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Bertrand Piccard über gefährliche Macht von Silicon-Valley-Chefs
Aus ECO vom 11.12.2018.
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Gefährliche Macht Wenn Silicon-Valley-Bosse abheben

Psychiater und Flugpionier Bertrand Piccard über Allmachtsgefühle der Chefs von Google, Facebook & Co.

«Der gefährlichste Mann der Welt ist Mark Zuckerberg.» So pointiert äussert sich Marketing-Professor Scott Halloway, von der New York University, über den Facebook-Chef. Facebook gleiche einer Diktatur, denn Zuckerberg könne nicht abgesetzt werden. Zuckerberg hält 60% der Stimmrechte.

Google, Facebook, Apple & Co.: Die Unternehmen beeinflussen mit ihren Technologien unser Leben; manche sagen gar: Sie beherrschen es. Ihre Unternehmen sind mächtig und sammeln immer mehr unserer persönlichen Daten.

Wie bleibt man ehrlich?

Die Macht der Silicon-Valley-Bosse kann gefährlich werden, sagt Psychiater und Flugpionier Bertrand Piccard über die Chefs von Google, Facebook & Co: «Diese Leute im Silicon Valley haben mehr Macht als Präsidenten von vielen Ländern. Das ist natürlich eine grosse Gefahr für die Psyche: Wie bleibt man stabil und ehrlich?»

«Psychologische Studien zeigen auf, dass Macht und Geld die Hormone verändern», so Piccard weiter. Das kann im Falle von Tech-Konzernchefs besonders grosse Auswirkungen haben: «Die Leute fühlen sich allmächtig. Sie glauben, nichts könne sie zerstören. Sie probieren alles, und sie glauben, sie haben überall Erfolg. Und dann fallen sie.»

Beeinflussen Machtposen die Hormone?

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Ein Team der Harvard Business School, rund um Amy Cuddy, befand 2010 in einer Studie, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen, dass Power-Posen die Hormone und die finanzielle Risikobereitschaft beeinflussten. Typische Posen der Macht sind etwa in die Hüfte gestemmte Hände, breitbeinig dazustehen oder die Arme hinter dem Kopf zu verschränken. Die Harvard-Studie, sowie ein TED-Talk, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen zum Thema fanden weltweit Beachtung, wurde jedoch 2015 von Eva Ranehill und Kollegen von der Universität Zürich, relativiert. Sie fanden 2015 in einer eigenen Studie , Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnenweder Auswirkungen auf das Männlichkeitshormon Testosteron, das Stresshormon Cortisol, noch auf das tatsächliche Verhalten der Probanden. Die körperliche Machtdemonstration beeinflusse hingegen die eigene Wahrnehmung von Macht.

Genie oder Wahnsinn?

Bertrand Piccard kennt einen der Unternehmer an der US-Westküste persönlich: Elon Musk – Gründer und Chef von Tesla. Musk hat Piccard auf seiner Weltumrundung mit Solar Impulse unterstützt.

Musk kämpft als Unternehmer um den finanziellen Erfolg seines aktuellen Elektroautos «Model 3». Er ist dieses Jahr aber auch durch skurrile Auftritte als inszenierter Obdachloser und jointrauchend in einer Radio-Liveshow aufgefallen.

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Bertrand Piccard über Elon Musk
Aus ECO vom 11.12.2018.
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Wie nahe liegen Genie und Wahnsinn im Silicon Valley beieinander? Über Elon Musk äussert sich Bertrand Piccard nur positiv: «Musk ist ein echter Pionier», sagt der Schweizer Flugpionier und sieht in ihm wohl auch einen Seelenverwandten. «Musk hat mit seinem Elektroauto gewagt, was kein anderer wagte, obwohl er keine Ahnung davon hatte, ein Auto zu bauen.»

Musk sei hart arbeitend, sehr freundlich aber auch scheu und introvertiert, und hasse es, vor Publikum zu sprechen, sagt Piccard weiter.

Silicon-Valley-Bosse könnten nur psychisch stabil bleiben, wenn Menschen aus ihrem Umfeld ihnen sagten: «Du musst aufpassen. Das kannst Du nicht machen». Doch das Problem sei: «Viele der reichen Leute hören nicht mehr und glauben, sie seien allmächtig.»

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub  (ehb)
    Apple muss man nicht haben, Facebook braucht man nicht und Google kann man in seinen Ansprüchen zurückbinden odet eine Alternative benutzen, Swisscows zB.
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Dann schauen sie mal wer alles Daten bekommt wenn sie diese Seite aufmachen!
    2. Antwort von Benjamin Lang  (lenjaminbang)
      Whatsapp und Instagram sind Töchter von Facebook. Android, YouTube, Google Maps um mal einige wenige zu nehmen gehören Google (was wiederum Alphabet gehört).
      Es ist nicht gerade einfach, Google/Alphabet und Facebook zu entkommen. Und wenn man nicht zu Apple geht, geht man halt zu Microsoft. Auch nicht viel besser.
  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Das Problem ist aber altbekannt: Könige hielten sich den Hofnarren, der ein ehrliches Feedback geben durfte, ohne gleich den Hals zu riskieren. Die heutigen Bosse schaffen sich ein Bubble, indem sie vielmals nur Jasager um sich scharen. Der Boss bestimmt gleichzeitig über den Bonus, von dem sich jeder und einer korrumpieren lässt.
  • Kommentar von Marco Mazza  (Mysenf)
    Nicht nur Reiche und Mächtige haben veränderte Hormone im Gehirn.
    1. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Stimmt, denn Mikroverunreinigungen (Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Chemikalien, Hormone [Östrogene] usw.) in unserem Wasserkreislauf, sowie Metalle aus Flugzeugemissionen, wo die meisten davon in der Atmosphäre natürlicherweise nicht vorkommen usf., nehmen wir all das über die Nahrung ein, atmen Luft, trinken Wasser und so gelangt es in die Knochen, die Lunge und ergo ins Gehirn. Gesellen sich dazu Allmachtsgefühle, wie die der Chefs von Google, Facebook & Co., wird es für alle gefährlicher.