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Legende: Video Stromausfall legt weite Teile Südamerikas lahm abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.06.2019.
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Blackout in Südamerika Der Strom fliesst wieder

  • Nach einem massiven Stromausfall waren in Argentinien und Uruguay die Lichter ausgegangen. Die beiden Nachbarländer haben zusammen rund 48 Millionen Einwohner.
  • Inzwischen ist in Argentinien die Stromversorgung allerdings zu 98 Prozent wiederhergestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Telam meldet.
  • Auch in Uruguay hätten fast alle Menschen wieder Strom.

Wie argentinische Medien berichten, waren auch der Süden Brasiliens und mehrere Städte in Chile betroffen. Laut BBC gab es ausserdem in Paraguay Stromausfälle. Argentiniens Stromversorger Edesur schrieb auf Twitter, es handle sich um einen Ausfall des elektrischen Verbindungssystems.

Edesur teilte auf Twitter mit, ganz Argentinien und Uruguay seien ohne Strom. Ob der Ausfall wirklich flächendeckend war, ist jedoch unklar. Die argentinische Zeitung «La Nación» berichtete von Ausfällen in der Hauptstadt Buenos Aires und in verschiedenen Provinzen des Landes.

Die argentinische Tageszeitung «Clarín» berichtete, Züge seien abrupt gestoppt worden, auch die Metro funktionierte nicht.

Auf Twitter begannen Videos und Bilder vom Blackout zu zirkulieren. Ein Reporter von Radio Cadena 3 Argentina hat ein Video aufgenommen, das zeigt, wie einige Unternehmen mit eigenem Generator noch Licht hatten, aber Tankstellen und Ampeln nicht funktionierten.

Uruguay ebenfalls betroffen

Der Anbieter UTE aus Uruguay erklärte, das Problem sei um 07.06 Uhr (12.06 Uhr MESZ) im argentinischen Netz aufgetreten und habe «im ganzen Staatsgebiet» sowie in einer Reihe von Provinzen des Nachbarlandes einen Stromausfall verursacht.

Argentinien und Uruguay teilen sich ein Stromnetz, das vom gemeinschaftlich betriebenen Staudamm Salto Grande ausgeht. Dieser befindet sich rund 450 Kilometer nördlich von Buenos Aires und rund 500 Kilometer nördlich von Uruguays Hauptstadt Montevideo.

Normalisierung dauert Stunden

Das argentinische Energieministerium teilte mit, dass die Behörden die genauen Ursachen des Ausfalls untersuchten. Es dauerte Stunden, bis überall in weiten Teilen des Landes wieder Strom floss.

SRF-Korrespondent Ulrich Achermann zu den Ursachen

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24 Stunden nach der Panne lässt sich noch immer nicht präzisieren, was genau zum Stromausfall geführt hat. Nur soviel ist bekannt: In einem bestimmten Abschnitt des argentinischen Hochspannungsnetzes ist es Sonntagfrüh zu Problemen gekommen. Das ist laut Experten jedoch nichts aussergewöhnliches.

Normalerweise werden solche Abschnitte automatisch isoliert und das Stromnetz selbst gewährleistet die Weiterversorgung, indem es blitzartig Reserven aktiviert und verteilt. Bei der Panne vom Sonntag sei es offenbar zu einem Fehler im vollautomatischen Sicherheitsmanagment gekommen, räumte ein argentinischer Regierungssprecher im Fernsehen ein.

Statt die Panne in dem bestimmten Streckenabschnitt zu isolieren und zu überbrücken, setzten die Ueberwachungs-Computer das gesamte Netz ausser Betrieb, innerhalb von Millisekunden.

Ähnlich wie in Europa gibt es auch in Südamerika einen Stromverbund über die Landesgrenzen hinweg. Argentinien betreibt mit seinen Nachbarn Paraguay und Uruguay gemeinsame Flusskraftwerke. Die Argentinier versorgen zudem Teile von Nordchile mit elektrischer Energie. Das hat dazu geführt, dass der Blackout von gestern einer der grössten je dagewesenen sein dürfte: 50 Millionen Menschen waren betroffen.

Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt jetzt der Winter, in den betroffenen Ländern wird viel mit Strom geheizt. Argentinien, wo im Herbst Präsidentschaftswahlen stattfinden, leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Infrastruktur gilt als marode.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Der Fehler ist gemäss Agenturmeldungen an der Hauptschnittstelle zwischen Argentinien und Uruguay "ohne Einwirkung menschlicher Aktivitäten" aufgetreten. And der Stelle sind die Installationen sicher nicht marode, sonst gäbe es solche Monsterblackouts jeden Monat.
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    1. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Was mich faszinierte war die Tatsache, dass die Mobilnetze nicht ausgefallen sind. Nach einer halben Stunde Internetsuche fand ich endlich einen argentinischen Artikel, in dem stand, dass die Mobilfunksender eine Notstromversorgung haben (Akkus). Nicht gewusst. Und Gefahren der Vernetzung: Nur Feuerland blieb von der Panne verschont, weil es noch nicht ins argentinische Netz eingebunden ist.
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  • Kommentar von William Palmer  (Imabill)
    Oder wie die Hinweise vom Schmidli, eine Probegalopp für in Russland.
    Sehr gemeine Wirkung, wie man sieht.
    Apropo - kann nicht hier passieren - wie war das mit dem Netz aus Italien noch?
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  • Kommentar von Beat Leutwyler  (Beat Leutwyler)
    Ich empfehle jedem diesen Artikel in Tichys Einblick über Swissgrid und die Schönwetterkonstruktion der europäischen Stromversorgung zu lesen.

    Tichys Einblick: Swissgrid - 20. Mai 2019 - Alarmstufe rot!
    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/swissgrid-20-mai-2019-alarmstufe-rot/
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