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Ausgerechnet Pelati: Grossputz-Aktion wegen Kenwood-Mixer
Aus Espresso vom 17.02.2021.
abspielen. Laufzeit 05:13 Minuten.
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Fliegende Scherben, rote Wände Schreck und Sauerei: Kenwood-Mixer «explodiert»

Beim Pelati-Mixen zerspringt unvermittelt ein Gewürzhacker der Marke Kenwood.

Es sollte eine feine Maispizza werden für Gäste. Doch daraus wurde eine riesige Sauerei und ein Schreck fürs Leben.

Ein Paar aus dem Kanton Zürich mixt mit dem Gewürzhacker ihrer Kenwood-Küchenmaschine Pelati für den Pizzabelag. Doch plötzlich zerspringt die fingerdicke Glaskuppel des Mixers: Scherben fliegen durch die Luft und die Tomatensauce auch. Kleider und Brille der Frau sind voll, die Wände, Geräte und die weissen Küchenkästchen ebenso.

Defekter Kenwood-Mixer vor rot verschmierter Küchenwand
Legende: Ausgerechnet Pelati: Die Maschine hat für einen aufwändigen Putzeinsatz gesorgt. zvg

Es hätte noch schlimmer enden können

Aus dem gemütlichen Nachtessen wird nichts. Stattdessen putzen das Paar und die Gäste drei Stunden die Wohnung. Erst später realisieren sie, wie gefährlich die Situation eigentlich war. Die Scherben flogen haarscharf am Kopf der Frau vorbei. Und was, wenn noch ein Kind dabei gestanden wäre?

Als der Schreck etwas verdaut ist, meldet das Paar den Schaden ihrer Versicherung. Diese sagt zu Recht: Weil es sich um eine Eigentumswohnung handelt, ist es kein Haftpflichtfall. Da sei der Hersteller, also Kenwood, in der Pflicht. Doch Kenwood hat kein Musikgehör: Das Paar habe den Gewürzmixer wohl falsch bedient, schreibt der Kundendienst – es müsse wohl etwas Heisses eingefüllt worden sein oder zu viel Pelati. Das Paar beteuert, das sei nicht der Fall gewesen.

Zerbrochenes Mixerglas
Legende: Das starke Glas des Kenwood-Mixers: Da braucht es schon einiges, damit das bricht. zvg

Glasbruch bei Kenwood-Zubehör – zum dritten Mal

Die zwei Ersatz-Hacker, die Kenwood dem Paar als Entschädigung schenken will, schlagen sie aus. Denn es ist nicht das erste Mal, dass dieses Kenwood-Zubehör in die Brüche geht. Die ersten zwei Mal sei es beim Abwasch passiert und sie hätten angenommen, sie hätten das Glas wohl zu heiss oder kalt abgespült, erzählt der Mann im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Nach dieser «Explosion» beschleicht das Paar aber die Befürchtung, es liegt vielleicht doch am Material.

Kenwood beabsichtigt, den vorliegenden Fall gründlich zu untersuchen, um ein klares Verständnis für die Dynamik des Ereignisses und mögliche Ursachen zu erhalten.
Autor: Kenwood

Kenwood: «Noch nie eine solche Rückmeldung»

Wie kann es passieren, dass ein Zubehör eines hochwertigen Markenprodukts mitten im Betrieb «explodiert» und Kunden so in Gefahr bringt? Dies will «Espresso» von Kenwood wissen. Das Unternehmen schreibt, man habe bereits mehrere tausend dieser Gewürzhacker verkauft und bisher noch keine solche Rückmeldung erhalten.

Das Produkt sei zudem vor zwei Monaten getestet worden und es seien keine Probleme aufgetreten. Jedoch: «Kenwood nimmt die Sicherheit sehr ernst, seine Produktpalette erfüllt alle geltenden Sicherheitsstandards und ist von weltweit anerkannten Zertifizierungsstellen zertifiziert. Kenwood beabsichtigt, den vorliegenden Fall gründlich zu untersuchen, um ein klares Verständnis für die Dynamik des Ereignisses und mögliche Ursachen zu erhalten. Sollte sich aus dieser Untersuchung eine Möglichkeit zur Verbesserung von Produkt und Prozessen ergeben, würde Kenwood entsprechend nachfassen.»

Immerhin, Kenwood will den Fall nun untersuchen. Ob man dem betroffenen Paar doch noch entgegenkommt und sich an den Kosten beteiligt, um ihre nicht mehr weissen Wände neu zu streichen, ist noch offen.

