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Orkanböen in den Alpen – Schnee im Süden
Aus Tagesschau vom 23.11.2019.
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Föhnsturm und Schneefall Orkanböen von bis zu 158 km/h in den Alpen

Auf der Vorderseite eines Tiefdruckkomplexes über Frankreich hat sich über den Alpen eine stürmische Föhnströmung eingestellt. Zudem staut sich auf der Alpensüdseite viel Feuchtigkeit. Bis am Sonntagvormittag kommt es im Süden zu ergiebigen Regen- und Schneefällen.

Luzian Schmassmann

Luzian Schmassmann

Meteorologe

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Nach dem Bachelor in Geowissenschaften in Basel folgte das Masterstudium in Atmosphärenwissenschaften in Innsbruck. Während und nach dem Studium absolvierte er mehrere Praktika bei diversen privaten und staatlichen Wetterbüros. Seit Sommer 2017 arbeitet er als Meteorologe bei SRF Meteo.

SRF News: Welche Regionen sind besonders vom Föhnsturm betroffen?

Luzian Schmassmann: Stürmisch wurde es in der Nacht auf Samstag besonders in den Alpentälern, zum Beispiel im Urner Reusstal oder im Haslital, wo Böenspitzen bis 130 km/h gemessen wurden. Auf den Bergspitzen, etwa auf dem Gütsch in Andermatt (UR) wurden gar Böenspitzen von 158 km/h erreicht. Ausserordentlich ist der gemessene Wert in Meiringen (BE) mit 138 km/h. Dies ist dort die sechsthöchste Windgeschwindigkeit seit Messbeginn 1997.

Nehmen die Windgeschwindigkeiten im Laufe des Tages noch zu?

Es bleibt in den betroffenen Regionen den ganzen Tag über stürmisch. Auf den Bergspitzen werden Böen von rund 160 km/h erwartet.

Karte
Legende: Gültig bis Samstag, 23. November 2019. Gelb markiert Sturmböen, orange und rot Orkanböen. SRF

Welche Temperaturen wurden erreicht?

In den Föhntälern wurden milde Temperaturen verzeichnet. Im Glarnerland war es bereits in der Nacht über 17 Grad warm. In den Föhngebieten werden heute zwischen 16 und 19 Grad erwartet.

Gleichzeitig schneit es im Süden. In welchen Regionen besonders?

Vor allem im Wallis und im Tessin sowie in angrenzenden Gebieten. Hier werden den ganzen Tag ergiebige Niederschläge erwartet. In den Alpenregionen kann es hier bis zu einem Meter Neuschnee geben. Am meisten Niederschlag gibt es im oberen Saastal, im Simplongebiet, Binntal, Maggiatal, Val Onsernone und Centovalli. Die Schneefallgrenze auf der Alpensüdseite lag in den frühen Morgenstunden bei 900-1300 Metern. Im Laufe des Tages wird sie auf 1500-1800 Meter ansteigen.

Herrscht Lawinengefahr?

Die Lawinengefahr steigt deutlich an. Im Wallis und im Tessin gilt laut dem Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF die Warnstufe 4 (gross).

Das Interview führte Silvana Berini.

SLF-Lawinenbulletin für Samstag, 23. November
Legende: SLF
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2 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Eindrücklich diese Bilder und diese Berichterstattung! Z. B. der "älteste Haslitaler" ist ganz schön am Werk. Es wird wieder mal offenbar, dass sich der Mensch der Natur letztlich beugen muss. Das erzeugt eine gesunde Demut vor der Schöpfung. Wir sind relativ kleine Wesen auf der ganzen Welt, aber führen uns viel zu schädigend gegenüber der Natur auf. Aber wir könnten anders, wenn wir nur wollten. Die Natur ist unsere Lebensgrundlage, wenn diese zerstört ist, nützt uns alles Geld nichts mehr.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Und weil die Menschheit schlau ist, wird sie auch früher oder später den "ältesten Haslitaler" dazu gebrauchen um mit Hilfe seiner Energie Computer betreiben zu können, damit wir hier weiterhin Kommentare verfassen können ;-)
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