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Herkunft der Exponate unklar Christliche Organisation verhindert Leichen-Ausstellung

  • Die umstrittene Ausstellung «Real Human Bodies» darf in Lausanne nicht gezeigt werden. Dies bestätigt nun das Waadtländer Kantonsgericht.
  • Die Organisatoren der Ausstellung konnten die Herkunft der präsentierten Leichen nicht nennen.
  • Gegen die Ausstellung hatte eine christliche Vereinigung Beschwerde eingereicht.
In der Ausstelung Körperwelten in Genf. Ein Mensch spielt auf einer Gitarre.
Legende: Polarisierte vor einem Jahr in Genf, konnte aber durchgeführt werden: «Body Worlds»-Ausstellung von Gunther von Hagens. Keystone / Archiv

Gemäss der christlichen Vereinigung «Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter» (ACAT) dürfte es sich bei den gezeigten Leichen mit grosser Wahrscheinlichkeit um verstorbene oder hingerichtete chinesische Gefangene handeln.

Hinter der Ausstellung «Real Human Bodies» steht der Niederländer Jan van Bergen. Nach seinen Angaben stammen die Leichenteile von freiwilligen Spendern aus den USA. Entsprechende Dokumente legte er in der Schweiz jedoch nicht vor.

Anatomie-Ausstellungen polarisieren

Als umstrittener Pionier derartiger Ausstellungen gilt der Deutsche Gunther von Hagens. Seine durch ihn realisierte Schau «Body Worlds» vor einem Jahr in Genf polarisierte ebenfalls stark. 1998 war von Hagens Ausstellung «Körperwelten» in Basel zu sehen, und erreichte über 600'000 Besucher.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Ich habe damals Von Hagens "Körperwelten" mind. 3x angesehen. Jedesmal war ich total begeistert und habe viel über den Körper gesehen und erfahren. Auch anwesende Schulklassen waren total fasziniert davon.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Wieder einmal befiehlt und eine kirchliche Organisation, wie wir zu leben haben, was wir tun / anschauen dürfen und was nicht. Diese Weltverbesserer im Namen Gottes haben in der Menschengeschichte schon viel Unheil und Leid verursacht. Und oftmals selbst alles andere als in Reinheit gelebt wie aktuell gerade wieder krass zum Vorschein kommt.
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    1. Antwort von Katja Faust-Meier (Meieriisli)
      Würde bei dieser Organisation nicht Christlich davor stehen, würden wohl alle in die Hände klatschen! Es geht dabei um die Menschenrechte und ich persönlich könnte mich am Beschauen gefolterter Körper wenig erfreuen. Wenn dem nicht so wäre, hätten die Herrschaften bestimmt die Herkunft jener belegen können.
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    2. Antwort von Bendicht Mühlethaler (Rhenus)
      @Wasserfall: ACAT ist eine Menschenrechtsorganisation. Darin arbeiten Christen verschiedenster Konfessionen zusammen. Aber das ist keine kirchliche Organisation. ACAT setzt sich ein für die Abschaffung von Folter und Todesstrafe. Diese Ausstellung will sie verhindern, weil sie den mehr oder weniger gut begründeten Vedacht hat, dass hier Opfer von Hinrichtungen präsentiert werden sollen. Das geht denen nicht um ein grundsätzliche Verbot der öffentlichen Ausstellung von Leichen.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Wer die Körper ermordeter chinesischer Dissidenten gegen deren Willen ausstellt gehört aus der menschlichen Gemeinschaft ausgestossen. Das ist abgrundtief Böse.
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    1. Antwort von Robert Crames (RobC)
      Dissidenten? Nicht jeder Gefangene in China oder sonstigen Ländern ist ein Dissident. Das zum Einen - zum anderen ist das eine unbewiesene Annahme der ACAT. Unbestritten ist dagegen, dass der Herkunftsnachweis der ausgestellten Exponate klar möglich sein muss. Alles andere lässt auf fragwürdige Herkunft schliessen und somit finde ich das Verbot der Ausstellung in Ordnung.
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    2. Antwort von Bendicht Mühlethaler (Rhenus)
      @RobC: Das habe ich auch so verstanden: Es geht offenbar um den Herkunftsnachweis. Dass nicht Opfer von Hinrichtungen ausgestellt werden, und dass für die Körper der Verstorbenen kein Geld bezahlt wurde. - Das erklärte Ziel von ACAT scheint in erster Linie die Abschaffung von Folter und Todesstrafe zu sein, und nicht die Wahrung der Sittlichkeit.
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