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Höhlendrama in Thailand Die Rettungsaktion geht weiter

Legende: Video Erste Buben gerettet abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.07.2018.
  • Laut Medienberichten sind wieder Taucher unterwegs, um weitere Eingeschlossene aus der Höhle in Thailand zu retten.
  • Neun Personen sitzen noch in der Höhle fest. Sie sind seit 16 Tagen eingeschlossen.
  • Gestern konnten vier Jungen gerettet werden, die umgehend in Spitäler gebracht wurden.
  • Die Buben seien wohlauf, sie würden von ihren Angehörigen wegen des Risikos von Infektionen aber noch abgeschirmt, teilt der Leiter der Rettungsaktion mit.

Die vier Jungen sollen mit Hilfe von Spezialtauchern die Tham-Luang-Höhle verlassen haben, teilte ein Vertreter des thailändischen Verteidigungsministeriums mit. Wie die thailändische Zeitung «Bangkok Post» berichtete, wurden die geretteten Jungen per Ambulanz und Helikopter sofort ins nächstgelegene Spital gebracht.

Legende: Video So verläuft die Rettungsaktion abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.07.2018.

Zuvor hatte der Katastrophenschutz von sechs geretteten Jungen gesprochen, diese Zahl bestätigten die Behörden aber nicht.

Die Dauer der gesamten Rettungsaktion in Thailand ist aber nach Angaben des Leiters der Arbeiten, Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn, derzeit nicht absehbar. Die übrigen eingeschlossenen Jungen und ihr Trainer sollten ab Montag (Ortszeit) aus der Höhle befreit werden.

Riskante Entscheidung

Die Einsatzkräfte hatten mit dem hoch riskanten Einsatz begonnen, weil die Zeit abzulaufen droht. Auf dem Weg ins Freie müssen die Kinder weite Strecken durch schlammiges Wasser tauchend zurücklegen.

«Die Operation heute lief sehr problemlos», sagte der Gouverneur. «Wir waren heute schneller als erwartet.» Er fügte hinzu, die Rettungsaktion werde in 10 bis 20 Stunden fortgesetzt. Die Taucher müssten nun die Atemluftvorräte auffrischen, die in der ersten Phase aufgebraucht worden seien.

Alle Jungen hätte Atemmasken getragen und seien von den Tauchern durch die Tunnel geleitet worden. «Ich bin froh, dass wir unsere Mission erfolgreich für die ersten vier abgeschlossen haben.»

Gefährlicher Tauchgang

Der Weg aus der überschwemmten Tham-Luang-Höhle ist aber selbst für erfahrene Taucher ein kräftezehrender und gefährlicher Tauchgang. Wie gross das Risiko ist, hatte sich am Freitag gezeigt, als ein Taucher der thailändischen Eliteeinheit Navy Seals beim Aufbau der Sauerstoffleitung starb.

Mediencamp wurde geräumt

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Das nahe des Höhleneingangs platzierte provisorische Mediencamp mit über 1000 thailändischen und ausländischen Journalisten wurde am Sonntag geräumt. Neu ankommenden Reportern wurde der Zugang verwehrt. Sie wurden mit der Ansage, später werde eine Pressekonferenz folgen, zu einem Regierungsgebäude weitergeleitet. Das Gelände werde für den Rettungseinsatz benötigt, teilte die Polizei am Sonntag mit. «Jeder, der nicht in den Einsatz eingebunden ist, muss die Gegend sofort verlassen», hiess es in einer Lautsprecheransage der Polizei. «Von der Lagebewertung her brauchen wir das Gebiet, um den Opfern zu helfen», hiess es weiter.

Am Samstag wurden überdies zehn weitere Mitglieder des Rettungsteams verletzt, als sie den Berg nach Eingängen von oben in die Höhle absuchten. Dabei stürzte ihr Auto eine Klippe herab. Ihre Verletzungen sind aber offenbar nicht lebensgefährlich.

Seit fast zwei Wochen eingeschlossen

Die Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr 25-jähriger Fussballtrainer sind seit dem 23. Juni in der überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai eingeschlossen. Sie waren an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren.

Grafik zeigt Verlauf der Höhle in Thailand und weitere Fakten

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Trotz grösster Freude über die Rettung der ersten 4 Jugendlichen und der Hoffnung auf einen glücklichen Abschluss der Aktion wundert man sich, wie dilettantisch in gewissen Dingen vorgegangen wurde. Stärkere Wasserpumpen hätte man doch auftreiben können, vor allem aber verblüfft die neueste Meldung, dass stundenlang nichts mehr unternommen werden kann, weil erst einmal die Atemluftvorräte aufgefrischt werden müssen. Dabei wäre ja Zeit genug für eine reichliche Vorsorge vorhanden gewesen!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ja, vom bequemen Sessel aus lässt es sich herrlich kritisieren:-(
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    2. Antwort von Sascha Stalder (Sascha Stalder)
      Mich verblüfft Ihre Ferndiagnose und Urteil über die Fähigkeiten der Experten vor Ort.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Fürer: Wissen Sie denn überhaupt wie manche Pumpe mit wie viel Leistung betrieben wurde? Und kennen Sie die genaue Ausdehnung der Höhle, dass Sie zu wissen meinen wie viel Sauerstoff wie wohin zu gelangen hat? Vom Sofa aus lässt sich viel behaupten und kritisieren. Lassen wir doch einfach die Fachleute ihre Arbeit tun, wir könnten es alle nicht besser.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Ich hoffe sehr, dass die noch in der Höhle sich befindenden Jungs der grossen psychischen Belastung standhalten, stark bleiben und an ihre Rettung glauben. Hoffentlich verläuft die Rettungsaktion auch für sie erfolgreich. Ich wünsche ihnen Mut und Zuversicht. Ich bin sicher: S'chund guäd. Ich drücke die Daumen.
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  • Kommentar von Anita Mannhart (lupus)
    Mich überraschen die Post hier zu diesem Thema. Viel Hoffen, Beten , Schuldzuweisung und und und. Selten Ueberzeugung, dass es gelingen wird. Kinder kann man vermutlich besser motivieren, mitzumachen. Erwachsene geraten wahrscheinlich schneller in Panik. Ich bin nach wie vor der Ueberzeugung, yes they can do it.
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