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Sturmtief «Petra»: Kanton Bern besonders betroffen
Aus Schweiz aktuell vom 04.02.2020.
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Einsatzkräfte auf Trab Orkan Petra hat sich beruhigt

  • In der Nacht ist Sturm «Petra» mit Orkanböen über die Schweiz hinweggefegt.
  • Der Wind erreichte im Flachland weit über 100 km/h. In Thun und Affoltern bei Zürich gab es 129 km/h.
  • Die stärksten Böen wurden mit 171 km/h auf dem Napf und dem Bantiger (BE) gemessen.
  • Mittlerweile hat die Windstärke deutlich abgenommen.

Die Kaltfront ist in den Nachtstunden über die Schweiz hereingebrochen. Die starken Windböen haben Bäume entwurzelt und Äste abgeknickt. Einsatzkräfte waren in den frühen Morgenstunden schweizweit im Dauereinsatz.

Andauernde Stromausfälle in Bern

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Die heftigen Sturmwinde haben an verschiedenen Orten zu Stromausfällen geführt. Der Berner Energiekonzern BKW teilte am Vormittag mit, dass noch rund 600 Kunden ohne Strom seien.

Zu den Stromausfällen kam es in der Nacht um 3 Uhr, als die stärksten Böen über den Kanton fegten. Von den Störungen im Stromnetz waren insgesamt rund 12'000 BKW-Kunden betroffen. Netzspezialisten des Energiekonzerns waren die ganze Nacht im Einsatz, um die Störungen zu beheben.

Derzeit kann das Unternehmen noch nicht sagen, bis wann die noch bestehenden Unterbrücke behoben sein werden.

Hunderte Meldungen

Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Bern sagte auf Anfrage von Radio SRF, dass in der Stadt Bern sowie im Kanton Bäume oder Äste auf Strassen gefallen seien. Die Feuerwehren arbeiteten in den Morgenstunden daran, die Fahrbahnen wieder freizuräumen. In Bern sind rund 90 Meldungen eingegangen.

Wie in Bern ging es vielerorts zu: In Luzern gab es 55 Schadensmeldungen, in Solothurn rund 20, in Freiburg 12. Feuerwehren und Polizei mussten dutzende Male ausrücken, unter anderem für Aufräumarbeiten. Im Kanton Zürich waren es gar 200 Einsätze, in St. Gallen rund 65 Einsätze.

Mehrere Kollisionen mit Autos – zwei Personen verletzt

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Im Wallis stürzte bei Salvan ein Felsbrocken auf die Strasse. Ein Automobilist vermochte nicht mehr auszuweichen, die nachfolgende Kollision ging für ihn aber glimpflich aus; er blieb unverletzt.

An zwei Orten im Zürcher Oberland fuhren Autofahrer in umgestürzte Bäume, einer verletzte sich. Auch im Kanton Bern musste ein Autofahrer nach einem sturmbedingten Unfall hospitalisiert werden, wie die Berner Kantonspolizei twitterte.

Im Vergleich zum Sturm «Burglinde» vor zwei Jahren ist die Schweiz mit «Petra» bisher glimpflich davongekommen. Damals wurden 16 Menschen verletzt, die Hälfte davon, als ein Triebwagen eines Zugs der Montreux-Berner-Oberland-Bahn (MOB) wegen einer Windböe aus den Schienen gehoben wurde.

Auch in den Kantonen Aargau und Solothurn hat «Petra» Spuren hinterlassen. Im Aargau gab es mehr als 60 Schadensplätze und im Kanton Solothurn rund 20 Meldungen zu umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen. Es entstanden Sachschäden.

Am Morgen war der Bahnverkehr in den Grossräumen Zentralschweiz und Ostschweiz nur eingeschränkt möglich. Laut Angaben der SBB musste mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden.

Stärkste Böe auf dem Napf

In Thun gab es laut «SRF Meteo» 129 km/h. Die stärkste Böe wurde auf dem Napf und dem Bantiger (BE) gemessen mit 171 km/h.

«In den nächsten Stunden wird das Ganze in den Alpentälern zum Teil noch zunehmen. Denn jetzt kommt die kalte Luft nach der Kaltfront», sagt SRF-Meteorologe Luzian Schmassmann. Im Jura beispielsweise sank die Temperatur innert weniger Minuten von 12 auf 4 Grad.

«Dadurch steigt der Druck an», so Schmassmann. Und das sei eben ein Zeichen, dass die Windgeschwindigkeiten in den Alpentälern nochmals zunehmen würden.

In den Voralpentälern sind die stärksten Orkanböen erst mit dem Druckanstieg zu erwarten.

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Niederschlag und Böen suchen die Schweiz heim
Aus me_meteo vom 04.02.2020.
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Am Dienstag Schneeschauer bis ins Flachland

Hinter der Kaltfront sind am Dienstag Schneeschauer bis ins Flachland dabei. «Am frühen Morgen liegt die Schneefallgrenze bei rund tausend Metern, sinkt aber im Laufe des Dienstagvormittags noch weiter ab», sagt Meteorologe Schmassmann. In den tiefsten Lagen gebe es möglicherweise auch noch Regen oder es bleibe gebietsweise ganz trocken.

Am Alpennordhang wird es aber wieder tief winterlich. Am meisten Neuschnee gibt es zwischen Berner Oberland, Gotthardregion und Glarnerland mit 60 bis 80 cm in höheren Lagen. Mit dem Sturm gibt es auch grosse Schneeverwehungen.

Vergleich zu «Burglind»

Vor zwei Jahren fegte der Sturm «Burglind» über die Schweiz und brachte grössere Schäden. So wurden in den Alpen beispielsweise Züge zum Entgleisen gebracht. Damals gab es auf dem Bantiger (BE) 172 km/h, also eine ähnliche Stärke wie in dieser Nacht.

SRF Meteo

Alles zum aktuellen Wetter finden Sie bei SRF Meteo.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es sollte jetzt auch dem "hinderten" klar sein, dass uns der Klimawandel voll im Griff hat!
    Extreme Temperatur und Wetter Schwankungen werden zur Tagesordnung gehören und es wird sich zeigen ob der Mensch fähig ist sdamit klr zu kommen, denn die Natur wird uns "immer beherrschen"!
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    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Wenn viele "Klimaextremisten" nicht restlos übertreiben würden, dann könnte vielleicht noch eher etwas dagegen unternommen werden. Mit solchen oberflächlichen und übertriebenen Äusserungen aber, bei denen jedermann sie widerlegen kann, sind keine Menschen zu überzeugen. Dieser Sturm war nichts aussergewöhnliches und solche gab es auch während der kleinen Eiszeit.
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  • Kommentar von frank müller  (frankysrf)
    in basel fiel die temperatur noch viel eindrücklicher: um 2 uhr war es 17.3 grad (!!), zwei stunden später nur noch 5 grad, jetzt noch 3 grad...
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Zum Glück ist nicht mehr passiert während dieses heftigen Sturmes.Und: Zum Glück ist die Schweiz topografisch bezüglich heranbrausender Stürme günstig gelegen. Das Juragebirge hat bremsende Wirkung auf die Stürme aus Richtung Südwest bis Nord. Wenn wir sehen, wie viel höher zum Teil Sturmschäden in Frankreich,Deutschland und auch Italien ausfallen, sind wir hier privilegiert. Dann ist es gut, wenn wir der Mitnatur mit Demut begegnen. Da sind wir -das hat auch etwas Gesundes an sich - nur klein.
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