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Gesundheitsfaktor Humor – Lachen fehlt oft im Therapieprogramm
Aus Puls vom 06.05.2019.
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Humor im Gesundheitswesen Lachen wäre gesund

Der medizinische Nutzen ist belegt. Mit der therapeutischen Umsetzung tut man sich aber nach wie vor schwer.

Clowns können wahre Wunder bewirken. Bei Kindern und Dementen sorgen sie für Lichtblicke und machen manches Leid erträglicher. Im Alltag von normalen Altersheimen und Spitälern spielt der Humor hingegen kaum eine Rolle. Nüchterne Geschäftigkeit bestimmt das Handeln.

Recherchen des SRF-Gesundheitsmagazins «Puls» bestätigen das Klischee: Auch wenn zahlreiche Studien die heilsame Kraft des Humors belegen, setzen nur bemerkenswert wenige Institutionen in der Schweiz darauf.

90 Minuten Humor pro Woche

Eine der Ausnahmen: Die Rehaclinic Bad Zurzach. Chronische Schmerzpatienten haben dort wöchentlich 90 Minuten Humortherapie auf ihrem Behandlungsplan – verabreicht durch den 72-jährigen Clown Pello, der früher ganze Zirkuszelte unterhielt.

Das Ziel: Die Perspektive auch in schwierigen Momenten ändern lernen, eine gewisse Leichtigkeit in den Alltag bringen, kleine Veränderungen der Einstellung erreichen.

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«Es kommt oft vor, dass Patienten, die zu mir kommen, kritisch eingestellt sind.»
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Die Humortherapie wird von den Schmerzpatienten unterschiedlich angenommen. «Zu Beginn sind sie oft kritisch eingestellt. Denken, sie müssten jetzt lustig sein, Witze erzählen, Rollenspiele machen», weiss Pello. «Ich muss ihnen Zeit lassen, um sie erreichen zu können.»

Auch wenn der ehemalige Zirkusprofi nicht zu allen Patienten durchdringen kann, glaubt der Leiter des Schmerzzentrums in Bad Zurzach an den Nutzen des Angebots: «Viele Patienten erleben die Humortherapie als Türöffner. Elemente daraus setzen sie später gezielt in anderen Therapien oder auch später zu Hause ein.»

Das spricht für Thomas Benz dafür, die Humortherapie auch dann noch anzubieten, wenn Pello sie dereinst nicht mehr übernehmen kann.

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«Die Patienten setzen Elemente aus der Humortherapie immer wieder auch in anderen Therapien ein.»
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Gewohnte Dinge täglich anders sehen

Ganz anders der Ansatz der Stiftung Haus Momo in Basel. Hier wird nicht den Bewohnern Humor näher gebracht, sondern den Angestellten.

Im Rahmen der äusserst lebhaft gestalteten Weiterbildung ist auch hier der Anstoss zum Perspektivenwechsel das Ziel. «Es lohnt sich, gewohnten Dingen und Abläufen Tag für Tag ein anders Gewand zu geben», erklärt Humorcoach Brigitte Schermbach.

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«Es geht doch alles viel leichter und einfacher, wenn man es nicht immer so todernst hat.»
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Treibende Kraft hinter dem Humortraining ist Heimleiterin Isabelle Wassermann. Sie erhofft sich ein gelasseneres Klima für die Angestellten und dadurch letztlich auch für die Heimbewohner. «Ich denke, es fällt alles viel leichter und einfacher, wenn man es nicht immer so todernst hat.»

Das Problem mit dem Humor: Er lässt sich zwar verschreiben und trainieren, aber wie nachhaltig der Effekt ist, hängt letztlich von jedem einzelnen ab.

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Wie wirkt Humor als Therapie? Und wie kann er im Spitel funktionieren? Studiogespräch mit Arzt und Komiker Fabian Unteregger und Psychologin Jennifer Hofmann.
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