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Freilichtmuseum Ballenberg Die verzweifelte Suche nach Besuchern

Millionen-Verlust auf dem Ballenberg: Der Stiftungspräsident erklärt die Gründe – und wie es nun weitergehen soll.

Legende: Audio Das Freilichtmuseum Ballenberg schreibt Verlust abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
02:22 min, aus HeuteMorgen vom 04.04.2018.

Weniger Besucher: Während 2009 noch über 300'000 Besucherinnen und Besucher auf den Ballenberg bei Brienz im Berner Oberland kamen, waren es letztes Jahr – trotz leichtem Aufwärtstrend – noch knapp 200'000. Entsprechend leer ist die Kasse des Freilichtmuseums: 2017 resultierte ein Verlust von fast einer Million Franken. Und das nicht zum ersten Mal: Seit Jahren fährt der Ballenberg Verluste ein.

Ballenberg-Besucher streicheln ein Tier.
Legende: Im letzten Jahr besuchten noch knapp 200'000 Personen den Ballenberg. Keystone

Hohe Kosten: Letztes Jahr habe man diverse Aktivitäten für das Jubiläumsjahr 2018 vorbereitet, sagt Ballenberg-Stiftungspräsident Peter Flück. «Das hat uns viel Geld gekostet.» Zudem habe es 2017 viele personelle Wechsel gegeben, teils wegen Pensionierungen. «Und der Marketingchef hat seinen Job aufgegeben. Einen neuen konnten wir nicht einfach aus dem Ärmel schütteln.»

Peter Flück
Legende: Peter Flück, Ballenberg-Stiftungspräsident. Keystone

Angebote streichen: Auf dem Ballenberg stehen heute 109 historische Häuser. Bei der Eröffnung vor 40 Jahren waren es noch 16. Das Programm für das Jubiläumsjahr 2018 ist vielfältig. Flück stellt sich dabei durchaus die Frage, ob es nicht zu viel des Guten sei. Man habe auf diese Saison hin verschiedene Angebote vor allem im Gruppenbereich gestrichen. «Wir müssen uns konzentrieren und die Qualität steigern.» Dieser Prozess nehme jedoch zwei, drei Jahre in Anspruch.

Zwei Frauen in historischen Kleidern.
Legende: Auf dem Ballenberg werden regelmässig Theater aufgeführt. Keystone

Mehr Besucher anlocken: 80 Prozent der Einnahmen des Ballenbergs stammen aus den Eintrittsgeldern. Für sein Überleben muss das Freilichtmuseum deshalb unbedingt mehr Besucherinnen und Besucher anziehen. Flück und seine Mitarbeitenden wollen auf die Schulen zugehen, damit wieder mehr Schülerinnen und Schüler auf den Ballenberg kommen. «Die Kinder sagen ihren Eltern dann hoffentlich, dass sie noch einmal gehen möchten.» Das Freilichtmuseum müsse attraktive Angebote haben, welche die jüngere Generation ansprächen.

Zwei Schwinger.
Legende: Auch geschwungen wird auf dem Ballenberg. Keystone

Geld sparen: «Selbstverständlich werden wir auch sämtliche Sparmassnahmen prüfen», sagt Flück. Das könne allenfalls dazu führen, dass der Ballenberg nicht mehr das ganze Angebot präsentieren könne. «Wir müssen uns jetzt intensiv damit auseinandersetzen.»

Mehr Geld von der öffentlichen Hand: Vom Kanton Bern erhält der Ballenberg ab 2018 mehr als eine Million Franken pro Jahr. Zuvor waren es 500'000 Franken. «Darüber sind wir sehr froh», sagt Flück. Der Ballenberg wolle nun auch auf die anderen Kantone zugehen. Diese könnten nämlich den Unterhalt ihrer jeweiligen Häuser auf dem Ballenberg finanzieren. «Und wir sind auch sehr froh, dass wir nach wie vor im Programm des Bundes drin sind.» Der Ballenberg müsse mit seinem Produkt punkten können, um auch in Zukunft die wiederkehrenden Beiträge des Bundes zu erhalten.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Wüthrich (Imker)
    Der Ballenberg ist immer ein Ausflug wert. Gewisse Dinge sind einfach eingeschlafen und müssten aktiviert werden. Verpflegung Picknickorte Brätelstände Bienenausstellung erneuern Sonderausstellungen typisch schweizerisch Transport durch den Park ( Bähnli ) z.B Kursangebote mit Übernachtung inkl. Familie in nostalgischen Zimmern analog Europapark. Da gäbe es noch viel zum bewegen. Der Ballenberg darf nicht sterben !!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Das Freilicht-Museum Ballenberg müsste das gleich tun, wie es städtische Museen machen: Vermehrt sogenannte "Sonderausstellungen" oder "Sonder-Veranstaltungen (schweizerisches Brauchtum, kulturelle oder kantonale Eigenheiten zeigen, usw.) organisieren und veranstalten¨Nur jahrelang bestehende alte Häuser oder Handwerksbetriebe zu zeigen, verliert mit den Jahren die Anziehungskraft der Besucher! Vielleicht müsste auch über die Eintrittspreise oder Theateraufführungen nachgedacht werden!
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  • Kommentar von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
    Für Raiffeisenkunden: EC Karte zücken und Namen in Liste eintragen: Eintritt G R A T I S, ganze Familie! Geniesst diesen schönen und interessanten, lehrreichen Ort.
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