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Panorama Die Entscheidung um Gurlitt-Erbe – Das Protokoll

Nun ist es offiziell. Das Kunstmuseum Bern nimmt eine ebenso illustre wie problembehaftete Kunstsammlung an. Die Vereinbarung wurde in Berlin unterzeichnet. So sieht das Ergebnis langer Verhandlungen aus:

Legende: Video «Kunstmuseum Bern nimmt Gurlitt-Sammlung an» abspielen. Laufzeit 3:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.11.2014.

Die Entscheidung über das Gurlitt-Erbe

  • Das Kunstmuseum Bern nimmt das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an.
  • Eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Kunstmuseum Bern und den deutschen Behörden wurde unterzeichnet.
  • Kunstwerke, die unter dem Verdacht der Raubkunst stehen, sollen in Deutschland bleiben und an die Berechtigten zurückgegeben werden.
  • Deutschland verpflichtet sich, die Kosten für die Recherche zu den Bildern und die allfällige Rückgabe zu übernehmen.
  • Die Sammlung umfasst rund 1600 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken. Der Fund hat international für Furore gesorgt.

Der Ticker ist abgeschlossen

  • 11:54

    Vielen Dank für Ihr Interesse. Die Medienkonferenz ist hiermit beendet. Überraschungen sind ausgeblieben. Die vereinbarten Eckpunkte können sie oben nachlesen.

    Die Mediengerüchte im Vorfeld sind mehrheitlich eingetroffen. Doch die Nachricht geht um die Welt – vom deutschen «Spiegel», über die amerikanischen «Washington Times», bis zur französischen «Le Monde».

  • 11:50

    Gesagt, getan: Die Parteien unterzeichnen das Vereinbarte vor der versammelten Medienschar und präsentieren das Papier stolz der Öffentlichkeit.

     Schäublin, Grütters und Bausback
    Legende: Lächelnd von links von rechts: Schäublin, Grütters und Bausback präsentieren die Vereinbarung nach der Unterzeichnung. SRF
  • 11:49

    Nun tritt noch der Berner Erziehungs- und Kulturdirektor Bernhard Pulver vor die Medien: «Cornelius Gurlitt hat uns die Verantwortung für die Sammlung übergeben. Wir ergreifen diese historische Chance.»

  • 11:40

    Die dritte Partei, der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU, spricht in Berlin: «Uns war wichtig, dass unsere Taskforce weitergeht. Bayern wird also weiterhin seiner Verantwortung nachkommen.» Sie könnten sich zwar freuen, dass sie mit dem Kunstmuseum Bern eine Lösung finden konnten. Aber der Gesetzgeber müsse für künftige Fälle eine neue Lösung finden.

    Legende: Video «Der bayrische Justizminister über die Raubkunst» abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
    Vom 24.11.2014.
  • 11:34

    Bereits ein Lob aus Bern: Der Erziehungs- und Kulturdirektor Bernhard Pulver lobte in einer schriftlichen Stellungnahme die «sorgfältige Abwägung und den Mut des Kunstmuseums Bern». Der Entscheid sei kulturpolitisch richtig.

  • 11:32

    Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagt: Deutschland verpflichtet sich, die Kosten für die Restitution der Bilder zu übernehmen. Die Vereinbarung sollte noch heute unterzeichnet werden. Bei ungefähr 240 Bildern ist die Herkunft unklar. Die Vereinbarung sei ein «Meilenstein der Aufarbeitung der deutschen Geschichte».

    Legende: Video « Die Staatsministerin dankt dem Kunstmuseum» abspielen. Laufzeit 1:13 Minuten.
    Vom 24.11.2014.
  • 11:22

    Christoph Schäublin, Stiftungsratspräsident des Museums, sagt: «Die Sammlung besteht aus Spitzenwerken – aber auch wenig Spektakuläres.» Schliesslich konnte der Stiftungsrat jedoch überzeugt werden. Sie würden am Anfang eines langen Weges stehen.

    Legende: Video «Schäublin über den Wert der Sammlung» abspielen. Laufzeit 0:45 Minuten.
    Vom 24.11.2014.
  • 11:19

    Die Entscheidung sei dem Stiftungsrat nicht leicht gefallen, sagte Schäublin. Denn Triumphgefühle wären unangebracht, «angesichts der Geschichte, die auf der Kunstsammlung lastet.» Es sei darum gegangen, die vielfältige und komplexe Verantwortung abzuklären – nicht zuletzt gegenüber denjenigen, «deren Leid in der Sammlung fortwirkt».

