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Fans von Britney Spears jubeln (unkomm.)
Aus News-Clip vom 30.09.2021.
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«Free Britney» geglückt US-Gericht setzt Vater von Britney Spears als Vormund ab

  • Nach 13 Jahren ist der Vater von Britney Spears als Vormund für seine Tochter abgesetzt worden.
  • Nach Medienberichten kam Richterin Brenda Penny bei einer Anhörung einem Antrag von den Anwälten der Sängerin nach.
  • Für die 39-jährige Sängerin ist es ein grosser Sieg auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

«Britney verdient es, morgen aufzuwachen, ohne ihren Vater als Vormund», sagte Anwalt Mathew Rosengart vor Gericht, wie der Sender CNN berichtete.

Rosengart hatte im Namen von Spears schon länger auf einen Abtritt des Vaters als Vormund gedrängt. Bei der Anhörung beschrieb er Jamie Spears als «grausamen, toxischen und missbräuchlichen Mann».

Vorübergehender Vormund

Das Gericht setzte am Mittwoch (Ortszeit) den Buchhalter John Zabel vorübergehend als Vormund für die Finanzen der Sängerin ein, wie die «New York Times» berichtete. Die Vormundschaftsregelung bleibt zunächst bestehen.

Die nächste Anhörung soll laut «TMZ.com» am 12. November stattfinden. Dann könnte das Gericht über die mögliche Aufhebung aller Auflagen entscheiden, hiess es.

Befreiungsschlag für Spears

Jamie Spears hatte seit 2008 die Vormundschaft für seine Tochter inne, nachdem die Sängerin wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Zunächst verwaltete er das Millionen-Vermögen und private Anliegen seiner Tochter. 2019 trat er kürzer, blieb aber für die Finanzen zuständig.

Legende: 13 Jahre fungierte Jamie Spears als Vormund seiner Tochter. Reuters

Bei Anhörungen im Juni und Juli hatte Spears in emotionalen Ansprachen ihren Vater heftig angegriffen und Vorwürfe gegen ihre Familie und Betreuer erhoben. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen, erklärte die Sängerin von Hits wie «Oops! ... I Did It Again» oder «Baby One More Time». Sie sei bedroht worden und habe Angst vor ihrem Vater. Stellenweise brach der Popstar dabei in Schluchzen aus.

Vom Vater überwacht

Nach einer neuen Dokumentation der «New York Times» soll Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters jahrelang massiv überwacht worden sein. In ihrem Schlafzimmer seien ein Abhörgerät angebracht und Daten auf ihrem Handy kopiert worden, hiess es in der Doku «Controlling Britney Spears» unter Berufung auf Material, das von einem ehemaligen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma zur Verfügung gestellt worden sei. Mit «Britney vs. Spears» veröffentlichte der Streaming-Dienst Netflix diese Woche eine weitere Doku mit Vorwürfen.

Legende: Fans von Britney Spears feiern den Gerichtsentscheid in Los Angeles. Reuters

Der Fall Spears hatte bereits durch die erste Dokumentation der «New York Times» zu dem Thema im Frühjahr viel Aufmerksamkeit erlangt. «Framing Britney Spears» entfachte heftige Diskussionen vor allem in den sozialen Netzwerken. Viele Prominente und Fans bekundeten unter dem Hashtag «#FreeBritney» daraufhin ihre Unterstützung für die Sängerin.

Kommt der nächste Gerichtsfall?

Während 13 Jahren unter Vormundschaft stand die zweifache Mutter weiter auf der Bühne und nahm Millionen ein. Ihr Vater verteidigte sich vor Gericht, er habe immer nur im besten Interesse seiner Tochter agiert. Rosengart wies diese Darstellung entschieden zurück. Britney habe einen jahrelangen Albtraum hinter sich, von ihrem Vater und anderen inszeniert, sagte der Anwalt nach dem Gerichtstermin vor Reportern und jubelnden Fans. Er sei stolz auf ihren Mut, ihre Kraft und ihre Schärfe in diesem Gerichtsstreit.

