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Gefahr Hautkrebs Konsequenter Sonnenschutz verhindert Schlimmeres

Unsere Haut hat während des zu Ende gehenden, langen Sommers viel Sonne abbekommen. Trotzdem rechnen Ärzte nicht unmittelbar mit mehr Hautkrebs-Erkrankungen. Aber: Wer sich nicht schützt, muss Jahrzehnte später mit Krebs rechnen.

Legende: Audio «Die stärkste UV-Exposition hat man in jungen Jahren» abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
02:47 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.09.2018.

Viel zu tun für Hautärzte: 30 bis 40 Prozent aller Besuche bei Hautärzten drehen sich ums Thema Hautkrebs. Das sagt Jürg Hafner, Hautarzt am Universitätsspital Zürich und ehemaliger Präsident der ärztlichen Gesellschaft für Hautkrankheiten. Vor einigen Jahrzehnten seien es bloss 10 bis 15 Prozent der Konsultationen gewesen. Meist gehe es dabei um Kontrollbesuche, um mögliche Hautschäden frühzeitig zu erkennen. Allerdings habe auch die Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen.

Krebs entseht erst nach langer Zeit: Heute sind die 60- bis 90-Jährigen am stärksten von Hautkrebs betroffen. «Sie bekommen heute Hautkrebs, weil sie im Alter zwischen zehn und 30 Jahren viel draussen waren.» Zwar verfügten die Leute damals noch nicht über so viel Freizeit wie heute – in der man sich bekanntlich oft draussen aufhält – doch gab es damals auch noch keine Sonnenschutz-Crèmes. Krebs tritt meist erst Jahrzehnte nach einem Übermass an Sonnenexposition auf, wie Dermatologe Hafner sagt.

Mittelfristige Stabilisierung: Weil die Hautkrebs-Erkrankungen zeitlich so stark verzögert auftreten, rechnet Hafner damit, dass die Zahl der Fälle mittelfristig hoch bleibt und erst in einigen Jahrzehnten zurückgeht. «Es wird noch lange gehen, bis jene Generationen, die heute jung sind – und sich besser vor der Sonne schützen – älter werden.» Erst dann werde es zu einer leichten Abnahme der Hautkrebs-Fälle kommen.

Wetter hat wenig Einfluss: «Die Zahl der Fälle von Hautkrebs hat nichts mit der Klimaerwärmung oder dem Ozonloch zu tun», zeigt sich der Fachmann überzeugt. Demnach gibt es heute also nicht deshalb mehr Hautkrebs-Fälle, weil mehr Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche ankommt als früher. Grund ist vielmehr, dass sich die Leute seit der Nachkriegszeit immer öfter und länger direkter Sonnenstrahlung aussetzen – und sich lange Zeit zu wenig um den Sonnenschutz gekümmert haben.

Sonnenschutz ist alles: Das Risiko, dereinst an Hautkrebs zu erkranken, hat laut Dermatologe Hafner vor allem mit dem Verhalten «draussen, in der Freizeit und im Beruf» zu tun. Seit den 1950er-Jahren habe die Exponierung an der Sonne vor allem in den westlichen Ländern stark zugenommen und mittlerweile den Zenith wohl errreicht. Klar ist: Zuviel Sonne kann zu Hautkrebs führen – wenn auch erst Jahrzehnte später. Deshalb sollte man sich konsequent schützen – mit Kleidung, Sonnenschutzmitteln und Schatten.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Lauper (Urs Lauper)
    Etwas fehlt (nebst gesundem Menschenverstand in vielen Beiträgen) in der Diskussion: Es sind meist betagte Menschen, die einen schwarzen Hautkrebs bekommen. Dauert ja auch Jahrzehnte, bis dieser sich entwickelt. Vielleicht korreliert die Zunahme der Hautkrebsfälle vor allem mit der Zunahme der Lebenserwartung. Vor 30, 40 Jahren erreichten die wenigsten Menschen ein Alter von über 80 Jahren, starben also, bevor sie einen Hautkrebs entwickeln konnten.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Viel häufiger ist der weisse Hautkrebs. Der weisse Hautkrebs bildet selten Metastasen und die Heilungsaussichten sind deshalb gut. Auch hier ist die Hauptursache zuviel Sonneneinstrahlung.
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  • Kommentar von Martin Egger (Martin Egger)
    Leider fehlt bei diesen Warnrufen meist die andere Sicht: Wer zu wenig Sonnenstrahlung bekommt, wird (angeblich) auch krank, wegen Vitamin-D-Mangel. Also: wie viel Sonnenstrahlung sollte man auf die Haut lassen?
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Oktober bis März funktioniert das mit der Sonne sowieso nicht. April, Mai und September für Mitteleuropäer 20-30 Minuten zwischen 11 und 15 Uhr. Juni, Juli und August reichen 15-20 Minuten. Bei heller Haut ists deutlich weniger (d.h. im Sommer 5-10 Minuten), bei dunkler Haut mehr (bis 40 Minuten). Kurze Hosen, kurze Aermel, Sonniges Wetter. Mehr hilft nicht mehr, dann wird einfach mehr abgebaut vom Körper.
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    2. Antwort von Martin Egger (Martin Egger)
      Danke, Herr Müller.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Interessant was hier für Halbwahrheiten und Märchen verbreitet werden. Die Sonne schickt hoch energetische Strahlung und die zerstört das Erbgut der Zellen. Nix Muttermale entfernen oder Säure/Base ausgleichen. Es gibt empfindlichere Hauttypen (helle Haare und Augenfarbe) oder weniger empfindliche (dunkle Haare und braune Augenfarbe). Am Besten man schützt sich in dem man im Schatten bleibt. Eigentlich ein Teufelskreis: zu wenig Sonne, zu wenig Vitamin D, anfälliger für Krankheiten, etc.
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