  • 11:16

    Schäublin bestätigt, was schon erwartet worden war: Nach Bern kommen keine Werke, die als Raubkunst einzustufen sind. Die deutsche Taskforce soll ihre Arbeit fortsetzen. Das Kunstmuseum will aber eine eigene Forschungsstelle in Betracht ziehen.

    Legende: Video «Schäublin: Keine Raubkunst auf Schweizer Boden» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
    Vom 24.11.2014.
  • 11:10

    Christoph Schäublin ergreift in Berlin das Wort: Heute darf ich das Schweigen brechen. Wie sie gestern schon lesen konnten, hat der Stiftungsrat beschlossen, das Erbe anzutreten.

    Legende: Video «Schäublin: Das Kunstmuseum tritt das Erbe an» abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
    Vom 24.11.2014.
  • 11:08

    +++BREAKING NEWS+++ Das Kunstmuseum Bern nimmt das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an. Das bestätigte der Stiftungsratspräsident des Museums, Christoph Schäublin.

  • 11:04

    Der Livestream steht. Die Landesflaggen schön platziert. Die Verantwortlichen nehmen Platz. Doch das Podium bleibt leer - vorerst.

  • 10:59

    Gurlitts Cousine Uta Werner erhebt Anspruch auf das Erbe des Kunstsammlers. Das Amtsgericht München hat mittlerweile den Antrag von Cornelius Gurlitts Cousine auf einen Erbschein bestätigt. Er sei am Freitagabend formlos per Fax eingegangen, sagte eine Sprecherin. Details, wie das Nachlassgericht damit umgehen wollte, nannte sie noch nicht. Im Laufe des Tages sollte es eine Pressemitteilung geben.

  • 10:54

    Die «NZZ» berichtet in der heutigen Ausgabe «offenbar gibt es in Bern eine undichte Stelle, deren Tropfen die Medien durstig aufgenommen haben. So ahnt ihre Leserschaft am Sonntag schon, was sie am Montag wissen könnte – zweifellos ein triumphales Gefühl.»

  • 10:51

    Zahlreiche Medien berichteten in den vergangenen Tagen unter Berufung auf informierte Quellen, das Berner Museum werde das Erbe antreten. Die deutsche Regierung wie auch das Museum gingen bisher auf die Spekulationen nicht ein und verwiesen auf die Medienkonferenz.

  • 10:49

    Cornelius Gurlitts Kunstsammlung hat für viele Schlagzeilen gesorgt. Was bisher im «Fall Gurlitt» geschah:

  • 10:42

    Es äussern sich die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der bayerische Justizminister Winfried Bausback und Christoph Schäublin, Präsident des Stiftungsrates des Kunstmuseums Bern. Wir übertragen hier den Livestream in Kürze.

  • 10:41

    Wir begrüssen Sie zu diesem Liveticker über das Erbe von Cornelius Gurlitt. Die Medienkonferenz beginnt in Berlin ab 11 Uhr.

  • 10:35

    Guten Morgen, heute schaut die Kunstwelt nach Berlin. Denn bald entscheidet sich, ob das Kunstmuseum Bern das Erbe annehmen wird.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Frederic Weil, Adliswil
    Ein kluger Entscheid. Klug deshalb, als dass Deutschland sich der Verantwortung stellt und für die ordnungsgemässe Rückführung (oder zumindest den Versuch dazu) vollumfänglich besorgt ist. Eine bessere Lösung kann es nicht geben. Bravo.
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  • Kommentar von Timo Schelber, 3000 Bern
    Was ich nicht verstehe: Welches Interesse hat Deutschland daran die Restitutionskosten zu übernehmen? Kann man dem Kunstmuseum Bern damit nicht "Rosinenpickerei" vorwerfen, wie es bereits in deutschen Foren gemacht wird? Das Museum übernimmt grosszügig eine millionenschwere Sammlung, überlässt aber die teuren Kosten für Task Force und andere Abklärungen Deutschland? Kann mich jemand aufklären?
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    1. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      Wenn das Kunstmuseum ausgeschlagen haette, waeren die gesetzlichen Gurlitterben zum Zug gekommen. Diese waeren verjaehrten Anspruechen aufgrund eines Waschingter Nonpapers ohne Rechtskraft kaum so gewogen wie das Kunstmuseum. Es kommt den Deutschen viel billiger, das Kunstmuseum auf die Verjaehrung verzichten zu lassen, als die Bilder einmal juristisch den gesetzlichen Gurlitterben und einmal machtpolitisch den Waschingter "Erben" auszufolgen, bzw. den einen die Bilder und den anderen Cash auszu
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