Chinas «Jadehase» erkundet den Mond

China hinterlässt seine ersten Spuren auf dem Mond: Mehr als drei Jahrzehnte nach der letzten Landung auf dem Erdtrabanten fährt wieder ein Mondrover durch den Mondstaub. Chinas technologischer Wandel wird kritisch beobachtet.

Der chinesische Rover auf der Mondoberfläche Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der sechsrädrige Rover klappte vor der Landung seine Sonnensegel aus. Nun ist er auf Erkundungstour. Keystone

Nach der ersten chinesischen Mondlandung ist der «Jadehase» (Yutu) genannte Mondrover aus dem Raumschiff «Chang'e 3» auf die Oberfläche des Mondes gerollt. Auf seiner Fahrt hinterliess er eine tiefe Spur im Mondstaub, wie im chinesischen Staatsfernsehen zu sehen war.

Insgesamt soll das Mondfahrzeug drei Monate lang die Oberfläche des Mondes erkunden. Das Landefahrzeug wird sogar ein Jahr lang stationär im Einsatz bleiben. Eine Rückkehr mit Gesteinsproben zur Erde ist erst für die nächsten Mondflüge bis 2017 geplant.

«  Im Falle eines Konfliktes stellt China eine ganz andere Herausforderung dar als irgendeine Nation in den vergangenen zwei Jahrzehnten. »

Dean Cheng
China- und Raumfahrtexperte

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UdSSR, USA und China

Mit dem Erfolg der Mondmission ist China nach der früheren Sowjetunion und den USA die dritte Nation, die auf dem Mond gelandet ist. Die USA hatten zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten gebracht. Zuletzt war vor 37 Jahren eine sowjetische Sonde auf dem Mond gelandet.

Internationale Experten kommentierten: Der Erfolg seines bislang schwierigsten unbemannten Raumfahrtabenteuers sei für China ein enormer Prestigegewinn mit geopolitischen Auswirkungen. Vor dem Hintergrund der aufgeflammten Spannungen in den Inselstreitigkeiten mit seinen Nachbarn erinnere die Landung auch daran, «dass China eine wachsende Militärmacht ist», sagte Dean Cheng von der US-Denkfabrik Heritage Foundation in Washington.

«China hat ein ausgewachsenes Raumfahrtprogramm und kann seine Ressourcen für alles Mögliche einsetzen – von Waffenlenksystemen über weltraumgestützte Aufklärung bis hin zu globaler Kommunikation», so der Experte weiter. «Im Falle eines Konfliktes stellt China deshalb eine ganz andere Herausforderung dar als irgendeine Nation in den vergangenen zwei Jahrzehnten.»

Neugier und wissenschaftliche Interessen

China hingegen relativiert: «Im Vergleich zum Wettrennen im All zwischen den USA und der Sowjetunion basiert die Rückkehr der Menschheit zum Mond eher auf Neugier und dem Willen, das unbekannte Universum zu erforschen», sagte etwa Sun Huixian, Vize-Chefingenieur des Mondprogramms.

Das Raumschiff «Chang'e 3» war zwölf Tage nach ihrem Start am Samstag um 14.11 Uhr MEZ in der «Bucht der Regenbogen» (Sinus Iridum) gelandet. Sie gehört zu den schönsten Mondlandschaften.

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