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Medizinische Selbsttests – Sinn oder Unsinn?
Aus Puls vom 11.03.2019.
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Einfach Klarheit gewinnen? Tests aus der Apotheke sind kein Ersatz für den Arzttermin

Was taugen medizinische Selbsttest für zu Hause? «Puls» hat eine Auswahl der Beliebtesten unter die Lupe genommen.

Ohne Arzt erfahren, wie es um einen steht: Kein anderer Selbsttest erfüllt dieses Versprechen schon so lange und so zuverlässig wie der Schwangerschaftstest.

Seit der Markteinführung von «Predictor» Ende der 1970er Jahre ist das Sortiment an medizinischen Selbsttests für zu Hause massiv gewachsen und deckt mittlerweile alle möglichen Lebenslagen ab. Doch was taugen die Checks?

Die Gesundheitssendung «Puls» hat eine Auswahl besonders beliebter und speziell problematisch erscheinender Tests unter die Lupe genommen.

So wurde ausgewählt

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«Puls» hat sich bei der Auswahl auf in Apotheken oder bei Grossverteilern erhältliche Produkte beschränkt. Im Gegensatz zum Gros der Angebote im Internet kann man davon ausgehen, dass diese Tests geprüft und zugelassen sind.

Aus dieser Selektion wurden schliesslich verschiedene Selbsttests ausgewählt, die entweder Bestseller sind oder der Redaktion als problematisch aufgefallen sind.

Trendverdacht Glutenintoleranz und Eisenmangel

Wenn nach dem Brötchen die Verdauung rebelliert, liegt der populäre Verdacht einer Glutenintoleranz nahe. Bei der «Puls»-Testperson schlägt der Test – absoluter Verkaufsschlager 2018 – aber nicht an.

Peter Schmid-Grendelmeier, Allergologe am Universitätsspital Zürich, ist nicht erstaunt: «Gluten spielt eine grosse Rolle bei der Zöliakie, wo es den Darm schädigt. Bei ganz vielen Leuten, die Mühe mit Weizen haben, liegen aber andere Unverträglichkeiten oder immunologische Abläufe vor.»

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«Wird vor dem Test kein Gluten gegessen, kann er auch nichts anzeigen.»
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Trendverdacht Nummer zwei: Eisenmangel. Bei Müdigkeit und Antriebslosigkeit liegt die Vermutung nahe, und bei der «Puls»-Testperson fällt der Test tatsächlich positiv aus.

Diesmal zeigt sich die Fachwelt Test und Resultat gegenüber deutlich aufgeschlossener. «Wenn die Eisenspeicher leer sind, sollte man wirklich zum Arzt gehen und sich zum Beispiel Eisentabletten verschreiben lassen», bestätigt Thomas Rosemann vom Institut für Hausarztmedizin der Uni Zürich.

Doch nicht für alle Tests findet der Professor derart freundliche Worte:

  • Der Cholesterintest, der das Gesamtcholesterin nachweist, «macht medizinisch überhaupt keinen Sinn.»
  • Der Borrelientest soll Antikörper der durch Zecken übertragenen Krankheit nachweisen. Aber: «Der Test ist so schwer zu interpretieren, schon für Ärzte und erst recht für Laien, da kann ich nur abraten, das Daheim zu machen. Das ist schlichtweg ‹a Schmarrn›.»
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Thomas Rosemann findet den Eisentest sinnvoll, den Cholesterintest dagegen nutzlos und das Ergebnis des Borrelientests für Laien unbrauchbar.
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  • Der Test auf Harnwegsinfekte zählt zu den vier Meistverkauften beim Schweizer Marktführer in Sachen Heimtests. «Der kann durchaus sinnvoll sein», meint Thomas Rosemann.
  • Anders sieht es dagegen mit dem Anschlusstest aus, der klären soll, ob Antibiotika helfen. «Der misst das CRP und versucht zu unterscheiden zwischen viralem und bakteriellem Infekt.» Was so aber gar nicht möglich sei. «Schön wär’s», meint der Experte trocken.

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«Der Anspruch unserer Tests ist es nicht, sich mit denen eines Labors zu messen. Das ist nicht die Idee. Sie sollen vielmehr einen ersten Hinweis geben, ob ein Problem vorliegen könnte.»
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Gemischt auch die Bilanz der beiden restlichen Tests im «Puls»-Einkaufskorb:

  • Den Vorsorgetest auf Darmkrebs, für den eine Stuhlprobe eingeschickt wird, findet Professor Rosemann mit Abstand den sinnvollsten. «Den sollte man regelmässig machen, wenn man keine Dickdarmspiegelung möchte!»
  • Anders sieht es beim Prostatatest aus, für den der PSA-Wert gemessen wird. «Wir wissen aus vielen Studien, dass der PSA-Test nur in speziellen Fällen wie familiärer Vorbelastung sinnvoll ist.»
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«Der wahrscheinlich mit Abstand sinnvollste Test ist der Vorsorgetest auf Darmkrebs. Den sollte man regelmässig machen, wenn man keine Dickdarmspiegelung möchte.» Den Prostatatest kann man sich hingegen sparen.
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Fazit der Expertenrunde: Positiv schneiden einzig Eisenmangel, Harnwegsinfekte und Darmkrebsvorsorge ab. Und selbst bei denen ist man schliesslich auf den Rat der Experten angewiesen.

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