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Panorama Buntspechte hacken sich in Häuser

Der Buntspecht meint es nicht unbedingt böse. Aber er meint, er habe es mit einem Baum, und nicht mit einem Haus zu tun. Hausbesitzer haben für die Löcher in ihren Hauswänden jedoch kein Verständnis.

Ein Buntspecht in seinem Baumloch.
Legende: Der Buntspecht entwickelt sich zum Ärgernis für Hausbesitzer. Reuters

60‘000 bis 70'000 brütende Paare von Buntspechten zählt die Vogelwarte Sempach. Der Bestand hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. Zugenommen haben auch die Klagen über diese Vögel – vor allem im urbanen Mittelland, an Orten mit vielen Bäumen. Zwischen 30 und 50 verärgerte Hausbesitzer melden sich jährlich bei der Vogelwarte – Tendenz steigend. Der Grund: Die Buntspechte haben Löcher in ihre Hauswände geschlagen.

Bei der Isolierung von Häusern wird heute die Wärmedämmung häufig aussen montiert, direkt unter einem dünnen Fassadeanstrich. «Sobald der Specht sich auf dieser Fassade niederlässt, merkt er, dass das eigenartig hohl klingt. Es wird ihn daran erinnern, wie es klingt, wenn er sich auf einem Baum mit einer faulen Stelle niederlässt», erklärt Hannes Hirschheydt von der Schweizer Vogelwarte Sempach. Der Buntspecht schlägt Löcher so gross wie Tennisbälle. Er benutzt sie zum Schlafen.

Verstopfen reicht nicht

Hirschheydt empfiehlt Hausbesitzern, ein solches Loch nicht nur zu flicken, sondern auch die Fassade abzudecken. «Verstopfte Löcher allein halten den Specht nicht ab. Es kann gut sein, dass er dann 50 Zentimeter daneben wieder mit einem Loch anfängt.» Am besten decke man die Hauskante von oben bis unten mit einer 20 Zentimeter breiten Metall- oder Plexiglasplatte ab, so die Empfehlung der Vogelwarte. Oder man könne über die ganze Fassade senkrechte Drähte spannen, damit der Specht gar nicht mehr auf der Fassade landen kann.

Stare und Meisen ziehen nach

Auch Ulrich Lachmuth, der eine Firma zur Schädlingsbekämpfung hat, kennt das Phänomen. «Wenn es passiert, ist es für die Betroffenen natürlich ärgerlich: Die Fassade ist kaputt, es macht einen fürchterlichen Lärm. Aber man weiss nicht genau, was die Spechte dazu verleitet es zu tun. Daher ist man dem mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.» Lachmuth geht davon aus, dass es in Zukunft noch mehr Spechtlöcher in Häusern geben wird. Denn, «es hat auch mit der Bausubstanz zu tun. Vor dem Aufkommen von Aussenisolierungen gab es das Phänomen nicht, weil Spechte sich nicht in Klinkerfassaden hacken. Das schaffen sie nicht.»

Übrigens: werden die Löcher des Spechts nicht geflickt, nisten sich im Frühling gerne Stare oder Meisen ein.
(aebn;hesa)

3 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bundey
    Das neue Waldgesetz führte dazu,dass durch fremde Unternehmen Altholz samt Specht-/Fledermäusenhöhlen nicht mehr verschont bleiben,lockende Riesenhaufen zur Falle werden.Schlimm genug doch schon der abermiofache Tod einheim.Tiere durch Scheibenmäher,zu früher Mahd,Glasscheiben,Str'verkehr,zerstörte Lebensräume uvam.Auf meine Bitte 12 an D.Leuthard,bei Planung,Überwachung+Nachkontrolle der Abholzung wieder Revierförster einzusetzen,die Wälder+nützl.Bäume kennen,erfolgte ein desinter.Standardbrief
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  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    Wen wundert`s? Ich kann gerade einen grossen Holzschlag vor der Tür beobachten – glaubt jemand, wann liesse auch nur einen "Spechtbaum" stehen? Verwerten kann man diese Bäume nicht, aber sie müssen auf den Boden. Ich dachte immer heutzutage würde etwas bewusster u. naturfreundlicher Geholzt... leider befinde ich mich mit dieser Meinung auf dem "Holzweg". Auch der Förster hätte solche Bäume beim Anzeichnen zum Schutz markieren können, hat er aber nicht. Der Specht ist im Recht!
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  • Kommentar von Eveline Kissling, Hägendorf
    Es ist doch immer wieder schön zu sehen oder zu lesen, wie sich die Natur oftmals Stück für Stück des verlorenen Lebensraum mit viel Iddeenreichtum zurückholt.
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