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Phänomen Massenpanik Die neue Gefahr bei Grossanlässen

Terrorangst kann Massenpanik auslösen. Nach den jüngsten Ereignissen von Turin warnen Experten auch in der Schweiz.

Legende: Video Terror-Sensibilität erhöht Gefahr von Massenpaniken abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.06.2017.

Nach Terroranschlägen neigen Besucher von Grossanlässen eher zu Panikreaktionen. Das sagt Sascha Frühholz, Professor für kognitive Neurowissenschaften an der Universität Zürich: «In Turin waren die Menschen durch die Terroranschläge in England bereits stark sensibilisiert. Zusammen mit einem minimalen Auslöser wie einem knallenden Feuerwerkskörper konnte das bei einigen Personen eine Panik auslösen.» Diese Panik habe sich dann auf andere Menschen übertragen.

Breite Fluchtwege ohne Hindernisse

Kommt es an einem Grossanlass zu einer Paniksituation, sei diese kaum mehr zu beruhigen, sagt der Experte für Personenfluss Uri Schtalheim von der ASE GmbH in Zürich. Er und sein 15-köpfiges Team beraten Behörden in der ganzen Schweiz. «Wir schauen primär darauf, dass Besucher die Plätze und Areale rasch verlassen können. Sind die Fluchtwege breit genug und hindernisfrei, hilft das auch in einem Notfall.»

Die Stadtpolizei Zürich hat als erstes Corps in der Schweiz eine Fachstelle für die Gefahren bei Grossanlässen eingerichtet. Leiter Adrian Zemp hat am Zürifäscht 2013 hautnah miterlebt, wie es auf dem Bürkiplatz beinahe zu einer Massenflucht kam: «Die Situation vor 4 Jahren hat uns vor massive Probleme gestellt, man fühlt sich ohnmächtig.»

Glücklicherweise konnte die Polizei die Situation damals entschärfen, indem sie den Menschenmassen zusätzliche Fluchtwege öffnete. Seither klärt Adrian Zemp im Vorfeld von Grossanlässen mit den Veranstaltern noch intensiver ab, wie neuralgische Stellen entschärft werden können.

Neues nationales Fachgremium

Auch auf nationaler Ebene ist das Problem erkannt. Adrian Zemp gründet zurzeit ein nationales Fachgremium, um ab nächstem Jahr Erfahrungen und Erkenntnisse bei Grossanlässen polizeiübergreifend und schweizweit austauschen zu können.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es wurde langsam Zeit, dass es etwas gibt, das diesen immer grösser werdenden "Fleischversammlungen" Grenzen setzt. Ich kann mir nicht vorstellen, was ich einnehmen müsste oder was mir fehlen müsste, damit ich mich in solchen "Menschenhaufen" wohl fühlen würde. Mir eigentlich egal, wer sich da hin begibt. Es wird wohl sein, dass es einen Kick auslöst, wenn man weiss, dass jederzeit eine Panik "Stampede" losgehen könnte. Ich verstehe diese Leute einfach nicht, macht aber nichts!
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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Jede Masse und erst Recht in Bewegung, stellt rein physikalisch eine Gefahr dar. Egal ob fest, flüssig oder eben organisch. Am 7. Feb. 2001 fand nach dem CCR-Konzert im Estandio del Ejercito an meinem Ausgang ein, aus völlig unerfindlichen Gründen, Riesen Gedränge statt. Neben mir ging eine zierliche junge Frau zu Boden. Konnte sie gerade noch am Arm packen und hochzerren. Mit meiner Statur von 1.8m überblickte ich zwar das Gewühl, aber gegen die Kraft von hinten absolut nichts auszurichten.
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