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Dramatische Tage im All (Katharina Bochsler, SRF Wissen)
abspielen. Laufzeit 04:40 Minuten.
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«Houston, we have a problem» Apollo 13: Vor 50 Jahren hielt die Welt den Atem an

Bei der geplanten 3. Mondlandung treten technische Probleme auf. Kann das Leben der drei US-Astronauten gerettet werden?

Am 13. April 1970, 56 Stunden nach dem Start in Cape Canaveral, explodiert an Bord der «Apollo 13» ein Sauerstofftank. Die Astronauten James Lovell, John Swigert und Fred Haise sind zu diesem Zeitpunkt mehr als 300'000 Kilometer von der Erde entfernt – und in akuter Lebensgefahr.

Pilot Swigert informiert das Kontrollzentrum in Houston, sein Satz geht in die Geschichte ein: «Houston, we've had a problem here.» Im Film «Apollo 13» von 1995 mit Tom Hanks als Kommandant Lovell wird daraus die noch dramatischere Gegenwartsform: «Houston, we have a problem.»

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Aus dem Archiv: So berichtete SRF über die Apollo-13-Mission
Aus Radio SRF 1 vom 10.10.2018.
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Die geplante Mondlandung, es wäre die dritte in der Geschichte gewesen, wird sofort abgebrochen. Den Astronauten droht Sauerstoffmangel und damit der qualvolle Erstickungstod. Sie steigen vom Servicemodul in die Mondlandefähre «Aquarius» um.

Das grosse Basteln

Dort sind die Filter, die ausgeatmetes CO2 binden und damit die Sauerstoffversorgung sichern sollen, allerdings nur auf zwei Personen ausgelegt. Um auch die anders designten Filter des Servicemoduls nutzen zu können, basteln die Astronauten auf Anweisung des Kontrollzentrums einen Adapter. Dazu benutzen sie, was gerade verfügbar ist: Schläuche, Klebeband, Buchdeckel und sogar eine Socke.

Das Raumschiff kann nicht auf direktem Weg zur Erde zurückkehren, sondern muss den Mond einmal umkreisen und die Gravitation zur Beschleunigung nutzen.

Beten für sichere Rückkehr

Die dramatischen Tage im All sorgen weltweit für Schlagzeilen. Papst Paul VI. betet mit 10'000 Gläubigen für die sichere Rückkehr der Astronauten, sogar die verfeindete Sowjetunion schickt Rettungsschiffe zur erwarteten Landestelle.

Am 17. April 1970 – nach vier bangen Tagen – landet das Team in der Nähe von Amerikanisch-Samoa im Pazifischen Ozean. Geschätzte 40 Millionen Amerikaner verfolgen das Ereignis am TV live mit. Präsident Richard Nixon verleiht den Astronauten und dem Operationsteam die Freiheitsmedaille, eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.

Was aus den Astronauten wurde

Keiner der drei Astronauten kehrt je ins All zurück. Der heute 92-jährige Lovell nimmt 1973 seinen Abschied von der Nasa. Swigert lässt sich im selben Jahr beurlauben; er stirbt 1982 im Alter von 51 Jahren an Krebs. Der heute 86-jährige Haise ist bis 1979 für die Nasa tätig, bei der «Apollo 14»-Mission Anfang 1971 dient er als Verbindungssprecher zwischen Crew und Bodenstation.

Erfolg im Scheitern

Auf dem Mond ist die «Apollo 13» nicht gelandet. Dennoch sind die damaligen Protagonisten überzeugt, dass die Mission ein Erfolg war: «Über die Jahre bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass dieser Unfall das Beste war, was der Nasa je passieren konnte», sagt Commander Lovell. Die mögliche Katastrophe habe unterstrichen, dass die Raumfahrt «einfach immer gefährlich ist».

Und die Nasa-Mathematikerin Frances Northcutt, die durch ihre Arbeit am Abbruchprogramm wesentlich zur Rettung der Astronauten beigetragen hat, spricht sogar von der «erfolgreichsten aller ‹Apollo›-Missionen»: «Sie hat deutlich gemacht, dass wir einen verheerenden Notfall überstehen können. Denn der wichtigste Schritt ist nicht der auf einem anderen Planeten, sondern der, den die Astronauten wieder auf der Erde machen.»

SRF 4 News, 9.4.2020, 06:45 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Meyer  (tomeyer)
    Schludrig: Die NASA-Mathematikerin heisst FRANCES Northcutt
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
  • Kommentar von Oli Muggli  (Oli g)
    Für damalige Verhältnisse O. K. Heute sollte nur noch unbemannte Raumfahrt aller Art betrieben werden...
    1. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Die sogenannte künstliche Intelligenz ist immer dann dem Menschen unterlegen, wenn vollkommen unerwartete Probleme auftauchen. Im Improvisieren ist der Mensch besser als jede Maschine (noch), aber bis auf Weiteres. Die ISS wäre schon längst ein Schrotthaufen, wenn sie nicht immer wieder von Astro-/Kosmonauten repariert worden wäre.