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Hyperloop-Wettbewerb «Wir spielen nicht nur»

Legende: Audio Was bringt der Hyperloop-Wettbewerb? abspielen. Laufzeit 04:07 Minuten.
04:07 min, aus SRF 4 News aktuell vom 24.07.2018.

In 40 Minuten von Zürich nach Berlin reisen, mit 1000 Kilometern pro Stunde: Geht es nach Tesla- und SpaceX- Gründer Elon Musk, dann soll dies dereinst dank Hochgeschwindigkeitskapseln, die durch Vakuumröhren rasen, möglich sein. An dieser Idee – bekannt als Hyperloop – tüfteln Ingenieurinnen und Ingenieure auf der ganzen Welt und messen sich jeweils in einem Rennen in Los Angeles. Dieses Jahr landete das Team der ETH Lausanne (EPFL) mit dem «EPFLoop» auf dem dritten Platz. Teammitglied Nicolas Paltenghi hatte sich mehr erhofft.

Nicolas Paltenghi

Nicolas Paltenghi

Student an der EPFL

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Nicolas Paltenghi war für das Team der ETH Lausanne (EPFL) mit dabei beim diesährigen Hyperloop-Pod-Wettbewerb in Los Angeles. Er studiert Maschinenbau.

SRF News: Sie haben den dritten Rang erreicht. Sind Sie zufrieden?

Nicolas Paltenghi: Wir sind sehr zufrieden, dass wir ins Finale gekommen sind. Das ist unglaublich. Aber vom Schlussresultat waren wir ein bisschen enttäuscht. Wir hatten technische Probleme. Das Rad von einem unserer Antriebe ist weggerutscht. Vielleicht wollten wir ein bisschen zu viel. Wir wollten den ersten Platz holen, aber leider hat das nicht geklappt.

Diese Technologie kann in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt werden. Wir haben das Wissen dafür.

Das Ziel des Wettbewerbs ist es, zu zeigen, dass diese Hyperloop-Technologie umsetzbar ist, das heisst, dass man Kapseln tatsächlich durch Vakuumröhren schicken kann. Ich glaube, diese Technologie kann in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt werden. Wir haben das Wissen dafür.

Es gibt auch Kritik. Die Hochgeschwindigkeitskapseln seien zu teuer, sie könnten zu wenige Menschen transportieren, und es gibt ungelöste Probleme wie Notausstiege im Vakuumtunnel. Das Rennen hilft nicht, diese Probleme zu lösen, denn dabei geht es ja nur um Geschwindigkeit...

Ja, das stimmt. Im Bereich Sicherheit und Logistik sind noch viele Fragen offen. Der nächste Schritt sind Fortschritte im Bereich Sicherheit, bei den Notausgängen und bei den Kapseln, damit diese irgendwann wirklich Passagiere befördern können. Das braucht noch viel Forschung.

Noch ist völlig unklar, ob es Hyperloop-Kapseln je wirklich eingesetzt werden. Trotzdem hat die EPFL viel in dieses Projekt investiert. Zu Recht?

Ja, dieses Projekt ist absolut gerechtfertigt. Wir haben bei diesem Wettbewerb viel Knowhow gewonnen. Die Technologie im Bereich der Batterien ist neu. Und es war ein einzigartiges Erlebnis für die Studierenden. Wir konnten ein Projekt von Anfang bis Ende praktisch umsetzen. Das ist gut für das Image der EPFL.

Wir spielen nicht nur. Wir haben wichtige Kontakte geknüpft.

Dann ist dieser Hyperloop-Wettbewerb also mehr als bloss ein Hochgeschwindigkeits-Seifenkistenrennen für Technik-Geeks?

Es ist vielmehr. Das Ziel dieses Wettbewerbs ist es, das Knowhow der ganzen Welt an einem Ort zusammenzubringen. So entstehen neue Technologien. Wir spielen nicht nur. Wir haben in Los Angeles wichtige Kontakte geknüpft. Wir werden sehen, was diese bringen.

Das Gespräch führte Teresa Delgado.

