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Panorama Hund auf dem Teller

Das Hundefleisch-Festival in Südchina sorgt für weltweite Empörung. Was dabei oft vergessen wird: Auch immer mehr Chinesen sind inzwischen gegen den Verzehr von Hundefleisch.

Die Restaurants in der südchinesischen Stadt Yulin tischen heute wieder Hundefleisch auf. Einmal im Jahr – zur Sommersonnenwende – veranstaltet die Stadt ein Hundefleisch-Festival. Dazu werden Hunde in kleinen Metallkäfigen über hunderte von Kilometern in die Stadt gekarrt.

Legende: Video Hundefleisch-Festival abspielen. Laufzeit 0:48 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 20.06.2016.

Hunde mit Halsband

Chinesische Tierschützer berichten auch von Hunden, die zuvor vergiftet oder lebendig gekocht werden. Unter den getöteten Tieren finden sich auch gestohlene Hunde, die sogar noch ein Halsband tragen.

Das Hundefleischfestival sorgt für internationale Petitionen. Hollywoodstars haben sich öffentlichkeitswirksam gegen den Verzehr von Hundefleisch ausgesprochen. Die internationale Berichterstattung mit den Bildern von blutigen Hunden wirft ein schlechtes Licht auf China, das sich um sein Image sorgt.

Vom Teller auf den Schoss

Das Festival sorgt auch in China selbst für Unmut: Chinesische Tierschützer reisen zum jährlichen Festival, um dagegen zu protestieren und Hunde freizukaufen.

Während sich die Landbevölkerung im südchinesischen Yulin auf Traditionen beruft, kann sich die wachsende städtische Mittelschicht nicht mehr vorstellen, Hunde zu essen. Für sie sind Hunde keine Fleischlieferanten, sondern Familienmitglieder.

In einer kürzlich publizierten Online-Umfrage sagten knapp zwei Drittel der befragten Chinesen, sie seien gegen das Hundefleischfestival. Fast die Hälfte sprach sich gegen den Verzehr von Hundefleisch aus.

Angst vor Tollwut

Der Lokalregierung in Yulin ist der weltweite Protest inzwischen unangenehm, sie hat sich von dem Festival distanziert. Es handle sich nicht um ein offizielles Fest, liess die Lokalregierung verlauten, die Polizei prüfe zudem die hygienischen Bedingungen der Restaurants und Schlachthäuser.

Einige Hundeschlachthäuser wurden bereits geschlossen. Da die wenigsten der geschlachteten Hunde geimpft sind, besteht auch die Gefahr von Tollwut, die in der Region bereits verbreitet ist.

Tagesschau Nacht, 20.6.2016

21 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    An alle, die daran nichts Schlimmes finden: Es geht hier nicht um die Tierart, sondern die Art+Weise wie diese Szene abläuft. Diese Tiere werden in Kleinstkäfigen gehalten od.grossenteils landesweit zusammengestohlen, oft tagelang ohne jegliche Versorgung durchs Land gekarrt, um dann auf einem Volksfest vor vielen Schaulustigen langsam zu Tode gefoltert zu werden. Wie unten schon erwähnt: Tradition+Religion rechtfertigen keine Tierquälerei, dazu gehören Stierkämpfe+betäubungsloses Schächten uvam
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Als ob die perverse Haustier-Industrie der westlichen Länder nicht um Längen fragwürdiger wäre! Was Menschen wo essen, ist rein kulturell bedingt. Reduziert erst mal Euren eigenen Fleischkonsum und den Eurer Haustiere, bevor Ihr anderen Kulturkreisen Lektionen erteilt. Der Verzehr von Insekten als Eisweissquelle, ist für das Weltklima vorteilhafter als der ganze vegane Zirkus. Alles eine Frage der Gewohnheit.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Es gibt Weltweit viel zu viel Nutztiere das ist einmal sicher. Wie aber kann man nun die eine Art essen und die andere nicht. Man könnte sagen es hängst vom Entwiklungsstand einer Spezies ab. Doch diese Unterscheidung machen wir beim Menschen auch nicht. Es gibt Tiere die haben ein Identitätsgefühl. Ich bin eine unabhängige eigenständige Spezies. Ein individuelles Bewusstsein. Wale, Delfine oder Elefanten. Das wäre vielleicht ein Kriterium. Ich esse eh kaum Fleisch.
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