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Optisch könnte es auch eine Ölheizung sein, aber im Innern werkeln Server vor sich hin und geben viel Wärme ab.
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Digitale Innovation Computer heizt Basler Mehrfamilienhaus

Server in Rechenzentren erzeugen viel Wärme, die heute zu wenig genutzt wird. Ein Pilotprojekt in Basel will das ändern.

«Die Achillesferse der Digitalisierung sind die Computer, die irgendwo vor sich hinrechnen und einfach Wärme abgeben, die nicht genutzt wird» sagt Dominik Born, Innovationsmanager bei den industriellen Werken der Stadt Basel (IWB).

Und Abwärme gibt es immer mehr, denn Blockchain, Cloud-Computing oder das Internet der Dinge verlangen ständig nach noch mehr Rechenleistung. Datacenter stellen sie zur Verfügung und müssen die anfallende Wärme mit grossem Energieaufwand wieder abführen.

Im Winter Wohnungen mit Öl heizen während gleichzeitig Rechenzentren ihre Anlagen kühlen und damit Energie verbrauchen – für Born ein Unding, das er ändern will. Wie das gehen soll, zeigt ein Pilotprojekt in einem typischen städtischen, etwa 80 Jahre alten Mehrfamilienhaus.

Dezentraler Ansatz mit Mini-Rechenzentren

Hier steht im Keller statt eines Öltanks eine chrom-silberne Kiste, die optisch auch als klassische Öl-oder Gasheizung durchgehen könnte. Im Inneren ist jedoch ein Mini-Rechenzentrum installiert, das für Kunden arbeitet, die Rechenzeit gemietet haben. Die Server liegen mitten in einem Ölbad. An dieses geben die Prozessoren ihre Wärme ab. «Eigentlich ist es ein wenig wie eine Friteuse, nur nicht ganz so heiss», lacht Dominik Born.

Server in Öl.
Legende: Server in Öl. Reto Widmer / SRF

Eine Pumpe lässt das Öl durch einen Wärmetauscher zirkulieren, der mehr als 1000 Liter Wasser in einem Speicher aufheizt. Damit lassen sich in einem normalen Winter nicht nur sechs Wohnungen heizen, sondern auch noch das Warmwasser für die Duschen aufbereiten. Wenn es doch einmal sehr kalt werden sollte, schaltet sich eine klassische Gasheizung dazu. Der Gasverbrauch soll mit der neuartigen Serverheizung im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizung um etwa 75 Prozent gesenkt werden.

Dort rechnen, wo Wärme benötigt wird

Die eigentliche Innovation ist nicht die simple Ölwanne mit den badenden Servern, sondern die Koordination der einzelnen Mini-Rechenzentren über das Internet. Ein Glasfaseranschluss bis ins Haus ist dabei Voraussetzung, damit die Daten schnell fliessen.

In Basel will IWB bis Ende Jahr eine Handvoll Serverheizungen in Betrieb nehmen. Das französischen Startup Neutral-IT steuert die Verteilung der Rechenaufgaben, die die Serverheizungen durchführen müssen.
Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Keller die Daten gerechnet werden. Sie werden einfach so verteilt, dass die Balance zwischen Wärmebedarf und Rechenleistung passt.

Dominik Born vergleicht den Vorgang mit einem Fussballspiel: «Das ist wie ein Spieler, der winkt und ruft, man könne ihn anspielen». Genau so verhalten sich die einzelnen Serverheizungen an: Muss ihr Haus geheizt werden, so schreien sie nach mehr Rechenaufgaben, ist es zu heiss, stehen sie ins Abseits.

SRF 3 2.7.2020 15:10

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