Zum Inhalt springen

Header

Audio
Zwischenfall auf ISS-Raumstation: Labormodul startete ungewollt Triebwerk
Aus SRF 4 News aktuell vom 30.07.2021.
abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Inhalt

Internationale Raumstation ISS Labormodul verursacht Zwischenfall nach Andocken an ISS-Station

  • Nach achttägiger Reise ist ein russisches Forschungsmodul an der Internationalen Raumstation ISS angekommen.
  • Nach dem Andocken gab es jedoch einen kleinen Zwischenfall, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa per Twitter mit
  • Die Triebwerke des Moduls seien «versehentlich und unerwartet» angefeuert worden und hätten die ISS um 45 Grad aus ihrer regulären Flugbahn verschoben
Video
Aus dem Archiv: Vier Astronauten an der ISS angekommen
Aus SRF News vom 24.04.2021.
abspielen

Nach dem Vorfall wurde ein für Freitag geplanter weiterer Raketenstart abgesagt. Durch einen Notfalleinsatz habe die ISS wieder in ihre reguläre Flugbahn zurückgebracht werden können, hiess es. Die Besatzung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, und die ISS und alle Systeme an Bord funktionierten normal.

Die Nasa verlor allerdings für fast eine Stunde die Kontrolle über die Position der Station im All. In der Folge brach auch der Kontakt zur Crew für elf Minuten ab. Zuvor war das Forschungsmodul «Nauka» (Wissenschaft) wie geplant an dem Aussenposten der Menschheit in rund 400 Kilometern Höhe angedockt, wie eine Live-Übertragung der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos gezeigt hatte.

Für die Fertigstellung sind nun mehrere Ausseneinsätze russischer Kosmonauten geplant. Nach dem Zwischenfall teilte die Nasa mit, dass sie den für Freitag geplanten Start eines «Starliner»-Raumschiffs von der Firma Boeing zur ISS zunächst auf unbestimmte Zeit verschiebe.

Testflug war Grundlage für Personentransport

Mit dem unbemannten Testflug soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass mit dem «Starliner» künftig Astronautinnen und Astronauten zur Raumstation transportiert werden können. Eigentlich sollte das schon längst passieren, doch beim ersten Test im Dezember 2019 hatte es das Raumschiff nicht in den Orbit und zur ISS geschafft, unter anderem wegen eines Problems mit der automatischen Zündung der Antriebe.

Die Verschiebung «gibt dem Team der Internationalen Raumstation Zeit, Tests am neu eingetroffenen «Nauka»-Modul von Roskosmos fortzusetzen und sicherzustellen, dass die Station für die «Starliner»-Ankunft bereit ist», hiess es weiter.

«Nauka» dient als Forschungslabor

«Nauka» soll am russischen Teil der Station das ausgediente Modul «Pirs» (Anlegestelle) ersetzen, das kürzlich abgedockt und im Pazifik versenkt wurde. Als Mehrzweckmodul ist «Nauka» vorrangig für die Forschung gedacht. Das Modul, das vor rund einer Woche an Bord einer Trägerrakete von Kasachstan aus ins All geschossen wurde, soll aber auch als Mannschaftsquartier mit eigenem Lebenserhaltungssystem dienen. Es misst 13 mal 4.11 Meter und wiegt mehr als 20 Tonnen.

Eigentlich sollte «Nauka» schon 2007 ins Weltall gebracht werden. Probleme hatten aber immer wieder zu Verzögerungen geführt. Das letzte Modul hatte Russland vor elf Jahren zum Aussenposten der Menschheit geschickt.

SRF 4 News aktuell, 30.07.2021, 02:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Es ist mir sowas von egal, was im Weltraum geschieht. Wir leben HIER, auf der Erde und sollten uns erst einmal darum kümmern, dass wir diesem Planeten und seinen Lebewesen Sorge tragen. Der vom Menschen ins All geschossene und hinterlassene Weltraumschrott spiegelt indes die Dummheit der Gattung Homo sapiens. Wir sind wahrlich die Krone der Schöpfung! Hoffentlich hat's bald so viel Müll rumfliegen, dass keiner mehr durchkommt und endgültig auf dem Boden bleiben muss. Wenn schon, denn schon.
    1. Antwort von Tim Berger  (11x)
      Die Raumfahrt macht einen wichtigen, und insgesamt garantiert net-positiven Beitrag zum Klimaschutz. Meteorologische Satelliten (Luft und/oder Meer) sind ein Kernstück im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Monitoring von Abholzung. Frühwarnsysteme bei Waldbränden, mal ganz abgesehen von GPS, welches effizientere Fahrtwege ermöglicht und so unmessbare Mengen an CO2 eingespart hat. Wer glaubt, ohne Raumfahrt ginge es dem Planeten besser, hat sich nicht genügend mit der Materie befasst.
    2. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Diesen Aspekt der Raumfahrt sehe ich absolut auch, Herr Berger, zumal ich einen Sohn habe, der u.a. mit Satellitenaufnahmen etc. arbeitet. Aber es ist ja nicht so, dass da nur rauf geschossen wird, was uns dabei helfen kann, das zu korrigieren, was an Schlamassel, notabene, wir uns selber eingebrockt haben.
      Zudem habe ich nicht gesagt, es ginge ohne Raumfahrt dem Planeten besser. Das ist Ihre persönliche Auslegung meines Kommentars, und mein Interesse an der Materie kennen Sie auch nicht ;-)
  • Kommentar von Tim Berger  (11x)
    SRF: Die ISS wurde nicht "um 45 Grad aus ihrer regulären Flugbahn verschoben". Die Fluglage (Attitude) wurde beeinflusst. Das heisst, die ISS drehte sich um ihre eigene Achse und "schaute in die falsche Richtung". Um die Flugbahn (51.64° Bahnneigung) zu verschieben bräuchte es enormen Treibstoffaufwand.

    Noch interessant: was jetzt Nauka heisst, war ursprünglich unter dem Namen FGB-2 als Backup für Zarya (FGB, das 1. ISS-Modul) gedacht und wurde über die Jahrzehnte umfunktioniert.
  • Kommentar von Andreas Schori  (malanders)
    Ist der Fehler im Titel Absicht? NACH dem Andocken, nicht BEIM Andocken müsste es heissen. Das Risiko ist nicht dasselbe, ein Problem beim Andocken suggeriert eine Kollision. Tönt halt geiler :-/

    Abgesehen davon ist dieser Modulaustausch eine gute Nachricht für die ISS. Aus russischer Sicht hat sie offenbar eine Zukunft.