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Viel Lärm um die lärmige Formel 1 in den Niederlanden
Aus Echo der Zeit vom 28.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
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Grand Prix der Formel 1 Ein Autorennen spaltet die Niederlande

Nach 36 Jahren kehrt die Formel 1 in die Niederlande zurück. Allerdings führt das Rennen durch ein Naturschutzgebiet.

36 Jahren lang fand in den Niederlanden kein Formel-1-Grand-Prix statt. Kommendes Wochenende nun kehren Boliden nach Holland zurück, genauer ins Küstenstädtchen Zandvoort unweit von Amsterdam.

Hunderttausende dürften dort Max Verstappen zujubeln. Der 24-jährige Niederländer ist schliesslich der Hauptgrund, weshalb nach mehr als drei Dekaden auf dem Circuit von Zandvoort wieder ein Grand Prix ausgetragen wird. Der dreitägige Anlass soll mehr als 200'000 Zuschauerinnen und Zuschauern anlocken.

2015 ging der damals 18-jährige Verstappen als jüngster Fahrer in die Formel 1-Geschichte ein. Sein erstes Rennen gewann er bereits ein Jahr später. Seitdem geniesst er in den Niederlanden einen ähnlichen Heldenstatus wie Roger Federer in der Schweiz.

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Aus dem Archiv: Jüngster F1-Sieger aller Zeiten
Aus Tagesschau vom 15.05.2016.
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Logisch, dass die niederländischen Fans ihren Helden auch einmal zu Hause bewundern wollten. Deswegen wurde die alte Rennstrecke in Zandvoort mit Millionen aufgemöbelt. Für das einst idyllische Fischerdörfchen an der Nordsee, das heute 17'000 Einwohner zählt, ist das allerdings eine Herausforderung.

Besonders die Umweltauflagen stellen den Ort, der in Tourismus-Kreisen auch als Amsterdam Beach bezeichnet wird, vor Schwierigkeiten. Die gut vier Kilometer lange Strecke mit 15 Kurven führt nicht nur mitten durch geschütztes Dünengebiet, sie durchkreuzt auch den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Sandeidechsen und Kreuzkröten.

Umwelt- und Tierschutzorganisationen gingen bereits im Vorfeld auf die Barrikaden. Ihre Petitionen und Protestanlässe blieben jedoch umsonst: Die Klagen wurden abgeschmettert und die seltenen Tierarten auf Geheiss eines Richters umgesiedelt.

Staus sind vorprogrammiert

Das Bolidenrennen bedeutet aber auch für die Infrastruktur eine Herausforderung. Nur wenige Zufahrtsstrassen führen nach Zandvoort. Selbst an einem gewöhnlichen Sommersonntag stauen sich dort die Autos. Die Verantwortlichen wünschen sich zwar, dass das Publikum vornehmlich mit dem Velo anreist. Das dürfte sich jedoch als frommer Wunsch entpuppen.

Klar ist hingegen, dass die Frequenz der Züge massiv erhöht wird. Alle fünf Minuten soll ein Zug mit je 2500 Menschen in Zandvoort ankommen. Ein Alptraum für die Anwohnerinnen und Anwohner.

Widersprüchlicher Umgang mit Corona-Massnahmen

Mittlerweile spaltet der GP nicht nur die Bevölkerung vor Ort, sondern das ganze Land. Wegen der Pandemie hat die Regierung Festivals und andere Grossanlässe verboten. Dies vor allem auch, weil die dazu gehörenden Zeltplätze eine zu grosse Ansteckungsgefahr darstellten.

Doch für die Formel1 drückt Premier Mark Rutte beide Augen zu und erlaubt – trotz Warnungen von Virologen – sogar einen Zeltplatz in der Nähe des Circuits. Wen wundert es, dass Kulturschaffende lautstark kritisieren, dass mit zweierlei Mass gemessen wird.