Espresso, 17.02.2021, 08:13 Uhr

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Gögs Andrighetto  (Gögs)
    Natürlich ärgerlich. Aber wieso muss bei jedem Missgeschick der Hersteller oder eine Versicherung herhalten? Langsam wird es bei uns wie in den USA, immer ist jemand anderes Schuld und man versucht immer jemanden zu verklagen und Profit zu machen.
    1. Antwort von Markus Kohl  (Fischers)
      Das mühsame ist, dass erst etwas unternommen wird wenn es verletzte gibt und evt. solche Produkte auf den Markt kommen ohne richtig getestet zu werden.

      Wenn diese Person lebenslange Schäden erlitten hätte. Wer wäre schuld?
    2. Antwort von Tinu Sado  (Tinu2)
      was genau hat das mit Profit zu tun? Das Produkt war offensichtlich fehlerhaft, was bei Glas übrigens sehr wohl sein kann. Das hat doch absolut nichts mit einem Missgeschick zu tun! Es gibt Gründe warum heutzutage kaum jemand noch auf Glasbehälter für solche Hexler setzt, weil eben genau das passieren kann, bei hochwertigem Plastik eben nicht, dieser hat nämlich eine gewisse Grundflexibilität und kann nachgeben wenn es zu Spannungen kommt.
  • Kommentar von Gustav Natterer  (GN)
    Nach meinem Rechtsempfinden sollte der Hersteller haften, was auch immer in einer AGB steht. Warum ist es aber so schwierig diese Haftung durchzusetzen? Liegt das an der (gewollten) Gesetzgebung?
    Zudem ist nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Personen von fliegenden Glasteilen getroffen worden wären.
    1. Antwort von Christoph Rebholz  (Charlie Romeo)
      Ein Hersteller kann in seine AGB schreiben, was er will.
      Es gilt das Produktehaftpflichtgesetz das klar regelt, dass Folgeschäden aus unsicheren Produkten der Hersteller zu tragen hat.
    2. Antwort von Markus Kohl  (Fischers)
      Wie definiert man ein unsicheres Produkt?

      Der Hersteller versucht mit seiner Materialkontrolle und Zertifizierung zu garantieren, dass der Gewürzhacker ab Werk sicher ist für die Anwendung.

      Oder verstehe ich da etwas falsch?
    3. Antwort von Tinu Sado  (Tinu2)
      kein unsicheres Produkt sondern ein fehlerhaftes Produkt - diese Gesetzgebung ist auch gut so und genau für Fälle wie diesen gemacht. Wenn der Hersteller jede Verantwortung für solche Folgeschäden einfach ablehnen könnte, wäre jegliche Produktsicherheit schnell weg und es würde nur noch billiger Mist produziert.
    4. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Ich denke das war eher eine missbräuchliche Verwendung des Gewürzhackers um einen heissen Tomatenbräu zu häckseln. Hierfür bietet Kenwood einen eigenen Mixeraufsatz aus temperaturresistentem Glas.Man trocknet ja auch nicht einen nassen Pudel im Mikrowellenofen.
    5. Antwort von Christoph Rebholz  (Charlie Romeo)
      @Kohl
      "Ein Produkt ist fehlerhaft, wenn es nicht die Sicherheit bietet, welche die Verbraucher berechtigterweise erwarten dürfen"
      Das beinhaltet zB den Gebrauch, mit dem vernünftigerweise gerechnet werden kann, aber auch mangelhafte Gebrauchsanweisung ein.
  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Ärgerlich ist die Sauerei, ganz klar.
    So wie dieser Artikel verfasst ist errinnert mich das an das Zündhölzli von Mani Matter.
    Was hätte nicht alles passieren können!
    Fraglich, ob der Gewürzhacker das richtige Teil zum Tomaten pürieren ist.
    Zur Gewährleistung, das zerbrochene Teil wird ersetzt.
    Haftpflicht für Folgeschäden? Ob Glas bei dieser Art Belastung das richtige Material ist? Kunststoff wäre da sicherer. Fehler des Herstellers? Gut möglich, finde ich auch. Klagen!
    1. Antwort von Morris Weber  (W.M)
      Es ist überhaupt fraglich ob Glas wirklich das richtige Material für das Gehäuse eines drehenden Maschinenteiles ist (Fehler im Guss, Schlafendes Auge im Glaskörper, Materialspannungen, usw)