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Entschärfung geglückt Berlin atmet auf – Fliegerbombe ist keine Bedrohung mehr

Legende: Video Evakuierung wegen Fliegerbombe abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Vom 20.04.2018.
  • Die Entschärfung einer Fliegerbombe in der Nähe des Hauptbahnhofs Berlin ist abgeschlossen.
  • Schätzungsweise 10’000 Menschen waren von der Evakuierung in einem Radius von 800 Metern um den Bahnhof betroffen.
  • In der Zone lagen auch Spitäler, Bundesbehörden und Botschaften.
Legende: Rund um den Fundort der Bombe wurde ein Sperrkreis errichtet. Polizei Berlin

Um 11.45 bestätigte die Berliner Bundespolizei die Evakuierung des Hauptbahnhofs. Rund eineinhalb Stunden später – um 13.21 Uhr – folgte dann die Meldung, dass der Zünder erfolgreich hatte entfernt und gesprengt werden können.

Für die Entschärfung hatte die Polizei am Freitag ab 9 Uhr ein Sperrgebiet im Stadtteil Berlin-Mitte eingerichtet. Mit rund 10'000 Betroffenen handelte es sich um eine der grössten Evakuierungsaktionen der vergangenen Jahre in der Deutschen Hauptstadt. Einen Bettlägrigen barg die Feuerwehr gar mithilfe einer Drehleiter aus dem Fenster. Mittlerweile können die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurück.

Auch Tausende Zugreisende dürften beeinträchtigt worden sein. Züge fuhren ab 10 Uhr am Hauptbahnhof durch, Fernverkehrszüge hielten in anderen Bahnhöfen und zahlreiche S-Bahnlinien waren unterbrochen. Ab 11.30 Uhr bis zur Entschärfung wurde der Bahnbetrieb im Hauptbahnhof ganz eingestellt.

Die Situation im Nahverkehr sollte sich schnell normalisieren; im Fernverkehr dürfte dies etwas länger dauern.

«Ich lebe jeden Tag, als wäre es mein letzter»
Autor: Engin LaumerPolizeioberkomissar

Für die Entschärfung verantwortlich war ein fünfköpfiges Team rund um Polizeioberkommissar, Engin Laumer, verantwortlich. Die Sprengmeister sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit: «Alles lief völlig problemlos ab.» Es sei ein gut eingespieltes Team. Trotzdem ist man sich des Risikos bewusst, das man immer wieder für diese Arbeit eingeht: «Ich lebe jeden Tag, als wäre es mein letzter», sagt Laumer.

Mann auf Baustelle
Legende: Auf dieser Baustelle wurde die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Keystone

45’000 Tonnen Sprengstoff

Der 500-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei Bauarbeiten in der Heidestrasse entdeckt. Eine unmittelbare Gefahr sei von dem Sprengkörper nicht ausgegangen, hatte die Polizei erklärt.

Berlin war im Zweiten Weltkrieg häufig das Ziel von Bombardierungen. Insgesamt sollen Amerikaner, Briten und Russen bis 1945 in 380 Bombenangriffen 45’000 Tonnen Sprengstoff abgeworfen haben.

Schätzungen der Berliner Umweltverwaltung zufolge befinden sich im Boden unter der Stadt noch immer etwa 3000 Bomben, Granaten und Munitionsreste.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Heute Berlin. Frankfurt am Main erlebte einen Krimi um die Entschärfung einer Weltkriegsbombe. Die Evakuierung dauerte länger als erwartet, es gab eine Festnahme. Und am Ende knallte es. Die Herausforderung in Frankfurt am Main war um einige Dimensionen grösser. 1,4 Tonnen Sprengstoff gefüllte britische Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg wurde entdeckt, fast zwei Meter lang, mit einem Umfang von 76 Zentimetern, Typ HC 4000. Die Entschärfung sei eine „wahnsinnige Herausforderung" mit 3 Zündern.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    In ganz Deutschland liegen noch tausende Blindgänger unter der Erde, die entschärft werden müssen. Dort, wo im Zweiten Weltkrieg Bombardierungen stattfanden, können auch heute noch Blindgänger im Erdreich stecken. Das gilt vor allem für grössere Städte und Flächen ehemals kriegswichtiger Einrichtungen. Manche Blindgänger liegen nur knapp unter der Oberfläche - andere metertief darunter. Viele dieser Bomben werden zufällig gefunden - bei Bauarbeiten oder von Landwirten.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Eine Frage, die ich immer wieder stelle: wann ist ein Krieg zu Ende? Was für Hypotheken materieller und 'seelischer' Natur wird unsere Generation hinterlassen, die trotz dem vielen zur Verfügung stehendem Wissen, Informationen und gemachter Erfahrungen unserer Elders, es nicht fertig bringt, sich zu 100% auf die Seite der Friedens zu stellen?
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