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Digitale Stromfresser im Haushalt
Aus Espresso vom 03.09.2019.
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Energie Strom sparen bei digitalen Geräten

Digitale Geräte werden immer effizienter. Lohnt sich Strom sparen noch?

Für den Stromverbrauch der digitalen Haushalts-Geräte gilt diese Faustregel:

  • Je grösser,
  • je älter
  • und je länger der Einsatz ist …

… desto grösser ist der Stromverbrauch.

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Lohnt sich Strom sparen bei digitalen Geräten? (Digital Podcast)
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Grösse

5 Notebooks oder 50 Tablets benötigen gleich viel Strom wie ein Desktop-Computer. Noch sparsamer sind Smartphones. Weicht man auf kleinere Geräte aus, lässt sich Strom sparen, weil ein Flachbildschirm wegen seiner Grösse ein Vielfaches an Energie benötigt im Vergleich zum Tablet oder Smartphone.

Alter

Unsere Geräte werden effizienter und die neuen Chips verbrauchen immer weniger Strom. Dazu kommen Auflagen: 2014 legte die EU den maximalen Stromverbrauch für Geräte im Stand-by-Modus fest bei einem Watt. Im Dauerbetrieb entspricht das einem geschätzten Jahresverbrauch von maximal 8.7 Kilowattstunden. Die schlagen mit rund 1.70 Franken zu Buche.

Doch aufgepasst: Viele Hersteller umgehen die Auflage, in dem sie mehr als einen Stand-by-Modus in ihre Geräte einbauen. So sind etwa Set-Top-Boxen im Umlauf, die über verschiedene Stand-by-Modi verfügen: Einer mit tiefem Energieverbrauch (1 Watt) hält zwar die Norm ein, die Funktionalität ist aber eingeschränkt.

Wechselt man in einen Modus, der zusätzliche Funktionen möglich macht, kann vor allem bei älteren Geräten der Stromverbrauch auf über 22 Watt regelrecht explodieren.

Einsatzdauer

Für den Energieverbrauch ist nicht nur der Strombedarf eines Gerätes ausschlaggebend, sondern auch die Dauer des Einsatzes. Ein Backofen verbraucht mit rund 2500 Watt sehr viel Strom, ein Modem mit 8 Watt bloss einen Bruchteil davon.

Schaltet man das Modem aber nie aus, kommt man auf einen Jahresverbrauch von rund 70 Kilowattstunden. Damit könnte man zweimal in der Woche eine Fertigpizza im Ofen aufwärmen.

Um Geräte wie ein Modem oder ein Notebook nur dann mit Strom zu versorgen, wenn sie tatsächlich gebraucht oder geladen werden, kann man die Stromzufuhr automatisch über eine Schaltuhr oder manuell mit einem Schalter steuern. Doch Achtung: Nutzt man fürs Telefon eine Voice over IP Verbindung, ist man nicht mehr erreichbar.

Lohnen sich die Sparanstrengungen?

Eine vierköpfige Familie in der Schweiz verbraucht im Schnitt 3500 Kilowattstunden im Jahr und bezahlt dafür rund 700 Franken.

Lohnen sich da Sparanstrengungen für ein paar Franken pro Jahr?

«Das ist eine Frage der Haltung», meint Iris Hassenpfluger, Energieberaterin beim EWZ. Der Entscheid, ob man Strom verschwende, weil man kaum Geld spare, oder ob man umgekehrt bereit sei, sich etwas Mühe zu geben, solle bewusst gefällt werden.

Vlad Coroamă gibt zu, dass dieser Entscheid für ihn ein Dilemma darstellt. Der Dozent an der ETH Zürich und Spezialist für den Energieverbrauch in der IT-Industrie findet, dass man digitale Geräte nicht isoliert vom Gesamtenergieverbrauch betrachten soll.

Rechnet man nämlich den Aufwand für Heizung und Warmwasser mit ein, machen digitale Geräte bloss noch rund 3 Prozent des Energieaufwands eines Haushaltes aus. Vlad Coroamă warnt vor der vermeintlichen moralischen Absolution durch Sparanstrengungen: Schalte man regelmässig sein Modem aus, lasse sich damit kein Langstreckenflug in den Ferien rechtfertigen. Trotzdem zieht der Spezialist jeweils den Stecker bei seinem Modem, wenn er es nicht braucht.

Sendebezug: Radio SRF 3, 29.8.2019, 10:13 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von b. glaset  (glaset)
    Da sind Hersteller der Geräte und der Software in erster Linie gefragt. Da werden laufend neue Softwares verkauft-vermietet die auf bestehenden Geräten schon nicht mehr laufen. Die Konsumenten machen da leider mit Vollgas mit, statt dass diese mal STOP sagen. Ganz abgesehen vom Stromverbrauch ist das wohl kaum sehr oekologisch!
    Aber interessanterweise interssiert das die Klimakatastrophenprophezeier nicht, den ohne die Geräte wüssten die nicht mal, dass wir seit Jan 2020 Klimakatastrophe haben
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Könnten Sie bitte präzisieren? Sind nun die Hersteller schuld oder die Konsumenten, die "da mit Vollgas mitmachen"?
      Und der Seitenhieb am Ende halte ich für sehr deplatziert. Es gibt durchaus nachhaltige "Geräte", welche jahrelang funktionieren und sich bei Bedarf reparieren lassen. Und gerade jene Mitmenschen, welche sich um das Klima und die Umwelt sorgen und kümmern, nutzen tendenziell solche Geräte und haben so die aktuellsten Informationen.
  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Ältere Geräte können wegen der modernen umfassenden Software moderner Betriebssysteme schonn gar nicht mehr eingesetzt werden. Ein älterer Laptop verkraftet Windows 10 schon gar nicht mehr.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Entscheidend ist nicht der Stromverbrauch der Geräte. Entscheidend ist der Stromverbrauch der im weltweiten Netz durch den Gebrauch der Geräte ausgelöst wird. Eine Google-Abfrage löst im Netz einen Stromverbrauch aus, der dem Betrieb einer 18 Watt Glühbirne für eine Minute auslöst. Alleine Google hat über 3,4 Milliarden Suchanfragen pro Tag.
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    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Dann freuen Sie sich also ach schon so wie ich auf das 5G-Netz, welches einen wahren Datenaustauschwahn auslösen wird? Wir ersetzen als Menschheit ein Problem mit einem anderen.
    2. Antwort von Daniel Schmidlin  (Queren life)
      @Pip, Der Energiekonsum der weltweiten Netze samt Rechenzentren wird mit 5G massiv zunehmen. Das ist das grössere Problem als die Strahlung.
    3. Antwort von Vlad Coroama  (Vlad Coroama)
      Es stimmt zwar, dass der Stromverbrauch entlang der Netze relevant ist; die Zahl ist jedoch weit übertrieben. Wäre sie korrekt, würde eine Google-Suche 0.3 Wh entlang der Netze verbrauchen, alle 3.4 Milliarden Suchen 1TWh täglich und 365 TWh p.a. verbrauchen - 1.5% des weltweiten Stromverbrauchs!
      2019 ist jedoch der Stromverbrauch aller Netze weltweit ca. 650 TWh. Davon fallen 70-75% auf Videostreaming an (Netflix, youtube & co). Der Rest ist WWW generell, Email, VPN und ja, auch etwas Google.