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Flüchtlinge werden zu Kleinunternehmern
Aus Tagesschau vom 25.12.2017.
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Flüchtlinge in Italien Vom geächteten Eindringling zum Kleinunternehmer

Das Ganze begann vor sieben Jahren. Damals begehrten nordafrikanische Einwanderer im Süden Italiens auf, weil sie sich unmenschlich behandelt fühlten. Sie protestierten und flohen nach Rom. Inzwischen sind zwei von ihnen erfolgreiche Kleinunternehmer – als Teil einer Genossenschaft.

Auf dem Landgut Casale di Martignano – etwa 40 Kilometer von Rom entfernt – beginnt die Arbeit früh am Morgen. Auch über die Festtage läuft die Produktion auf Hochtouren. Ismael Mewada und Sidiki Kone müssen die gerade eingetroffenen 150 Liter Bio-Milch zu Joghurt verarbeiten.

Es ist die Spezialität von Barikamà, einer Genossenschaft, an der die beiden Männer beteiligt sind. Hinter sich haben sie Jahre als Tagelöhner ohne Aufenthaltserlaubnis in der ländlichen Gegend von Rosarno in Kalabrien.

«Die Arbeit begann früh am Morgen um 6. Und für einen ganzen Tag bekam man höchstens 25 Euro. Geschlafen haben wir in verlassenen Häusern ohne Licht und ohne Wasser», sagt Mewada.

Für einen ganzen Tag bekam man höchstens 25 Euro. Geschlafen haben wir in verlassenen Häusern ohne Licht und ohne Wasser.
Autor: Ismael MewadaTeilhaber Genossenschaft Barikamà
Sidiki Kone wäscht Joghurt-Gläser aus.
Legende: Ismael Mewada und Sidiki Kone produzieren Bio-Joghurt. RSI

Eine dramatische Erfahrung, die 2010 zu einem Aufstand führt: Viele von ihnen fliehen nach Rom, um neu anzufangen. Dank der Hilfe eines italienischen Sozialarbeiters lernen sie, Bio-Joghurt zu produzieren. Zuerst fangen sie zu zweit an, verarbeiten 15 Liter Milch pro Woche, aber das Projekt sollte erst noch richtig beginnen.

«Jetzt sind wir sieben Teilhaber und eine Genossenschaft der Kategorie B. Das bedeutet, dass mindestens 30 Prozent der Menschen, die hier arbeiten, aus benachteiligten Verhältnissen kommen müssen», sagt Mewada.

Als ich in Rosarno war, dachte ich wirklich, dass es in diesem Land keine anständigen Leute gibt. Aber hier habe ich gesehen, dass nicht alle so sind.
Autor: Sidiki KoneTeilhaber Genossenschaft Barikamà

Inspiriert von diesem Erfolg baut die Genossenschaft nun auch biologisches Gemüse an. Die Produkte werden zu fairen Preisen verkauft und quer durch die Hauptstadt mit dem Fahrrad an Geschäfte verteilt. Die Einnahmen sind zwar bescheiden, doch der Preis für die neu erworbene Freiheit und Würde ist unbezahlbar.

«Als ich in Rosarno war, dachte ich wirklich, dass es in diesem Land keine anständigen Leute gibt. Aber hier habe ich gesehen, dass nicht alle so sind. Jetzt habe ich ein neues Leben bekommen», sagt Kone.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Müller  (Herbert Müller)
    Sehr gut, es geht doch! Jetzt müssen wir unser Asylwesen nur noch umgestalten, dass wer arbeitet mehr hat als diejenige welche vom Sozialstaat leben. Arbeit soll sich lohnen.
  • Kommentar von u. Felber  (Keule)
    Gute Story, noch ein paar mehr und die Aslydebatte ist gerettet...
  • Kommentar von Andreas Baumann  (Andreas Baumann)
    Bravo und Hut ab ... Esgibt Auch Menschen die Arbeiten wollen und was tun wollen .. Gratulation und einen guten rutsch