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Fake News über Fake News Tom Kummer ist gar nicht Tom Kummer

Der selber als Fälscher geoutete Journalist Tom Kummer gab am Montag Schawinski Auskunft zum Fall Relotius. Und dann das.

Legende: Video Tom Kummer: «Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst» abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 14.01.2019.

Tom Kummer, der selber als Journalist traurige Berühmtheit erlangte, weil er Berichte und Interviews fälschte, stand am Montag Roger Schawinski Red und Antwort. Thema der Sendung: Der Fall Relotius. Der junge «Spiegel»-Autor Claas Relotius hatte über Jahre Reportagen und Berichte gefälscht, damit zahlreiche Journalistenpreise gewonnen – und das Traditionsblatt in eine schwere Krise gestürzt. Relotius schrieb unter anderem auch für die «Weltwoche».

In seiner Sendung spricht Gastgeber Schawinski Kummer auf eine Kolumne in der Weltwoche vom 4. Januar an. Kummer wendet sich darin unter dem Titel «Lieber Claas Relotius» in einem offenen Brief an den Spiegeljournalisten – und gibt an, froh zu sein, nun nicht mehr der grösste Betrüger im deutschsprachigen Journalismus zu sein. Darauf angesprochen, bestreitet Kummer Autor der Kolumne zu sein. Was gilt denn nun?

Köppel: «Persiflage nach Mark Twain»

Auf Nachfrage von SRF bestätigt «Weltwoche»-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel, der offene Brief sei zwar mit «Tom Kummer» unterschrieben, aber nicht von diesem verfasst worden. Geschrieben habe die Kolumne «Weltwoche»-Redaktor Michael Bahnerth. Dies sei von dem Wochenmagazin auch ausgeflaggt worden – mit der Spitzmarke «Fake News» über der Kolumne.

Der kleine Neujahrsgag erwies sich als Luftheuler – kein Leserbrief, kein Anruf, keine Reaktion auf die Kolumne, die Köppel als «ironische Persiflage nach Mark Twain» bezeichnet.

Übrigens: Der Text in der Weltwoche endet mit dem Satz «Life is a bitch and journalism bigoted». Was gibt es da noch anzufügen.

Legende: Video Roger Schawinski im Gespräch mit Tom Kummer abspielen. Laufzeit 26:57 Minuten.
Aus Schawinski vom 14.01.2019.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Vielleicht macht es Sinn wenn sich der Journalismus mal mit der Quantenphysik auseinandersetzt. Das Doppelspaltexperiment von Thomas Young von 1802, als sie sich Jahrhunderte gestritten haben ob Licht ein Teilchen (Photon) oder aber eine Welle ist -.es ist beides und auch das nur Potenziell, erst im Moment der Beobachtung, des Untersuchens der Wahrheit bestimmt die Gegenwart was es ist. Beobachte ich es - suche ich nach der Wahrheit - werden ich zum Objekt. Bewusstsein lässt grüssen.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Informationsaustausch ist gar nicht immer so einfach. Nachdem nun ein wenig der Journalismus ein kritisches Auge auf sich selbst wirf, was immer zwischendurch sehr erhellend ist, wären da noch die Wissenschaftler. Erst wenn die Wissenschaft sich etwas selbstkritischer sieht kommt sie wirklich weiter.
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  • Kommentar von Asher Meng (Ashi)
    Das ist ja der Hammer. Dass Kummer zu oft gelogen hat, ist bewiesen. Aber , dass er den Weltwoche Artikel nicht geschrieben hat, ist unglaublich und zeigt wie wir in Zukunft noch besser zwischen den Zeilen lesen lernen müssen. Danke SRF und Schawinski für den Mut Kummer einzuladen. Glaube Kummer kein Wort. Weltwoche habe ich noch nie gelesen
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