Zum Inhalt springen

Header

Audio
Wenn Informatik auf Landwirtschaft trifft
abspielen. Laufzeit 03:24 Minuten.
Inhalt

Hackathon Tinder für Gülle und künstliche Intelligenz für Milchkühe

An den Farming Hackdays hackten kreative Köpfe im Dienste der Landwirtschaft.

«An diesen Hackdays wollen wir Leute aus unterschiedlichen Schichten und Berufen während zwei Tagen tüfteln lassen, mit dem Ziel, Lösungen für Probleme der Landwirtschaft zu finden», sagt Urs Podzorski vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, wo der Anlass am Wochenende stattfand.

Mit «Hack» ist eine kreative Lösung gemeint, die funktioniert, aber noch nicht perfekt ist. Elf Teams haben sich vergangenes Wochenende zusammengefunden und suchten dann nach einem «Hack». Dafür haben sie vom Freitagmorgen bis Samstagmittag Zeit.

Künstliche Intelligenz und GPS

Probleme gibt es in der Landwirtschaft zuhauf, einige davon wurden an den Hackdays zu Lösung ausgeschrieben: Wie bringt man Bäuerinnen und Bauern zu mehr Biodiversität? Wie lässt sich der administrative Aufwand in der Landwirtschaft verringern? Wie findet eine Bäuerin einen Abnehmer für ihre Gülle, die sie auf dem eigenen Hof nicht braucht? Und: Wie kann ein Betrieb berechnen, ob eine Kuh noch rentiert?

Um letzteres Problem kümmert sich ein Vierer-Team: Eine Agronomin und ein Agronom, ein Mathematiker und eine Astrophysikerin. Intensiv diskutieren sie, welche Daten es für eine Prognose zur Rentabilität braucht – etwa die Milchleistung der Kuh, die Anzahl Laktationen, die Ausgaben für den Tierarzt und die Besamung. Aufgrund solcher Angaben soll die App mithilfe von Verfahren aus der künstlichen Intelligenz berechnen können, wie viel Geld eine Kuh dem Bauern in Zukunft noch bringen wird.

Und was macht eine Landwirtin, die auf tausenden Litern Gülle sitzen bleibt, weil sie viele Tiere hält? Die Lösung: Eine Webseite, die zwischen Anbietern von Dünger und Abnehmern vermittelt, eine Art Tinder für Dünger also.

Ein anderes Team wiederum will den Bauern das Ausfüllen von Formularen abnehmen, denn Landwirte sind verpflichtet, in Journalen ihre Arbeit und den Aufenthaltsort der Tiere zu dokumentieren. Die Lösung: Ein GPS-Sender, am Traktor montiert oder von einem Tier getragen. Eine Software schliesst aus den GPS-Angaben, welche Arbeit der Bauer gerade verrichtet und wo sich seine Tiere aufhalten.

Daten und Diversität

Für viele Lösungen braucht es Daten. «Bei der Vorbereitung des heutigen Anlasses haben wir festgestellt, dass das Portal Open Data Swiss des Bundes über 400 Datensätze, Link öffnet in einem neuen Fenster zu landwirtschaftlichen Themen frei zur Verfügung stellt», erzählt Mitorganisator Oleg Lavrovsky vom Verein Open Data, der regelmässig ähnliche Veranstaltungen organisiert. Er zeigt auf ein Kästchen, das vor ihm auf dem Tisch steht, ein Speicher mit Netzwerkanschluss: Mehrere Terabyte an Daten seien darauf abgelegt, die den Teams zur Verfügung stehen.

Oleg Lavrovsky setzt sich im Verein OpenData für einen reibungslosen Zugang zu diesen Daten ein, die im öffentlichen Interesse sind. «Es geht nicht um personenbezogene Daten, sondern zum Beispiel um Chemie oder Biologie, Angaben zu Produkten etwa», betont er.

Ein weiterer Faktor für einen erfolgreichen Hackathon: die Vielseitigkeit der Teilnehmenden. «Man braucht bei uns keinen grossen IT-Hintergrund, man kann auch auf andere Weise bei der Recherche helfen. Jeder soll hier mitmachen können und das einfach einmal ausprobieren», sagt Andrea Allemann von OpenData.

Die Resultate zeigen, dass das Konzept funktioniert. Was die Teams in der Schlusspräsentation zeigten, beeindruckt. Die Webseite zur Vermittlung von Dünger funktioniert, genauso wie eine Webseite, auf der Tiere mit einem GPS getrackt werden.

SRF 1 16:12

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.