Echo der Zeit, 28.08.2021, 18:00

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Da wurde also ein Naturschutzgebiet errichtet wo eigentlich eine Autorennstrecke liegt?
    Und jetzt dürfen oder sollen dort natürlich keine Rennen mehr stattfinden. Klagen wurden abgewiesen. Ich vermute, dass es seinerzeit beim Schutzbeschluss schon klar war, dass dort weiterhin potentiell Rennen gefahren werden dürfen. Mit Auflagen.
    Nur passt das natürlich nun im Eintretensfall nicht allen.
  • Kommentar von Erik Eisermann  (ECATWEAZLE)
    Guten Tag.
    So viel zu Thema Corona und Umwelt- und Naturschutz. Wunderbar, wie achtsam mit diesen Themen umgegangen wird.
    Freundliche Grüsse, ee
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Dass das Rennen durch ein Naturschutzgebiet führt, geht nicht!! Geld, Prestige, Egoismus; hohler geht’s nicht mehr!!
    1. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @uvk Informationen Sie sich mal was zuerst da war, dieRennstrecke seit 1948, Naturschutzgebiet wurde 1995 definiert - mit Rennstrecke drin!
    2. Antwort von Thomas Flück  (Mendekur)
      @Daniel Gion: Na und? Was hat die Natur wohl nötiger, Autorennstrecken oder Naturschutzgebiete?
    3. Antwort von Mark Weber  (markweber)
      Also Holland ist eine Demokratie. Dort entscheiden gewählte Politiker darüber, ob das Rennen stattfinden soll - sicher kein Schweizer, der in einem Land wohnt, wo wir jährlich 50'000 Einwanderer rein lassen und die Natur schon dadurch immer mehr zurückdrängen.
    4. Antwort von Thomas Stalder  (T.St.)
      @Mark Weber
      Armseeliger geht es nicht mehr.
      Hier werden mal wieder die Ausländer zum Sündenbock gemacht.
      Haben denn die ihr Häuschen im Grünen? Und haben die eine Doppelgarage mit Polo für Weibchen und SUV für Männchen?
    5. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @markweber: Wo ist die Gesellschaft gemischter, hat in Ihrem Sinne den grösseren «Ausländeranteil», in den Niederlanden oder in der Schweiz? Kennen Sie die NL? Oder wollen Sie einfach über was ganz anderes schreiben, das hier erstaunlicherweise trotz Netiquette zugelassen wurde?
    6. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Stalder/Flück Inwieweit die Autorennen generell Sinn machen ist das Eine aber hier geht es um den Punkt wegen F1 Rennen im Naturschutzgebiet. Zu diesem Punkt habe ich darauf verwiesen das das Naturschutzgebiet um die Rennstrecke rum gebaut wurde dh die Rennstrecke ist Teil des Konzepts! In der Schweiz haben wir auch Naturschutzgebiete in Schiessgebieten. Es muss auch nicht immer alles gegeneinander sein
    7. Antwort von Thomas Flück  (Mendekur)
      @Daniel Gion: So betrachtet mag das schlüssig sein, Nur: So vieles, das im letzten Jahrhundert geplant wurde, ist heute eine Planungsleiche, weil die Gegenwart anderes erfordert.
    8. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @dgion (16:15): Der F1-Rennbetrieb wurde 1985 eingestellt, so viel steht schon im Artikel, wenn da steht «36 Jahren lang fand in den Niederlanden kein Formel-1-Grand-Prix statt» Lesen und das kleine 1x1 nützt.
      Apropos «Informationen Sie sich mal...»: Aus dem hier diskutierten Gebiet von Zandvoort stammt das Trinkwasser der Stadt Amsterdam!
    9. Antwort von Thomas Hinz  (FrediHinz)
      @Drack - Ich erlaube mir, Ihre Frage zu beantworten.

      Die Schweiz hat in Europa den mit Abstand höchsten "Ausländeranteil". Und zwar liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei über 37% (Quelle BA für Statistik) bei Personen im Alter von über 15 Jahren. Zählt man die Kinder noch hinzu, kommt man auf etwa 45%, also fast die Hälfte.
    10. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Drack Es wurden seit 1985keine F1 Rennen mehr durchgeführt aber jedes Jahr viele Andere Rennen wie u. a. Auch DTM.. Das heisst die Rennstrecke war nie ausser Betrieb im Gegenteil sie wurde in den letzten Jahren sogar ausgebaut...
    11. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Flück da stimme ich Ihnen zu. Insbesondere verwundert mich das die Deutschen - nun auch Mercedes aus der Formel-E aussteigen.
      Inovativ wäre auch wenn die F1 auf Wasserstoff umsteigen würde, vielleicht gäbe es dann plötzlich eine valable Alternative
    12. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Gion: Ihr eher belehrender Hinweis auf eine Info ändert nichts daran, dass diese Linienführung sehr umweltschädlich ist. Aber häufig gewichten Sie die Wirtschaft / Geld u.s.w. höher als die wertvolle Natur.
    13. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Und, Herr Hinz? Wir sind eine bunte Welt. Und übrigens: Ich habe z. T. die viel schwierigeren sozialen Dinge zu bewältigen gehabt mit Schweizern als mit Ausländern. Es kommt auf den Einzelnen darauf an.
    14. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @uvk Was an dieser Linienführung ist konkret sehr umweltschädlich?
      Wo habe ich etwas gewichtet? Ich habe einzig Ihre unwahre Behauptung richtiggestellt...
    15. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @fredihinz: Ihre Argumentationsweise war zu erwarten, ist altbekannt. Was Sie (bewusst?) übersehen, sind die Hintergründe Ihrer von Rechts regelmässig kolportierten Zahlen. Fristen und Möglichkeiten zur CH-Einbürgerung stehen europaweit in Spitzenposition: Wo dauert's länger, wo ist's noch schwieriger, eingebürgert zu werden? Klar wird in der CH immer auf Migrationshintergrund hingewiesen, die von ganz Rechts sorgen ja mit restriktiver Migrationspolitik bewusst für diese hohen Zahlen.
    16. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Gion: Wenn man eine andere Einstellung hat als Sie bezüglich Umweltschutz, sagen Sie dem „unwahr“. Komisch! Denn die Rennstrecke führt durch Naturschutzgebiet. 4km sind 4km zu viel!!