Zum Inhalt springen

Header

Video
Schwere Covid-Erkrankung – Der lange Weg zurück ins Leben
Aus Puls vom 15.06.2020.
abspielen
Inhalt

Geheilt, aber nicht gesund Der lange Schatten von Covid-19

Das Gesundheitsmagazin «Puls» begleitet zwei Männer, die im März schwer an Covid erkrankt waren. Die Virusinfektion haben sie zwar überstanden, trotzdem fühlen sie sich noch immer nicht im Besitz ihrer vollen Kräfte. Wie ist es den beiden seit dem letzten Besuch ergangen?

Im März in Lebensgefahr, im Juni wieder zu Hause: Im Leben von Stephan Feuz und Josef Schmid gab das Coronavirus die letzten Monate den Takt vor. Und es ist noch längst nicht aus dem Alltag der beiden verschwunden.

Geburtstag im künstlichen Koma

Stephan Feuz traf es Mitte März: Erst schmeckte der Kaffee nach Essigsäure, dann fand er sich an seinem 54. Geburtstag auf der Intensivstation wieder – als Corona-Notfall mit hohem Fieber und Atemnot, im künstlichen Koma, am Beatmungsgerät.

Nicht nur die Erkrankung hinterliess Spuren, auch die Therapie forderte ihren Tribut. Und die Reha stellte die Motivation von Stephan Feuz auf eine harte Probe: Bis er wieder «der Alte» sei, werde es nicht Wochen, sondern Monate dauern, meinte der Arzt. Mindestens sechs, eher zwölf.

Video
Pneumologe Thomas Sigrist bremst die Hoffnungen: Statt Wochen wird die Erholung Monate dauern
Aus Puls vom 11.05.2020.
abspielen

Der lange Weg zurück ins Leben

Box aufklappenBox zuklappen

Das Coronavirus traf Stephan Feuz und Josef Schmid im März mit Wucht. «Puls» begleitet die beiden seither auf dem langen Weg der Genesung.

Alle Folgen der Serie: Covid-19 überstanden – und dann?

Als «Puls» den 54-Jährigen das nächste Mal besuchte, war aus dem Reha-Patienten wieder ein Notfall geworden. Bakterien hatten seine geschwächte Lunge entzündet und zu fast zwei Litern Eiter in der Brusthöhle geführt. Stephan Feuz meinte zum Abschied: «Ich hoffe, ab jetzt geht es aufwärts und nicht immer wieder retour!»

Ende Mai ist Stephan Feuz wieder zurück in der Barmelweid und kann sein Reha-Programm fortsetzen. Atmung und Muskulatur sind immer noch reduziert, doch er strahlt viel mehr Energie aus als noch vor drei Wochen. «Da war ich fast bei null und jetzt wieder auf einem Level, der mich zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt.»

Video
Der Sechs-Minuten-Gehtest zeigt, wie viel Kraft tatsächlich in Stephan Feuz steckt
Aus Puls vom 15.06.2020.
abspielen

Auch der Gehtest stimmt zuversichtlich: In sechs Minuten liegen nun 552 Meter drin – 80 Meter mehr als beim letzten Versuch. Das Resultat weist in die richtige Richtung.

Anfang Juni dann der grosse Moment: Nach mehr als zwei Monaten Spital und Reha ist Stephan Feuz endlich so weit bei Kräften, dass er wieder nach Hause kann.

Video
Nach 72 Tagen wieder nach Hause: der grosse Moment
Aus Puls vom 15.06.2020.
abspielen

Ein grosser Schritt auf dem immer noch langen Weg zurück zur Normalität. Und ein erlösender Moment für Daniela Böck, die das Virus damals aus Österreich nach Hause gebracht hatte und seit Monaten in grosser Angst um ihren Partner lebte: «Ich war 72 Tage allein, am Anfang isoliert. Jetzt wieder mit Stephan zusammen zu sein nach dieser Zeit ist sehr, sehr schön.»

Das nächste Ziel für Stephan Feuz: die Rückkehr an seinen Arbeitsplatz.

«In der Not frisst der Teufel Fliegen»

Zu Hause ist Josef Schmid schon länger wieder. Auch ihn hatte das Virus im März erwischt – damals war der 71-Jährige einer der ersten Coronapatienten im Kantonsspital Olten.

