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Legende: Video Der Trailer zu Googles Gaming-Plattform abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.03.2019.
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Cloud statt Konsole Google plant die Gaming-Revolution

Der US-Konzern sagt Playstation und Co. den Kampf an. SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren erklärt, wie der Coup gelingen soll.

Seit etlichen Jahren bringen Sony und Microsoft in regelmässigen Abständen hochpotente Hardware auf den Markt. Welche Konsole mehr PS unter der Haube hat, ist bei eingefleischten Gamern eine Glaubensfrage.

Daneben geht Nintendo mit seiner Spielkonsole einen eigenen Weg. Die Japaner setzen auf die Beliebtheit ihrer kunterbunten Kultmarken wie Mario und Zelda und haben sich vom Rennen um die beste Grafik verabschiedet.

Das künftige Netflix des Gamings?

Nun aber plant der Internetgigant Google den ganz grossen Coup: Mit «Stadia» sagt er den grossen Playern den Kampf an – und das ohne eigentliche Hardware. Denn bei der Plattform handelt es sich um eine Art Streamingdienst für Games; es braucht also keine Datenträger und die Spiele müssen auch nicht heruntergeladen werden.

Start noch in diesem Jahr

Googles Gaming-Dienst soll noch in diesem Jahr verfügbar sein – in den USA, Kanada und, Grossbritannien und den meisten Ländern Europas. Ob die Schweiz dazu gehören wird, ist noch nicht bekannt. Ebenso wenig, wie viel der Dienst Kosten wird.

«Vereinfacht gesagt handelt es sich um dasselbe Streaming-Prinzip wie bei Netflix oder Spotify», sagt SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren. Mit den Diensten lassen sich Filme und Serien bzw. Musik streamen. Vor allem bei den jüngeren Generationen laufen die Streaming-Dienste den physischen Datenträgern zunehmend den Rang ab.

Screenshot Stadia-Präsentation
Legende: Die Nutzer müssen Games nicht mehr herunterladen, sondern spielen diese nur noch übers Internet. Das heisst, eine stationäre Konsole wie die X-Box oder die PlayStation ist nicht mehr nötig. Screenshot Stadia-Präsentation

Stadia soll die aktuellen Flaggschiffe der Konkurrenz – PS4 Pro und Xbox One X – leistungstechnisch alt aussehen lassen. Google verspricht, aktuelle Games in 4K-Auflösung und mit 60 Bildern pro Sekunde auf die Bildschirme zu zaubern. Künftig sollen es auch 8K und 120 Bilder pro Sekunde werden. Ein Benchmark, den derzeit nur sündhaft teure PCs erreichen.

Um dies zu bewerkstelligen, müssen ungleich grössere Datenmengen gestreamt werden als bei Netflix oder Spotify. Und das gerade bei schnellen Multiplayer-Games wie Rennspielen oder Shootern verzögerungsfrei. Ob Google dies gelingt, bleibt für Tschirren abzuwarten.

Revolutioniert 5G das Gaming?

Google wird mit der Ankündigung zum Vorreiter beim Spiele-Streaming, dem eine grosse Zukunft vor allem in Verbindung mit dem künftigen superschnellen 5G-Datenfunk vorhergesagt wird. Auch von Microsoft, Anbieter der Xbox-Spielekonsole, wird ein ähnlicher Service erwartet. Sony bietet bereits seit einiger Zeit Streaming für ältere Spiele auf seiner Playstation an.

Die nötige Rechenleistung will der Konzern mit den eigenen Servern liefern. Klar ist aber: «Stadia kommt sicher nicht für alle Leute in Frage.» Denn allein schon um Games verzögerungsfrei zu spielen, musste die Übertragungsgeschwindigkeit in einem früheren Test bei 25 Megabit pro Sekunde liegen. Ganz zu schweigen von ultrahohen Auflösungen.

«In der Schweiz sieht die Sache aber nicht schlecht aus», so der SRF-Digitalredaktor. Denn laut Bundesamt für Statistik hatten in der Schweiz schon 2016 mehr als 37 Prozent der Bevölkerung einen Internetanschluss, der schneller ist als die benötigten 25 Megabit. Heute dürften es noch mehr sein.

Der Stadia-Controller
Legende: Mit dem Controller kann man den Sprachassistenten Google Assistant auslösen, der etwa Tipps zum Spielgeschehen geben soll. Per Knopfdruck kann der Spielverlauf in Echtzeit auf Googles Videoplattform YouTube übertragen werden. Keystone

Google wirbt nicht nur mit schierer Leistungsstärke. Die Spiele sollen neben TV-Bildschirmen auch auf Smartphones, Tablets und im Browser laufen – und damit unterwegs spielbar sein. Wie bei klassischen Konsolen können die Games mit per Controller bedient werden, oder werden angepasst für andere Eingabegeräte.

Stadia hat das Potenzial, in der Gaming-Industrie einiges auf den Kopf zu stellen.
Autor: Jürg TschirrenSRF-Digitalredaktor

Die Games sollen zudem fest in Youtube integriert sein, das zu Google gehört. Per Knopfdruck soll man in Spiele einsteigen können, die man als Zuschauer betrachtet. Das alles klingt vielversprechend. Für Tschirren steht und fällt das Konzept damit, wie es in der Praxis funktionieren wird: «Es hat aber das Potenzial, in der Gaming-Industrie einiges auf den Kopf zu stellen.»

Am Ende wird Stadia aber auch an der Spielebibliothek gemessen. Google will eigene Games entwickeln, um mit den Blockbustern der Konkurrenz mithalten zu können. Daneben sollen beliebte Marken wie Assassin’s Creed für die Plattform erscheinen. Näheres zur Unterstützung durch die grossen Entwicklerstudios ist aber noch nicht bekannt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Wo bleibt eigentlich die CO2-Diskussion bei solch völlig sinnfreien Aktivitäten, welche immense Rechenkapazitäten in Rechenzentren sowie Bandbreitenausbauten mit ihrem entspr. Energiehunger zur Folge haben? Würde gern mal einen Schülerstreik sehen, der das thematisiert...
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    E-Verbrauch des Internet steigt um 4-7%/Jahr (ETH-Schätzung). Zur Veranschaulichung: Müssten wir (Stand 2012) mit Internet-Fusspedal-Generatoren diese Menge Energie erzeugen (bei 70 Watt Leistun) bräuchte es 8.2 Billion=Milliarden pedalierende Menschen in drei Schichten à 8 Stunden, 365 Tage pro Jahr ... das war fürs 2012. Ich stelle mir das jetzt plastisch vor ....
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  • Kommentar von Samuel Hilty  (Samsare)
    Sounds good, wont work (for everyone).
    Ein wesentlicher Teil welcher bei diesem Versuch zu Problemen führen wird ist und bleibt die Physik. Egal wie performant ein Server ist, wenn der User zu weit weg ist hat er eine entsprechende Latenz die speziell im gaming extrem zum Nachteil wird.
    Auch wenn Glasfaserkabel mit Licht funktionieren übertragen sie aufgrund der physikalische gegebenheiten nicht in Lichtgeschwindigkeit. Ein Kupferkabel ist dabei sogar schneller. (Ja wirklich!)
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