache es Betrügern einfach, sagt Sven Ruoss, Dozent an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ): «Bei der Onlinewerbung auf News-Portalen gibt es einerseits die Premium-Werbung. Diese wird vom internen Verkaufsteam an Werbekunden verkauft. Weniger attraktive Werbeflächen wird an sogenannte Werbenetzwerke verkauft.» Dabei habe das News-Portal keinen Einfluss, was dort für Werbung gezeigt werde.

Rechtmässigkeit der Werbung wird nur maschinell überprüft

Das Google-Display-Netzwerk ist eines der bekanntesten Werbenetzwerke. Um dort eine Werbung zu schalten, brauche man nur ein Nutzerkonto und eine Kreditkarte. Werbung könne man schon für 50 Franken schalten, sagt Ruoss. Diese Werbung erscheint dann auf verschiedenen Internetseiten, dabei auch bekannte Seiten wie eben Bluewin. Zwar würden auch die Werbenetzwerke die Werbung überprüfen, allerdings meist nur maschinell. «Das funktioniert bei sexistischer Werbung oder solcher für verbotene Produkte sehr gut, bei Bitcoin-Betrug jedoch nicht», sagt Ruoss. Eine manuelle Überprüfung lohne sich kaum.

Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» will auch von der Swisscom wissen, warum auf Bluewin Werbung für Bitcoin-Gauner zu sehen war und wie die Qualität der geschalteten Werbung überprüft wird. Zuständig für die Vermarktung ist Ringier Advertising. Mediensprecher Gerrit Holz schreibt, dass der Grossteil der Werbung von ihnen kontrolliert und geschaltet werde. Aber: «Eine geringfügige Menge an Werbung wird über Werbenetzwerkpartner automatisiert platziert. Trotz mehrerer Sicherheitsstufen im Genehmigungsprozess, kann es in 0,5 Prozent der Fälle passieren, dass sich die angezeigte Werbung als betrügerisch herausstellt. Wir haben mit den Werbenetzwerkpartner einen Prozess definiert, um die betrügerischen Inhalte so schnell wie möglich zu entfernen.» Der Grossteil der geschalteten Werbung werde manuell kontrolliert. Alles zu kontrollieren, ist aber offenbar nicht möglich.

Betrügerische Werbung kann man melden

Immerhin gibt es für Internet-Nutzer eine Möglichkeit, solche Werbung zu melden. Dazu muss man auf das kleine «i» bei der Werbung klicken und dem Werbenetzwerk die Werbung melden. «Wenn das genug Userinnen und User machen, wird die Werbung gesperrt.» Das hindert die Betrüger aber nicht daran, an einem anderen Ort ein neues Nutzerkonto zu eröffnen.

Espresso, 19.03.2021,08:13 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Vogt  (stoeffu3074)
    Diese Art "Werbung" bringt auch seriösere Werbekunden in Verruf. Gerade Bluewin hat unzählige sonderbare Werbe-Lieferanten. Das macht die Seite auch langsam und mühsam zu lesen, weil sie oft neu lädt.

    Und Facebook ist das typische Beispiel für Fakewerbung; da kann jeder seine "Inserate" gleich selbst erfassen.

    Gehe mal davon aus, dass sich diese Art von Geschäftsmodell selber schadet und überlebt.
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Keine Sorge, das Thema Werbung -ob betrügerisch oder einfach nur nervend- wird sich die nächsten 5 Jahre erledigen, nachdem die Browser keine 3rd party cookies mehr unterstützen. Dann wird die Werbewirtschaft dezimiert wie die Fliegen an der Sonne und ehrliche Inhalte werden wieder etwas kosten, während der werbefinanzierte Dreck mitsamt unseriösen Angeboten dahin geht, wo der Pfeffer wächst.