Legende: Video Der Pod der ETH Lausanne saust durch die Röhre abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus SRF News vom 23.07.2018.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die Erfahrungen, die man mit solchen Projekten sammelt, sind wichtig. Wenn auch so eine Hyperloop-Bahn als solches kaum wirtschaftlich sinnvoll zu realisieren ist; einzelne Erkenntnisse, die man aus solchen Projekten gewinnt, lassen sich sehr wohl wirtschaftlich lukrativ umsetzen. Die Mondlandungen haben vordergründig eigentlich nicht viel gebracht und dennoch nützt heute jeder Schweizer Bünzli täglich die aus diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse und Fähigkeiten.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Hat jemand noch etwas von Solarimpuls gehört? Alles altes Denken in neuen Schläuchen. Logisch kann man in einer Vakuumröhre, Fahrzeuge auf eine hohe Geschwindigkeit beschleunigen, der Aufwand für ein solches Röhrennetz aufzubauen wäre aber gigantisch und überhaupt nicht umweltfreundlich! Umweltfreundlich wäre darüber nachzudenken, ob es überhaupt nötig ist in 40 Minuten in Berlin zu sein. Das gleiche gilt für den Warentransport, die meisten Waren landen sowieso innert kürzester Zeit im Abfall!
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Richtig, man hört nichts mehr von Solarimpulse. Aber: Ihre Laptop-Batterie hält länger und das dank Solarimpulse. Man hat mit dem Hyperloop-Projekt Erkenntnisse über neue Materialien, Technologien etc. gewonnen, konnte sich austauschen und genau darum geht's. Leider kommt der zunehmend verbeamteten und à la DDR subventionierten Schweiz (grösster Arbeitgeber: die öffentliche Hand...) der Pioniergeist abhanden und man scheint nicht mehr zu wissen, wie unser Wohlstand entstanden ist.
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    2. Antwort von René Balli (René Balli)
      Da liegen Sie aber arg daneben, Herr Ducrey! Unser Wohlstand ist wegen des Erdöls entstanden, frühere Generationen waren nicht dümmer, aber die Energie war extrem teuer. Vor dem Erdölboom betrugen die Arbeitskosten an einem Teelöffel z.B. 5% und die Energiekosten 95%, heute ist es genau umgekehrt. Ausserdem werden Batterien laufend neu entwickelt, bei Tesla, Swatch usw. Ich habe eine Ahnung von Technik und weiss, dass Fliegen mit Batterie betriebenen Flugzeuge eine totale Furzidee ist.
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    3. Antwort von Hans Hegetschweiler (hansicomment)
      Pioniergeist ist gut. Ob aber meine Laptopbatterie w e g e n Solarimpulse länger hält, bezweifle ich. Die drei Picards verstanden es immer, mit spektakulären Projekten die Medien für sich zu begeistern (nicht umsonst war Auguste Vorbild für Professor Tournesol), der Fortschritt kommt aber in kleinen Schritten von unzähligen namenlosen Konstrukteuren, die Schrittchen für Schrittchen vorangehen (zum Beispiel in Edisons Fabrik). Kurz: Teflon gäbe es auch ohne Mondlandung.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Hat sich vielleicht jemand auch mal Gedanken über die Energie Effizienz dieser Technologie gemacht, insbesondere mit Einbezug der hoch-kritisch notwendigen Vakuumerzeugung? Eine Kopfrechnung zeigt schon, dass jedes Privatauto auf Autobahn pro Personenkilometer wesentlich Energie effizienter wie eine solche "Hyperloop" Bahn.
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    1. Antwort von Sebastian Müller (sebmul)
      Das ist bei weitem nicht das einzige Problem. Der Unterhalt sowie die Sicherheit sind weitere *grosse* Fragezeichen. Man arbeitet hier sicher an technisch interessanten Problemen und wer weiss was für nützliche neue Lösungen dabei entstehen. Dass man Hyperloop jedoch ernsthaft als zukünftiges Transportmittel betrachtet liegt dann doch eher am Hype und den Personenkult um Musk.
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