Zum Inhalt springen
Inhalt

Panorama Jagdszenen in Genf – ein Autofahrer dreht durch

Velofahrer und Automobilisten verbindet traditionell keine freundschaftliche Beziehung. In Genf versammeln sich erstere gar monatlich, um für mehr Freiraum auf den Strassen zu demonstrieren. Am letzten Freitag kam es zum Eklat: Ein entnervter Automobilist blies zur Jagd auf die Aktivisten.

Legende: Video Zwischenfall an Genfer Velo-Demo abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 01.10.2014.

Wüste Szenen in der Genfer Innenstadt: In vollendeter Missachtung aller Verkehrsregeln dreht ein Kleinwagen auf engstem Raum seine Kreise, steuert gezielt auf Menschen zu, nur durch Zufall wird Schlimmeres verhindert.

Velo-Aktivisten attackieren den Verkehrsfluss

Ein Anwesender filmt die Amok-Fahrt – der Grund dafür: Die internationale Bewegung «Critical Mass», die auch in der Calvinstadt Fuss gefasst hat. Sie fordert mehr Rechte und Platz für Velofahrer.

Und das mit «Nachdruck»: Scheinbar unorganisiert schwärmen die Demonstranten in grosser Zahl aus und bringen den urbanen Verkehrsfluss zum Erliegen. Mit entsprechenden Folgen für das Nervenkostüm der Automobilisten. Trotzdem: «Das kriminelle Verhalten des Lenkers ist unentschuldbar», sagt Sylvain Guillaume-Gentil von der Kantonspolizei Genf.

«Das sind alles Armleuchter»

«Was jetzt passiert ist, war absehbar», sagt dagegen ein erzürnter Automobilist. Ein anderer Leidensgenosse gibt sich weniger diplomatisch: «Das sind alles Armleuchter.»

Die Gegenseite verteidigt sich: «Natürlich ist es eine unkonventionelle Art, so gegen die Auto-Lobby anzutreten», sagt ein Demonstrationsteilnehmer. Aber die weltweite Bewegung habe legitime Anliegen, setze sich für einen umweltverträglicheren Verkehr und mehr Platz im öffentlichen Raum ein.

Demonstrant zerrt Amok-Fahrer vor den Kadi

Also alles ganz harmlos? Nur bedingt. So stellte die Kantonspolizei zuletzt ein radikaleres Verhalten der Demonstranten fest: «Sie treten neuerdings aggressiver, heftiger auf. Sie haben am Freitag gezielt provoziert und die Konfrontation regelrecht gesucht», so Guillaume-Gentil von der Kapo Genf.

Der Fahrer des Minis wurde inzwischen von einem Demonstrationsteilnehmer angezeigt, die Polizei ermittelt. Befriedet dürfte das angespannte Verhältnis zwischen motorisierter und Velo-Fraktion aber damit nicht sein.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

48 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Rieter, Bern
    "C'est sûr c'est pas une manière institutionnelle..." Uebersetzung von SRF: "Das ist v i e l l e i c h t etwas unkonventionell..." Auf eine derartige Uebersetzung verzichte ich dankend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M.Schmid, Ortschwaben
    Ich glaube, solche Aktionen wie in Genf heizen die ohnehin gereizte Stimmung zwischen Velo- und Autofahrern nur weiterhin unnnötig an. Was es braucht, ist mehr Toleranz und Geduld auf beiden Seiten. Die Politik würde besser, anstatt in Unmengen Geld in den Nahstverkehr zu investieren (dessen Kapazitäten immer begrenzt sind), ein Bruchteil des Geldes in neue Velowege und "schlaue" Velostreifen investieren. Da liegt noch enorm viel Potenzial brach.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von r.burri, rorschach
    Die meisten Velofahrer fahren auch Auto. Sie bezahlen also genauso ihren Anteil an die Strasse. Leider fahren aber nur die wenigsten Autofahrer Velo. Und genau das ist gefährlich, weil sie keine Ahnung haben, was das im Stadtverkehr heisst. Zudem passiert es zu oft, dass sie korrekte Velofahrer falsch einschätzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen