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Harsche Worte aus dem Vatikan Papst Franziskus vergleicht Abtreibung mit Auftragsmord

Der Papst machte den Vergleich bei einer Predigt. Er beschäftigte sich darin mit dem biblischen Gebot, nicht zu töten.

Legende: Video «Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?» (italienisch) abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.10.2018.

«Einen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan.

«Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?», fragte er die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen. In seiner Predigt befasste sich Franziskus zunächst mit dem biblischen Gebot, nicht zu töten.

Wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?
Autor: Papst Franziskus

Zudem werde durch Kriege, Ausbeutung und Ausgrenzung das menschliche Leben abgewertet. Dann fügte der 81-Jährige noch seine Gedanken zum Thema Abtreibung hinzu: «Aber wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?»

Eine Schwangerschaft «im Namen des Schutzes anderer Rechte» abzubrechen, sei «wie jemanden zu beseitigen», sagte der Papst. «Ist es richtig, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?» «Gewalt und Zurückweisung des Lebens» hätten eine gemeinsame Quelle: «Angst».

Ist es richtig, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?
Autor: Papst Franziskus

Insbesondere prangerte der Papst die angeblichen Ratschläge von Ärzten zur Abtreibung behinderter Kinder an. «Ein behindertes Kind ist wie jeder Bedürftige auf der Welt, wie ein alter Mensch, der Hilfe benötigt, wie so viele Arme, die kaum über die Runden kommen», sagte Franziskus. Er verglich die Geburt eines behinderten Kindes mit einem «Gottesgeschenk», das es den Eltern ermögliche, die «Selbstbezogenheit» hinter sich zu lassen.

Tabu in der katholischen Kirche

Bereits im Juni hatte sich der 81-Jährige mit harschen Worten zu Schwangerschaftsabbrüchen eingelassen. Er verglich die Abtreibung von Föten, die Behinderungen aufwiesen, mit dem Euthanasieprogramm der NS-Diktatur.

Abtreibung ist in der katholischen Kirche tabu und eine gravierende Sünde. Auch künstliche Befruchtung ist verboten. In Franziskus' Heimatland Argentinien war im August ein Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen gescheitert – nicht zuletzt wegen des massiven Widerstands der katholischen Kirche. Franziskus hatte die Bischöfe des Landes in einem Brief aufgefordert, «Leben und Gerechtigkeit» zu verteidigen.

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141 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Ich finde, Frauen sollten die Energie, die sie verwenden, um sich in patriarchalen, monotheistischen Religionen zurechtzufinden, um ihren ebenbürtigen Platz zu kämpfen, beginnen für sich, die Mitfrauen und Mitwesen zu bündeln. Denn diesen Religionen gemeinsam ist, Frauen werden im Göttlichen-Magd-Zustand gehalten, um Gefäße für Wasauchimmer zu sein. Erinnern wir uns wie vernichtend VäterReligionen mit Leben umgehen, wenn es nicht klar eine Appellation d'Origine Contrôlée vorweisen kann ....
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Ein Gott,dessen Stellvertreter solchen Stuss verbreitet,gleichzeitig aber seine vergewaltigenden und missbrauchenden Untergebenen vor der Justiz schützt,hat jegliche Relevanz verloren.Die Welt braucht weder Gott noch Papst,was nicht heisst, dass man die guten Seiten des Christentums nicht fördern und danach leben soll.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @bruggegumper. Die Welt braucht heute Gott mehr denn je.
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    2. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      @Mitulla... WAS fuer ein Gott? Der Gott der seit Jahrtausenden wegschaut... Der Vater der seine Kinder im Stich laesst???? Was wir brauchen sind Menschen die Moral haben.. und Moral leben.. Menschen wo wir wissen dass sie Gutes tun.. Religion.. das ist Glauben und nicht Wissen...
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Frei nach der Bibel; seid fruchtbar und mehret Euch, durften katholische Priester bis zum 12 Jhdt heiraten. Dann merkte der Vatikan, dass mit den Priesterkindern Einkommen (Pründe) verloren gingen und führte das Zölibat ein. Heute sollen Frauen mit Abtreibungsverboten weiter unterdrückt werden und das hat nichts mit Religon zu tun, sondern mit Machtausübung
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