Der Kampf geht nun offenbar weiter. Rosengart erklärte, dass er gegen Jamie Spears und andere vor Gericht ziehen werde, wenn sich herausstellen würde, dass sie Gelder veruntreut oder sich missbräuchlich verhalten hätten.

SRF 4 News, 30.09.2021, 03:00 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Einerseits ist das für uns so relevant wie der bekannte Sack Reis in China.
    Andererseits doch bedenklich, wie ein Vater so viel Macht über seine erwachsene Tochter in die Hände kriegen kann. Mehr noch über ihr gesamtes VERMÖGEN...!
    Egal, ob es sich nun um eine prominente Tochter handelt oder nicht.
    So eine Vormundschaft dürfte in sehr vielen Fällen bedenkliche Folgen (gehabt) haben.
    Zu hoffen bleibt, dass so eines Vaters Tun und Lassen im Detail überprüft wird und ggfs. Konsequenzen hat.
    1. Antwort von Marlis Bremgartner  (Brem)
      In der Schweiz wäre sowas garnicht möglich. Das man so lange einen Vormund hat. Das Jahrelang das Gericht noch Vormundschaftsbehörde nichts unternommen haben. Zum Glück hatte Sie den Mut dazu sich zu wehren. Wenn es eine einfache Person wäre, würden wir von dem chemischen US Vormundschaftsgesetz nichts wissen.
    2. Antwort von Hans H. Hirt  (AndromedaAxiomis)
      Ich sage mal ihr Vater ist der Grund, dass Sie überhaupt noch lebt.
      Diese Frau war nicht mehr in der Lage für sich selbst zu sorgen.
      Und bitte schön was wäre die Alternative gewesen? Genau, die geschlossene Psychiatrie und da wäre Sie heute noch drinn.
    3. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Ihre Ansicht, Herr Hirt, würde auf Einblick in die ärztlichen Gutachten und die Gerichtsakten bedingen. Sofern Sie keiner der Anwälte oder Gutachter sind, erachte ich Ihren Kommentar als subjektiv und inkompetent, exgüsi.
    4. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      @Hirt: Solche "Abstürze" sind nicht zwangsläufig mit selbstgefährdendem Verhalten verbunden. Eine geschlossene Psychiatrie kann jedoch für die Akutphase eine Möglichkeit sein aber nicht langfristig. ihr Vater hat allerdings gezeigt, dass er in all der Zeit entweder nicht Willens oder fähig war, seiner Tochter die lebensnotwendigen Strategie fürs Leben zu vermitteln.
  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Britney hat's offenbar unter die 'Top News' von SRF geschafft! Die Wichtigkeit dieser Meldung erschliesst sich mir nicht, aber anderen ergeht's da offenbar anders ...
    1. Antwort von Hans H. Hirt  (AndromedaAxiomis)
      Es steht Ihnen frei das zu lesen.
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Das ist schon eine sehr bedenkliche Geschichte. Da wird ein junger Mensch, wegen eines psychischen Absturzes, für mehr als ein Jahrzehnt komplett entmündigt, anwaltschaftlicher Beistand wird verwehrt etc.. Das dürfte so eigentlich gar nicht möglich sein.
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Genau darum haben wir die KESB. Als noch private Vormunde wurstelten, war solches auch bei uns Alltag, leider.
    2. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      In den USA geht es vor allem um das Geld, und wer darüber bestimmen kann.
      Wäre sie nicht berühmt, und hätte sie keine Geld, dann würde sich keiner für ihre Situation interessieren.
    3. Antwort von harald keller  (pragmatiker)
      Hatten Sie schon einmal mit der KESB zu tun Herr Gasser. Ich oft, und ich würde sagen, wir sind vom Regen in die Traufe gekommen.
    4. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Ich hatte und habe mit der KESB zu tun und hatte auch mit der Vorgängerbehörde ein paar Runden. Die KESB mag nicht perfekt sein aber im Vergleich zur vorherigen Laienbehörde ist es eine deutliche Verbesserung, gerade was die rechtliche Situation betrifft.