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Ex-Tennisprofi vor Gericht Yves Allegro wegen sexueller Nötigung verurteilt

  • Der ehemalige Schweizer Tennisprofi Yves Allegro ist vom Strafgericht in Siders vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.
  • Er wurde aber wegen sexueller Nötigung vom Gericht zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
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Aus dem Archiv: Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ex-Tennisprofi
Aus Schweiz aktuell vom 09.12.2019.
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Der 41-jährige Walliser, der heute als Trainer beim Tennisverband Swiss Tennis tätig ist, musste sich für Geschehnisse vor Gericht verantworten, die sich im Oktober 2014 in Tallinn in Estland zugetragen haben sollen.

Trainer-Delegationen aus Österreich und der Schweiz haben laut der Anklageschrift gemeinsam eine ausgiebige «Beizentour» unternommen. Allegro landete schliesslich zusammen mit der Österreicherin in seinem Hotelzimmer. Dort soll es zu den sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Anklage wollte vier Jahre Gefängnis

Die Frau sei wenigstens teilweise Opfer von alkoholbedingter Gewalt und Brutalität geworden. Zu diesem Schluss kam das Gericht. Sie sei zweifelsohne sexuell angegangen worden, ihr Trauma sei real. Weil allerdings nicht erwiesen sei, dass es zu einer Vergewaltigung gekommen sei, erfolge eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung.

Yves Allegro öffnet Türe bei Gericht
Legende: Keystone

Die Staatsanwältin hatte vier Jahre Gefängnis gefordert. Die verschiedenen medizinischen Berichte würden bestätigen, dass es sich bei den Äusserungen der Klägerin «weder um eine Halluzination noch um eine Erfindung» handle. Für den Angeklagten spreche einzig, dass er keine Vorstrafen habe.

Allegro will das Urteil vor dem Kantonsgericht anfechten. Der prominente Angeklagte bezeichnete die Situation als «unbegreiflich» und versicherte, dass er unschuldig sei. «Ich war nie gewalttätig zu jemandem», betonte Allegro. Seine letzte Erinnerung sei gewesen, dass er einen Shot getrunken und sich dann auf die Tanzfläche gestürzt habe.

Entschuldigung per SMS

Am darauf folgenden Tag sollen sich weder Allegro noch die Österreicherin daran erinnert haben, was sich in jener Nacht zugetragen hat. Der Walliser entschuldigte sich bei der Frau via SMS für sein Verhalten, «das nichts mit jenem eines Gentlemans» zu tun habe.

Die Österreicherin gab 48 Stunden später an, dass sie sich Stück um Stück wieder an die Geschehnisse der Nacht erinnert habe. Sie gab den Kolleginnen und Kollegen ihrer Delegation an, möglicherweise Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden zu sein. So habe sie starke Schmerzen verspürt und auf ihrem Körper blaue Flecken entdeckt.

Die Gerichtsverhandlung fand unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So durften keine Zuschauerinnen und Zuschauer dem Prozess beiwohnen. Lediglich Pressevertreter waren zugelassen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Die Welt wird komisch, Also wenn ich,beschwipst oder nicht, von einer Frau aufs Hotelzimmer begleitet werde, erwarte ich dass sie will... ansonst warum sollte sie mit mir aufs Zimmer kommen... die Markensammlung ansehen????
    Dann nachher wegen Uebergriffs beschuldigen... das ist doch unterste Schublade... das passt zu #meetoo
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  • Kommentar von H. Svec  (H.S.)
    Wieso wird Herr Allegro namentlich genannt, auf den Pranger gestellt? Sonst bin ich gewohnt, nur x.y. zu lesen, zum Schutze der Persönlichkeit...
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      SRF hat entschieden, den Namen zu nennen, da er in Sportkreisen sehr bekannt und noch immer eine wichtige Person im Tennisverband Swiss Tennis ist.
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    2. Antwort von Bruno Polli  (Pittbull)
      Es ist schon seit November bekannt dass Yves Allegro in dieser Angelegenheit am 9.12.vor Gericht erscheinen muss. Siehe u.a.folgenden Link:
      https://www.1815.ch/news/wallis/aktuell/schwere-vorwuerfe-gegen-yves-allegro/
      Also denke ich auch dass man den Namen hier erwähnen darf.
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    3. Antwort von Bruno Polli  (Pittbull)
      Evtl. noch als Annerkung, die Reaktion von Rene Stammbach. Steht allerdings nicht in dem von mir vorher erwähnten Link. Und ist VOR der Gerichtsverhandlung gesagt worden:
      Swiss Tennis-Präsident René Stammbach sagte gegenüber der «NZZ», man wisse seit ein, zwei Monaten von den Vorwürfen: «Der Beschuldigte informierte uns, nachdem er angeklagt worden war. Der Zentralvorstand hat seither noch nicht getagt. Aber im Moment gibt es ohnehin keinen Handlungsbedarf, weil die Unschuldsvermutung gilt.»
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    "Weil allerdings nicht erwiesen sei, dass es zu einer Vergewaltigung gekommen sei, erfolge eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung." - Was ist denn da der Unterschied? Für mich klingt das wie eine Verlegenheitsdiagnose beim Arzt. "Reizdarmsyndrom". Und doch scheint es ja Beweise zu geben, sonst müsste man ja die Unschuldsvermutung gelten lassen.
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    1. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Vergewaltigung: Erzwingen des Beischlafs. Strafe dafür: 1 bis 10 Jahre Freiheitsstrafe.

      Sexuelle Nötigung: Erzwingen einer beischlafsähnlichen oder anderen sexuellen Handlung. Strafe dafür: 1/2 bis 10 Jahre Freiheitsstrafe oder nur Geldstrafe.
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    2. Antwort von Martin Egger  (Martin Egger)
      Danke für die Erklärung, Josef.
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