Bald war die Lage so dramatisch, dass er sich auf eine experimentelle Therapie mit Malaria- und HIV-Medikamenten einliess. «In der Not frisst der Teufel Fliegen», meinte Josef Schmid lakonisch zu «Puls».

Video
«In so einem Moment unterschreibt man alles, weil man einfach keinen anderen Weg mehr sieht.»
Aus Puls vom 25.05.2020.
abspielen

Nach unruhigen Tagen und Nächten kam die ersehnte Wende zum Guten. Was davon auf den Medikamentencocktail zurückzuführen war, ist ungewiss. Der behandelnde Arzt meint rückblickend jedenfalls, dass der Verlauf auch ohne diesen wohl ähnlich gewesen wäre.

Klar ist, dass Josef Schmid trotz täglichem Lungentraining in der freien Natur immer noch Atemprobleme hat. «Mit gezielter Arbeit ist da noch sehr viel zu erreichen», meinte er beim «Puls»-Ortstermin Anfang Mai noch zuversichtlich. Doch Ende Mai hat sich die Lage noch nicht wirklich verbessert: Strengt sich Josef Schmid an, bekommt er Engegefühle beim Atmen. Und nachts wacht er öfter mit Atemnot auf.

Im Kantonsspital Olten soll den anhaltenden Beschwerden auf den Grund gegangen werden.

Video
Josef Schmid beim Lungentest
Aus Puls vom 15.06.2020.
abspielen

Die Lungenmessung bringt nicht den erhofften Aufschluss. Die Werte sind gut und unauffällig, sie erklären die Beschwerden nicht.

Kein neues Bild für Pneumologe Marc Maurer: «Wir haben fünf, sechs Patienten in dieser Situation gesehen. Wir finden wenig, in der Bildgebung häufig gar nichts. Die Lungenfunktion scheint wieder normal zu sein, aber die Patienten kommen trotzdem nicht richtig in die Gänge und leiden unter einer deutlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit.»

Video
«Wir finden wenig bis nichts, und die Leistungsfähigkeit der Patienten ist trotzdem deutlich eingeschränkt.»
Aus Puls vom 15.06.2020.
abspielen

Auch Josef Schmid muss die Erfahrung machen, dass Covid-19 nach überstandener Infektion nicht vorbei ist. Das bedeutet weitere Tests. Und eine anhaltende Ungewissheit, von der sich der bodenständige Grossvater aber nicht unterkriegen lässt. «Das Schlechteste wäre, in den Liegestuhl zu sitzen und nachzudenken, was mir weh tun könnte.»

Da geniesst er lieber die Gesellschaft seiner Enkelkinder.

Video
Josef Schmid bleibt Optimist
Aus Puls vom 15.06.2020.
abspielen

Puls, 15.06.2020, 21:05 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Emil Brand  ((Inkognito))
    Gute Besserung. Mögen sich viele an dieses Leid - jeden Tag - erinnern. Covid ist keine harmlose Grippe. Demogänger auch zu Hause bleiben. Wäre besser!
  • Kommentar von Lucy Meier  (LucyM)
    Vielen Dank für diesen Hintergrundbericht. Das hilft vielleicht auch, uns daran zu erinnern, dass das Coronavirus nicht verschwunden ist, denn es liegen immer noch Menschen auf Intensivstationen und kämpfen um ihr Leben. Dieser Artikel sei all jenen empfohlen, die diese Pandemie immer noch herunterspielen wollen und CoVid-19 so harmlos wie eine Grippe halten.
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Kommt immer drauf an was man unter Normalform bezeichnet. Vielleicht merken wir nicht, dass wir die längst verlassen haben. Aber in den 70er Jahren gab es erst ab dem 3 Stock einen Lift, Hier ein paar Home Office Übungen für gut trainierte. https://youtu.be/ZewGON5hJPk
    1. Antwort von Lucy Meier  (LucyM)
      Was genau hat Ihr Kommentar mit diesem Bericht zu tun? Die hier geschilderten Folgen sind auf die Infektion mit dem Coronavirus zurückzuführen!